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Plenarsitzung

Transkript

Ulrich Thomas (CDU):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Meine Damen und Herren! Herr Meister, Sie haben diesen Antrag, über den wir heute beraten, auch ein bisschen damit begründet, dass wir am Sonntag den Internationalen Frauentag feiern. Ich kann Ihnen für meine Fraktion sagen: Den feiern wir jeden Tag; denn bei uns sind die Frauen jeden Tag wichtig, dafür müssen wir nicht auf den 8. März warten. Das will ich voranschicken.

(Zustimmung bei der CDU - Lachen - Unruhe)

Nichtsdestotrotz bin ich Ihnen durchaus dankbar dafür, dass wir heute ein Thema aufs Tapet bringen, bei dem es sich lohnt, sich einmal damit auseinanderzusetzen. Denn selbstständige Frauen sind in der Tat immer selbstständig unterwegs. Sie haben natürlich ihre Lebensplanung und haben auch eine eigene Lebensphilosophie. Das gilt insbesondere für Frauen, deren Eltern schon selbstständig waren und die schon erlebt haben, wie ihre Eltern Selbstständigkeit gemeistert haben. Das ist ja nicht nur, wie manche glauben, Geld zu verdienen. Das bedeutet nicht nur, teure Autos zu fahren oder in schöne Urlaube zu fahren.

(Zuruf: Schön wär‘s!)

Es ist das Gegenteil: Das ist Risiko und das ist auch Opferbereitschaft. Man verzichtet auf viele Sachen, gerade in jungen Jahren.

Ich möchte auch deutlich sagen: Hinter vielen selbstständigen Frauen stehen auch Männer, die das begleiten. Das ist keine Einbahnstraße. Auch das gehört zur Wahrheit dazu und das will ich ausdrücklich heute auch sagen.

Nun überlegen wir, wie wir das politisch unterstützen können und wie wir das meistern können. Natürlich ergibt es nur Sinn   das haben wir schon gehört  , wenn wir eine bundeseinheitliche Lösung bekommen. Ein Flickenteppich auf der Länderebene würde den Frauen in der gesamten Bundesrepublik Deutschland nicht weiterhelfen. Aber, meine Damen und Herren, natürlich können wir vor Ort zumindest Dinge initiieren, die die Frauen in die Lage versetzen, mehr Zeit für sich zu haben. Damit bin ich bei dem Thema, das wir am Dienstag hatten, nämlich beim Bürokratieabbau. Eine Frau, die nicht im Büro über irgendwelchen Formularen sitzt, hat Zeit für ihre Familie. Das ist doch ein Ansatz, den wir verfolgen können. Ich lade Sie ein, genau diesen Ansatz zu verfolgen.

(Zustimmung von Dietmar Krause, CDU)

Meine Damen und Herren! Es gibt auch viele selbstständige Frauen, die größere Unternehmen haben. Dort gibt es Angestellte. Manchmal ist es so: Wenn die Chefin nicht da ist, dann haben die Angestellten nichts zu tun. Denken Sie einmal an den medizinischen Bereich. Was passiert bei der jungen Ärztin, die in ihrer Praxis Hilfen hat und die nicht arbeiten gehen kann? Was passiert in dem Moment mit ihren Angestellten? - Wenn es gut läuft, dann gibt es eine Vertretung, und wenn es nicht gut läuft, dann wird es schwierig. Und dann gibt es die junge Selbstständige, die eine Angestellte hat, die selbst Mutti geworden ist. Die Chefin unterstützt mehr oder minder auch alles bei ihrer Angestellten und fragt sich selbst: Wer hilft mir denn in diesem Moment?

Deswegen ist es richtig, dass wir versuchen, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass das möglichst einfach wird. Ich möchte aber auch der Illusion entgegentreten   das gehört zur Ehrlichkeit dazu  : Die perfekten Rahmenbedingungen, die alles beinhalten, wird es nicht geben, die werden wir auch politisch nicht hinbekommen.

Der Tag hat nur 24 Stunden. Ob ich mich in sechs von den 24 Stunden um meine Kinder kümmere und mich in der übrigen Zeit um die Arbeit und andere Sachen kümmere oder ob ich das verschiebe, ist eine zutiefst individuelle Entscheidung. Aber   auch das haben wir festgestellt und das haben wir auch in unseren Alternativantrag hineingeschrieben  : Die Angebote, die es schon gibt, die wir schon haben, sind häufig nicht bekannt. Darin können wir besser werden. Dafür können wir sensibilisieren.

Das fängt bei den Berufsverbänden an, wie ich finde. Dort ist viel im Unklaren. Wir als Land können aber noch einmal darauf hinweisen. Ich denke, deswegen ist unser Alternativantrag eine gute Reaktion auf Ihren Antrag. Ich bitte um Zustimmung dafür und kann nur sagen: Ich wünsche allen Unternehmerinnen, die den Wunsch haben und das auch können, dass sie Mutti werden und dass der Nachwuchs davon so begeistert ist, dass auch der Nachwuchs bereit ist, ein eigenes Unternehmen zu gründen oder das Unternehmen zu übernehmen, das es schon gibt. - Vielen Dank.

(Zustimmung bei der CDU und bei der FDP)


Vizepräsident Wulf Gallert:

Herr Thomas, ich sage Ihnen etwas, weil Sie das nicht sehen konnten: Sie haben mit Ihrer Eingangsbemerkung Teile des Präsidiums hart an die Grenze geführt. Wir müssen ja wertneutral darauf schauen, aber denken Sie einmal darüber nach.

(Ulrich Thomas, CDU: Ich gucke es mir im Fernsehen an!)

- Gut.