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Plenarsitzung

Transkript

Dr. Katja Pähle (SPD):

Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Habemus neue Modelle. Es ist ja in Ordnung, wenn an dieser Stelle ganz viele sagen: Wir haben es erfunden. Wir kennen das. Der Erfolg hat viele Väter und Mütter. Das ist auch gut so. Aber, ganz ehrlich, die Kolleginnen und Kollegen aus den beiden vorhin benannten Ausschüssen   ich gehöre beiden an   werden sich daran erinnern, dass wir die Diskussion über dieses Vorhaben seit Beginn dieser Legislaturperiode haben.

(Guido Kosmehl, FDP: Ja!)

Damals gab es die Anträge der GRÜNEN und der Linken noch nicht. Aber das ist nicht so wichtig. Es hat jedoch lange gedauert, bis wir uns darauf verständigt haben. Deswegen sage ich an dieser Stelle ganz deutlich: Ich stehe hier vorn und freue mich riesig. Denn auch wenn wir weiterhin mit dem Thema Einheitslehrer befasst werden,

(Guido Kosmehl, FDP: Wollen wir nicht! - Jörg Bernstein, FDP: Das wollen wir nicht!)

das ist Quatsch. Stufenlehrer sind keine Einheitslehrer, weil es nämlich nicht danach geht, dass alle Lehrer alles können müssen. Sie bleiben bei ihren Fächern, aber sie orientieren sich quasi am Alter der Kinder.

(Guido Kosmehl, FDP: Nun ja!)

Dann kann man sie auch flexibler einsetzen

(Guido Kosmehl, FDP: Nein, nein!)

und wir kommen weg von diesem und jenem. Aber das müssen wir heute nicht ausdiskutieren.

(Guido Kosmehl, FDP: Richtig!)

Heute ist ein Tag der Freude. Wir werden auch in einer neuen Legislaturperiode, werte Kolleginnen und Kollegen, viele Möglichkeiten haben, um über die Weiterentwicklung und den Ausbau dieses Modells zu reden, und wir werden darüber streiten müssen, insbesondere über die Aufgaben der Inklusion. Das betrifft nicht nur die Kinder, bei denen wir sagen, dass wir weiterhin eine Förderschule brauchen werden,

(Zustimmung von Guido Kosmehl, FDP)

sondern das betrifft vor allen Dingen die Förderbedarfe, die jetzt in der Schule das System wirklich, wirklich stark herausfordern.

(Zustimmung von Guido Kosmehl, FDP)

Sozial-emotionale Einschränkungen bei Kindern, das kriegen wir nicht allein durch Förderschulen gedeckt. Wir müssen die Lehrer fitmachen dafür, wie sie im Unterricht darauf reagieren können. Das bedeutet, dass wir unser Lehramt anders organisieren müssen. Wir müssen uns dafür öffnen, an den Stellen die Kartons quasi kleinzuschneiden und einfach mehr in die Lehramtsausbildung einzubringen. Insofern freue ich mich an dieser Stelle sehr.

Eine allerletzte Bemerkung zu dem Thema. Wie gesagt, ich ahne, auch das wird in der nächsten Legislaturperiode wiederkommen. Lassen Sie uns ehrlich reden über die Lehramtsausbildung. Was erwarten wir von zukünftigen Lehrkräften? Insbesondere unter dem Aspekt, an welchen Schulen die Lehrkräfte hinterher einsetzbar sind. Eine Schnellbesohlung für Lehrkräfte zu machen oder die Eingangsvoraussetzungen, die Qualifizierungen, nicht so hoch zu setzen, weil sie dann nur an der Sekundarschule unterrichten bzw. in Sachsen an der Oberschule   das ist nämlich die Sekundarschule dort  , das führt, glaube ich, ins Leere.

Weil dies die vorletzte Landtagssitzung in dieser Legislaturperiode ist, darf ich Ihnen sagen, dass meine persönliche bildungspolitische Agenda mit der Einführung von A 13/E 13 und der Einführung solcher Modellstudiengänge für mich erledigt ist. Ich finde, das ist ein großer Erfolg der Sozialdemokratie. - Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit.