Eva von Angern (Die Linke):
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Ich möchte mich ausdrücklich beim Kollegen Schumann bedanken. - Ich danke Ihnen, dass Sie heute die Gedanken von Bischof Leo Nowak, der - ich gehe davon aus, das wissen viele hier im Haus - vor elf Tagen gestorben ist, zur Landtagswahl 2026 hier zitiert haben. Als Sie beginnen wollten, dieses Zitat vorzulesen, und nur sagten, dass Sie uns ein Zitat von Leo Nowak vorlesen wollten, kam aus der AfD-Fraktion der Zuruf „Pfui Deibel“.
(Zuruf von Matthias Büttner, Staßfurt, AfD)
Ich will ausdrücklich sagen, dass ich das bei allem Wissen um Ihre Kirchenfeindlichkeit noch einmal einen Zacken schärfer finde. Ich weise es ausdrücklich zurück, einen Mann wie Leo Nowak, der vieles für Sachsen-Anhalt geleistet hat, so zu diffamieren.
(Beifall bei der Linken, bei der CDU, bei der SPD, bei der FDP und bei den GRÜNEN - Zustimmung von Henriette Quade, fraktionslos)
Ich sage auch: Es ist mir wichtig, diesen Angriff auch auf das Ansehen des Hohen Hauses im Protokoll zurückzuweisen.
(Zustimmung bei der Linken und bei den GRÜNEN)
Herr Schumann, Sie haben es mangels Zeit leider nicht geschafft, all die Gedanken und die Sorgen von Leo Nowak zu Ende zu bringen. Ich nutze jetzt meine Zeit dafür; denn er hat sich große Sorgen gemacht. Ich zitiere:
Wir aber sollen ein Segen für andere sein. Darum muss beiseite geräumt werden, was wahrer Menschlichkeit im Wege steht: Arroganz und Selbstgefälligkeit, Machtbesessenheit und Ungerechtigkeit, Krankheit und Tod. Schließlich setzte auch Jesus seine Vollmacht einzig für das Wohl und Heil der Menschen ein; die eigenen Möglichkeiten einsetzen zum Wohl der Menschen, also auch bei der Landtagswahl 2026; Parteien wählen, die das Wohl des und der Menschen im Blick haben - aller Menschen. Denn alle Menschen haben das Recht auf ein sicheres und gutes Leben, und das schlicht deshalb, weil sie Menschen sind. Wähle das Leben, mach es wie Gott, werde Mensch und wähle menschlich.
Danke, Bischof Nowak.

