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Plenarsitzung

Universität feiert 200 Jahre Vereinigung

Am 21. Juni 2017 jährt sich die Vereinigung der Universitäten Halle und Wittenberg zum 200. Mal. Der entsprechende Erlass dazu – von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen – erging bereits am 12. April 1817. Aus diesem Anlass wurde im Beisein von Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch die Sonderausstellung „Die combinierte Akademie – Die Vereinigung der Universitäten Halle und Wittenberg" in Halle eröffnet. 

„Für mich“, so Brakebusch, „ist dieses Jubiläum Anlass, für die Wiederentdeckung der kulturellen Grundlagen unserer Gesellschaftsordnung zu werben. Keine, der für uns heute gefühlten Selbstverständlichkeiten gelten aus sich heraus. Auch Verfassungen unserer Universitäten bilden hierfür die Ursachen und sind daher kulturelles Fundament, das es zu schützen und wahren gilt.“

Geschichte der Vereinigung

Noch Anfang des 19. Jahrhunderts gehörten die Städte Halle und Wittenberg zu unterschiedlichen Königreichen: Halle zu Preußen und Wittenberg zu Sachsen. Die beiden Universitäten waren die wichtigsten Hochschulen der Region – Wittenberg gegründet 1502, Halle dagegen erst 1694 – eine Vereinigung aber nicht vorstellbar. 

Doch 1806 begannen die kriegerischen Auseinandersetzungen Frankreichs gegen Preußen. Im gleichen Jahr schloss Napoleon Bonaparte die Friedrichs-Universität im besetzten Halle. Unter dem Drängen von August Hermann Niemeyer eröffnete Jerome Bonaparte, Napoleons Bruder, die Universität 1807/08 erneut.

Wittenberg war zu dieser Zeit nicht nur eine Universitätsstadt, sondern auch eine Festungsstadt. Als sich Napoleon 1813 von seinem Feldzug gegen Russland und Preußen an die Elbe zurückzog, stellte Wittenberg den Universitätsbetrieb ein. Die Professoren flüchteten nach Bad Schmiedeberg. Sammlungen, Archivgut und die Bestände der Bibliothek wurden in Sicherheit gebracht. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde innerhalb der Wittenberger Hochschule über eine Verlegung nachgedacht.

Erst durch den Wiener Kongress 1815 und der Zuerkennung Wittenbergs zu Preußen wurde eine Vereinigung der Universitäten möglich. Mit dem Erlass König Friedrich Wilhelm III. von Preußen entstand dann 1817 die größte und älteste Hochschule Sachsen-Anhalts.

Zukunft mit Tradition – Wissenschaft gestalten

Im Jahr 2017 bietet die MLU ein breites Fächerspektrum in den Geistes-, Sozial-, Natur- und den medizinischen Wissenschaften an. Sie hat rund 20 000 Studierende und 340 Professoren. Dabei ist das wissenschaftliche Profil nach eigenen Angaben geprägt durch die geisteswissenschaftlichen Schwerpunkte „Aufklärung-Religion-Wissen“ und „Gesellschaft und Kultur in Bewegung. Diffusion - Experiment - Institution“ sowie durch die naturwissenschaftlichen Schwerpunkte „Materialwissenschaften – Nanostrukturierte Materialien“ und „Biowissenschaften – Makromolekulare Strukturen und biologische Informationsverarbeitung“.

Eine besondere Rolle spielten außerdem die Agrarwissenschaften, für deren Profilierung in Sachsen-Anhalt die Universität Halle die alleinige Verantwortung trägt. Als Mitglied des Mitteldeutschen Universitätsbundes Halle-Jena-Leipzig kooperiert die MLU auch eng mit anderen Hochschulen sowie mit außeruniversitären Einrichtungen und der Wirtschaft.

Dies zeigt sich insbesondere durch den Weinberg-Campus, wo die Universität ihre naturwissenschaftlichen Institute konzentriert hat. Diese arbeiten dort mit ansässigen Unternehmen und Partnern der großen deutschen Forschungseinrichtungen, wie der Max-Planck- und der Fraunhofer-Gesellschaft zusammen. Auf diese Weise ist in den vergangenen Jahren der zweitgrößte Technologiepark im Osten Deutschlands entstanden.

  • Die Martin-Luther-Universität in Zahlen

    Universität (Stand: 31.10.2016)

    Professuren: 336
    Juniorprofessuren: 5
    Studierende: 19.319
    davon ausländische Studierende: 1.655
    Studienangebote: 263
    Beschäftigte ohne Medizinische Fakultät: 2.239
    Azubis ohne Medizinische Fakultät: 26
    Drittmittelbeschäftigte ohne Medizinische Fakultät: 553

    Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum

    Einrichtungen (Kliniken, Institute, Sonstige): 67
    Betten: 982
    Beschäftigte Medizinische Fakultät: 526 und 2 Azubis
    Drittmittelbeschäftigte Medizinische Fakultät: 166
    Beschäftigte UKH: 3.154 und 183 Azubis

    Landeszuschuss 2016 für Forschung und Lehre

    Universität ohne Medizinische Fakultät: 139,3 Mio. Euro
    Medizinische Fakultät: 57,1 Mio. Euro

    Quelle: www.uni-halle.de

Ausstellung Auftakt zu ganzer Festwoche

Mehr über die Sonderausstellung „Die combinierte Akademie“ und die dort präsentierten Exponate finden Sie im Online-Magazin der MLU. Die Ausstellung im Universitätsmuseum läuft vom 13. April bis zum 9. Juli. Sie ist dienstags bis freitags von 11 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr geöffnet sowie an Sonntagen von 14 bis 18 Uhr. 

Anlässlich des Jubiläums gestaltet die MLU vom 18. bis 23. Juni auch eine ganze Festwoche. Neben Festveranstaltungen, Konzerten und Studierendenpartys sind auch wissenschaftliche Veranstaltungen geplant. Zum Programm: 200 Jahre Vereinigung der Universitäten