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Plenarsitzung

Transkript

Sebastian Striegel (GRÜNE):

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wer den Wald liebt, der schützt ihn vor seiner größten Bedrohung: der Klimakrise.

(Zustimmung bei den GRÜNEN)

Und wer die Erderhitzung ernsthaft bekämpfen will, der kommt am Ersatz fossiler Energieträger durch erneuerbare nicht vorbei. Unser Wald ist ein kostbares Ökosystem für unzählige Tier- und Pflanzenarten, unsere grüne Lunge, CO₂-Speicher und ein unverzichtbarer Erholungsraum für Menschen in diesem Land. Gerade in einem waldarmen Bundesland wie Sachsen-Anhalt, welches in den letzten Jahren starke Verluste erlitten hat, zählt jeder Baum. Deshalb ist unsere Haltung als GRÜNE unmissverständlich: Windkraft im Wald darf nur die absolute Ausnahme sein.

(Zustimmung bei den GRÜNEN)

Wir fordern einen konsequenten Schutz unserer Wälder und Naturräume. Für uns sind deshalb Naturschutzgebiete, Nationalparks, Biosphärenreservate und Biotope absolut tabu.

Gleichzeitig müssen wir ehrlich in Bezug auf unsere Wälder sein. Urwälder, tiefgrüne, verwunschene Märchenwälder, die gibt es hier doch schon lange nicht mehr. Intakte, artenreiche Wälder sind eher Mangelware als Standard. Die menschengemachte Erderhitzung hat uns mit ihren Stürmen und Hitzeperioden

(Lothar Waehler, AfD: Oh! - Christian Hecht, AfD: O Gott!)

Und dem Forst statt grünen Wäldern oftmals nur apokalyptisch aussehende Landschaften, sogenannte Kalamitätsflächen, übrig gelassen.

(Lothar Waehler, AfD, lacht)

Der Borkenkäfer hat dann den Rest erledigt.

Nur dort, wo im Forst ohnehin nur noch Baumgerippe stehen, kann Windkraft überhaupt eine Option sein, aber nur als nachgeordnete Lösung und unter strengsten ökologischen Kriterien.

(Beifall bei den GRÜNEN)

Durch die Energiewende eröffnet sich die Chance für mehr naturnahe Wälder. Durch Eins-zu-eins-Ausgleichsmaßnahmen bringen Windräder uns dem Ziel eines naturnahen Mischwaldes näher als der strikte Erhalt konventioneller Fichtenplantagen.

(Zuruf von Kathrin Tarricone, FDP)

Naturschutz und Energiewende ziehen daher an einem gemeinsamen Strang: Beide sichern unsere Lebensgrundlage.

Dieser Zusammenhang ist der AfD aber zu komplex. Sie arbeitet lieber mit pauschalen Verboten und einfachen Parolen. Sie gerieren sich hier als Naturschützer, wo doch Ihre Politik Natur zerstört. Ihre Anti-Energiewende-Kampagne ignoriert die Ursachen des Waldsterbens: die verheerende Dürre, die Hitze und die Stürme.

(Christian Hecht, AfD, lacht)

Sie sind Heuchler, keine Naturschützer.

(Beifall bei den GRÜNEN)

Wer unsere Wälder wirklich schützen will, der muss Klimaschutz ernst nehmen.

(Christian Hecht, AfD: Gehen Sie mal lieber zum Training mit Ihrer Jacke!)

Um den Wald in Zukunft zu erhalten, müssen wir einiges ändern. Wir GRÜNEN setzen uns deshalb für den konsequenten Schutz wertvoller Naturflächen mit klaren Grenzen für Windkraft im Wald ein.

(Oliver Kirchner, AfD, lacht - Daniel Rausch, AfD: O nein! Leute! - Weitere Zurufe von der AfD)

Das ist verantwortungsvoll, das ist ehrlich, das schützt unsere Wälder. - Herzlichen Dank.