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Plenarsitzung

Freizeitsport für Kinder wieder ermöglichen

27. Mai. 2021

Mit den zunehmenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen fordert die Fraktion DIE LINKE in einem Antrag, dass sich die Landesregierung auf Bundesebene an eine Anpassung des Infektionsschutzgesetzes einsetzt. So soll  unter anderem beim Vorliegen eines genehmigten Hygienekonzepts inklusive Schnelltestung für den organisierten Vereinssport wieder folgende Möglichkeiten bestehen: Trainingsbetrieb im Außenbereich, Trainingsbetrieb im Innenbereich für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre (20 Personen) und für Erwachsene (10 Personen), Schwimmsport in Schwimmeinrichtungen (bis 150 Personen im großen und bis 25 Personen im kleinen Becken) sowie Wettkampfbetrieb bei Testung aller Teilnehmer*innen.

Zwei Fussballer kämpfen auf grünem Rasen um den Ball

Die Inzidenzzahlen sinken weiter, jetzt kann auch der Breiten- und Vereinssport in Sachsen-Anhalt so langsam wieder Fahrt aufnehmen. Foto: Kurt Michel/pixelio.de

Regelungen zu unflexibel

Kein normaler Mensch könne mehr erfassen, was in den immer neuen Eindämmungsverordnungen aufgeschrieben werde, kritisierte Thomas Lippmann (DIE LINKE). Es entstehe der Eindruck, „dass das Verfassen von Eindämmungsverordnungen zu einer Sucht geworden ist, ohne das Regieren nicht mehr möglich ist.“ Es sei höchste Zeit, ein Reglungssystem zu schaffen, dass sich ausschaltet, wenn die Zahlen regional einen bestimmten Wert unterschritten. Die Regelungen der Landesregierung seien einfach viel zu unflexibel, man würde immer wieder hinter dem Infektionsgeschehen herhinken und müsste nachbessern.

Insbesondere der wachsende Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen dürfe nicht weiter ignoriert werden. Wenn in der nächsten Woche alle Kinder wieder in die Schulen gehen dürften, könne man ihnen nicht verwehren, auch nachmittags wieder gemeinsam zu trainieren und Wettkämpfe zu bestreiten. Der Landessportbund wolle das Training mit regelmäßigen Tests absichern, dies unterstütze die Fraktion DIE LINKE. Es gebe ein gesellschaftliches Interesse, dass Kinder einen Teil ihrer Freizeit in Sportvereinen verbringen, dies müsste uns mehr Unterstützung Wert sein, erklärte Lippmann. Selbst wenn in einzelnen Regionen eine Inzidenz von Null gäbe, würden die Regelungen für den Freizeitsport noch gelten.

Zusammenhalt in Vereinen ist intakt

Trotz der Corona-Pandemie sei der Zusammenhalt in den Sportvereinen weiterhin sehr groß, freute sich Dr. Falko Grube (SPD). Zwar sei es richtig, dass es einen Mitgliederschwund von 11.000 Menschen gegeben habe, dies sei jedoch immer noch  gering, gemessen an der Gesamtzahl der Mitglieder. Die Öffnung der Landesregierung sei richtig, verteidigte Grube die 13. Eindämmungsverordnung. Der Alternativantrag der Koalitionsfraktionen schlage zudem vor, dass die Landesregierung gebenenfalls schneller handelt, wenn es die Inzidenzzahlen zulassen.

Gesundes Immunsystem nicht unterschätzen

Inzidenzwerte seien für manche Menschen mittlerweile zur Ersatzreligion geworden, meinte Ulrich Siegmund (AfD). Nun fordere die DIE LINKE ein Testregime für Sportvereine. Niemand habe sich dagegen bisher für das Immunsystem der Menschen interessiert. Die Ignoranz gegenüber dem gesunden Immunsystem reihe sich ein in eine ganze Reihe von Zwangsmaßnahmen, unter denen die Menschen seit Monaten zu leiden hätten. Nach Ansicht der AfD-Fraktion sollte den Bürger*innen natürlich endlich wieder erlaubt werden, Sport  zu machen und sich frei zu bewegen.

Öffnung mit Augenmaß

Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) sagte, zwar habe die Bundesnotbremse gegriffen, Übermut wäre jedoch schrecklich deplatziert. Viele Menschen würden Öffnungsschritte herbeisehnen, insbesondere im Bereich des Sports. Diese müssten aber „sicher und verantwortungsbewusst“ gemacht werden, um die Erfolge nicht wieder zu verspielen. Bei einer Inzidenz von unter 50 könnten wieder Wettkämpfe vor Publikum möglich sein, verwies der Grünen-Abgeordnete auf die neue Eindämmungsverordnung. Striegel betonte: „Die Pandemie hat uns im Herbst letzten Jahres eine harte Lektion erteilet. Sie kann machtvoll zurückkehren!“. Eine konsequente Niedriginfektionsstrategie sei daher unabdingbar.

Förder- und Unterstützungsmaßnahmen für Neuanfang

Chris Schulenburg (CDU) erläuterte, dieRate der Neuinfektionen sei stark gesunken, daher gelte jetzt die 13. Eindämmungsverordnung, unter anderem verbunden mit verschiedenen Lockerungen im Sport. Zudem unterstrich Schulenburg, dass bereits verschiedene Förder- und Unterstützungsmaßnahmen für den Sport beschlossen worden seien. Diese würden sicher dazu beitragen, den Vereinssport wieder in Schwung zu bringen. Ebenfalls begrüßte der CDU-Abgeordnete geplante Modellprojekte (bei denen auch Zuschauer zugelassen werden), die Perspektiven aufzeigten und ein weiterer Schritt in die Normalität seien.

Die Landesregierung verzichtete auf ihren Redebeitrag. 

Am Ende der Debatte wurde der Antrag der Fraktion DIE LINKE abgelehnt und der Alternativantrag der Fraktionen von CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN angenommen.