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Plenarsitzung

Transkript

Monika Hohmann (Die Linke):

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN wollen, dass Menschen in Gemeinschaftsverpflegungen ökologisch essen können. Ihre Lösung dafür: mehr Austausch, Beratung und neue Koordinierungsstellen.

Der Ansatz ist prinzipiell nicht falsch. Doch für uns ist unklar, warum der Antrag erst jetzt zum Ende der Wahlperiode kommt,

(Cornelia Lüddemann, GRÜNE: Wir können nicht alles auf einmal machen!)

obwohl alle wissen, dass die Zeit für eine ordentliche Beratung in den Ausschüssen eher gering oder kaum vorhanden ist.

(Zuruf von Cornelia Lüddemann, GRÜNE)

Der Antrag ist politisch zu einfach und richtet sich vor allem - das muss ich ganz ehrlich sagen - an Besserverdienende. Die eigentliche Frage lautet: Wer kann sich noch gutes Essen leisten? Die Lebensmittelpreise sind seit 2020 um fast 40 % gestiegen, was die Kosten in Kitas, Schulen und Großküchen erhöht. Daher reicht ein Fokus auf regionale Lieferketten nicht aus. Es geht hierbei auch um die Bezahlbarkeit.

(Zustimmung bei der Linken)

Gutes, gesundes und nachhaltiges Essen darf kein Luxus für Wohlhabende sein. Alle sollten sich gutes Essen leisten können. Das zu gewährleisten, ist die Aufgabe eines sozialen Staates.

(Zustimmung bei der Linken)

Hier zeigt sich auch der Unterschied zwischen grüner und linker Politik. Die GRÜNEN schaffen bessere Angebote. Wir wollen den Zugang für alle schaffen. Für die Linke ist entscheidend, wie gutes Essen für alle möglich und wie gesunde Ernährung Teil der öffentlichen Daseinsversorgung wird. Eine Antwort darauf ist das kostenlose, gesunde Mittagessen für alle Kinder in Sachsen-Anhalts Bildungseinrichtungen, nicht als freiwillige Aufgabe, sondern als verbindlicher Bestandteil sozialer Infrastruktur.

Meine Damen und Herren! Solange ich hier im Landtag von Sachsen-Anhalt bin, haben wir diesen Antrag für ein kostenloses Mittagessen in jeder Wahlperiode mehrfach gestellt.

(Zustimmung bei der Linken)

Ich erhoffe mir, dass es vielleicht doch eines Tages gelingt, dass wir so weit sind. Denn Ernährung ist keine private, sondern eine soziale Frage. Deshalb braucht es mehr als nur eine Koordinierungsstelle. Es braucht eine Politik, die gutes Essen für alle organisiert, nicht nur für diejenigen, die es sich leisten können.

Nur noch ganz kurz zum Alternativantrag: Der ist zwar nicht falsch, aber es fehlt uns nach wie vor der soziale Aspekt. Da dieser fehlt, werden wir beiden Anträgen nicht zustimmen, sondern wir werden uns enthalten. - Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.