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Plenarsitzung

Transkript

Dorothea Frederking (GRÜNE):

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, Herr Präsident.

(Oliver Kirchner, AfD: Am Schluss!)

Denn ich habe das Gefühl, der Antrag einfach als Stichwortgeber für die politischen Positionen genommen.

Ich fange mit Ihnen an, Frau Hohmann, weil mir das gerade noch im Gedächtnis ist. Sie haben die Preise angesprochen. Natürlich sollen das alle essen können, wenn es auf dem Teller liegt. Alle Kinder sollen die rote Bete essen können, wenn sie auf dem Teller liegt.

(Jörg Bernstein, FDP: Und das Schnitzel! - Oliver Kirchner, AfD: Was auf den Tisch kommt!)

Preise für regionale Produkte werden teurer. Ich wollte gerade noch etwas zur Kantinenkommission in der letzten Legislaturperiode sagen. Wir haben erreicht, dass Diesdorfer Säfte im Sortiment waren. Die sind jetzt wieder heraus. Die sind nicht herausgenommen worden - das ist meine These; das habe ich nicht überprüft, aber wir können das gerne überprüfen  , weil sie teurer sind, sondern weil die Kantinen - gerade gestern kam wieder ein neues Produkt Coca-Cola rein - im Großhandel einfacher Coca-Cola einkaufen können und weil die Säfte von Diesdorfer dort wahrscheinlich nicht angeboten werden.

(Stefan Ruland, CDU: Weil Saft keine Cola ist!)

Das ist das Thema: Die Verfügbarkeit ist nicht gegeben. Für die Großküchen ist es schwierig, regionale Produkte überhaupt einkaufen zu können. Sie kommen an die Produkte nicht heran. Deshalb braucht es eine bessere Vernetzung und man muss natürlich diejenigen zusammenbringen, die das wollen. Das ist nicht staatlich verordnet.

(Kathrin Tarricone, FDP: Das können sie doch!)

Die Landesregierung soll nur ein Forum schaffen, in dem die Leute zusammenkommen können, die willig sind und die darauf auch Lust haben. Das ist natürlich freiwillig. Dass so etwas auch funktionieren kann, möchte ich, Herr Feuerborn, am dem Beispiel Kichererbse darstellen. Es gibt einen Anbauer in der Altmark, der auch einen Verarbeiter in der Altmark gefunden hat, um Brotaufstriche produzieren zu lassen.

Unser Ziel ist es, den Großküchen regionale Lebensmittel aus der heimischen Landwirtschaft einfacher zur Verfügung zu stellen, damit mehr in den Gerichten verarbeitet wird. Der Alternativantrag der Koalition greift unser Thema gar nicht auf. Ich könnte schlicht und ergreifend sagen: Thema verfehlt. Er nennt einen Strauß an Vertriebs- und Vermarktungsstrukturen. Das, was im Alternativantrag steht, ist alles nicht falsch, aber eben nicht das Thema, das wir heute mit unserem Antrag besetzt haben.

(Beifall bei den GRÜNEN)

Mehrere Redner, unter anderem Minister Richter, haben gesagt, wir hätten die Strukturen bereits. Sie haben die Agrarmarketinggesellschaft genannt. Ich habe mehrmals mit der Agrarmarketinggesellschaft gesprochen. Sie hat genau dieses Manko beklagt, dass es eben diese Strukturen und diese funktionierenden Wertschöpfungsketten eben noch nicht gibt.

Natürlich hat sich die Agrarmarketinggesellschaft in der Vergangenheit auch schon darum bemüht, mehr Drive hineinzubringen. Aber das ist ihr noch nicht gelungen. Wir haben mit mehreren Akteuren gesprochen. Unser Ansatz, dass wir die Leute zusammenbringen müssen, wurde auch bei der zehnten Jahrestagung in Bernburg-Strenzfeld bestätigt. Das ist aus unserer Sicht der Hebel. Das ist kein Schnellschuss oder einfach am grünen Tisch erdacht, sondern über einen jahrelangen Prozess    

(Siegfried Borgwardt, CDU: Wissen wir alle!)


Vizepräsident Wulf Gallert:

Frau Frederking, Sie haben die Redezeit jetzt deutlich überschritten. Herzlichen Dank.


Dorothea Frederking (GRÜNE):

Gerne.