Der Landtag von Sachsen-Anhalt trauert um seinen ersten Präsidenten Dr. Klaus Keitel, der am 4. Januar 2026 in Halle an der Saale verstorben ist. Mit ihm verliert das Land eine prägende Persönlichkeit der demokratischen Neuordnung nach 1990.
© ltlsa/Werner Klapper© ltlsa/Werner KlapperAnmerkung:Der erste Landtagspräsident von Sachsen-Anhalt, Dr. Klaus Keitel.
© ltlsa/Werner Klapper© ltlsa/Werner KlapperAnmerkung:Dr. Klaus Keitel 1994 beim Leiten einer Landtagssitzung im Landtag von Sachsen-Anhalt.
© ltlsa/Werner Klapper© ltlsa/Werner KlapperAnmerkung:Dr. Klaus Keitel war von 1990 bis 1998 Landtagspräsident sowie Mitglied von der 1., 2. und 3. Wahlperiode.
© ltlsa/Werner Klapper© ltlsa/Werner KlapperAnmerkung:Dr. Keitel bei der feierlichen Ausfertigung der Landesverfassung im Jahr 1992.
© ltlsa/Mega-Foto Magdeburg© ltlsa/Mega-Foto MagdeburgAnmerkung:Vereidigung der Landesverfassungsrichter im Plenarsaal am 11. November 1993 durch Dr. Klaus Keitel.
© ltlsa/Mega-Foto Magdeburg© ltlsa/Mega-Foto MagdeburgAnmerkung:Dr. Keitel eröffnet die Ausstellung des Kinderheims St. Josef aus Halberstadt im Januar 1994 im Ausstellungsraum des Landtags.
© ltlsa/Werner Klapper© ltlsa/Werner KlapperAnmerkung:Der frühere Landtagspräsident Dr. Klaus Keitel.
© ltlsa/Mega-Foto Magdeburg© ltlsa/Mega-Foto MagdeburgAnmerkung:Begrüßung des neuen Leiters der amerikanischen Botschaft in Berlin, Joda Covey, am 30. September 1994 im Amtszimmer des Landtagspräsidenten.
Dr. Klaus Keitel gehörte dem Landtag von Sachsen-Anhalt von der 1. bis zur 3. Wahlperiode an. Bei den Landtagswahlen 1990 und 1994 errang er für die CDU jeweils ein Direktmandat in seiner Heimatstadt Halle (Saale). Am 28. Oktober 1990 wurde er in der konstituierenden Sitzung des ersten frei gewählten Landtags in der Dessauer Philipp-Becker-Kaserne zum Landtagspräsidenten gewählt. Auch der zweite Landtag bestätigte ihn 1994 – nunmehr aus der parlamentarischen Opposition heraus – mit großer Mehrheit im Amt.
Geboren am 5. Februar 1939 in Naumburg, absolvierte Klaus Keitel die Oberschule August Hermann Francke in Halle (Saale). Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften schloss er als Diplom-Wirtschaftswissenschaftler ab und wurde an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Dr. rer. oec. promoviert. Bis 1990 war er zunächst in der Deutschen Notenbank Halle tätig und anschließend in der Zucker- und Stärkeindustrie beschäftigt. Im Mai 1990 wurde er durch die DDR-Regierung unter Lothar de Maizière zum Regierungsbevollmächtigten ernannt und trug bis zur Wiedererrichtung des Landes Sachsen-Anhalt Verantwortung für die Verwaltung im Bezirk Halle. Vor allem wirkte er als stellvertretender Landesbevollmächtigter für Sachsen-Anhalt.
Landtagspräsident erinnert an Landtagspräsidenten
Landtagspräsident Dr. Schellenberger: „Mit Dr. Klaus Keitel verliert der Landtag von Sachsen-Anhalt seinen ersten Präsidenten, der sich um die demokratische und insbesondere um die parlamentarische Kultur des Landes überaus verdient gemacht hat. Er übte das Präsidentenamt in den ersten beiden Wahlperioden (1990–1998) mit souveräner Entschlossenheit prinzipienfest und selbstbewusst aus und war über die Fraktionsgrenzen hinweg respektiert und sehr anerkannt. Er prägte das Präsidentenamt und setzte auch insoweit Maßstäbe. Besonders verdient gemacht hat er sich um die Gewährleistung der Rechte des Landtags und seiner Mitglieder in der 1992 beschlossenen Landesverfassung, um die Herstellung professioneller Arbeitsbedingungen am Sitz des Landtags sowie um den Aufbau einer leistungsfähigen Parlamentsverwaltung. Die Aussöhnung mit Israel und die Bewahrung des jüdischen Lebens in Sachsen-Anhalt waren ihm besondere persönliche Anliegen. Sehr engagiert war er zudem für Menschen mit Behinderungen. Der Landtag von Sachsen-Anhalt gedenkt Dr. Klaus Keitels in Dankbarkeit, Respekt und Anerkennung ob seiner Verdienste um das Land Sachsen-Anhalt.“
Für seine herausragenden Verdienste wurde Dr. Klaus Keitel im Jahr 2007 als erster Träger mit dem Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Der damalige Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer hielt am 31. Januar 2007 die Laudatio zur Übergabe des ersten Verdienstordens Sachsen-Anhalts an Dr. Klaus Keitel: „Mit diesem Orden, mit dieser Auszeichnung sollen seine großen Verdienste beim Aufbau demokratischer Strukturen in Sachsen-Anhalt und sein ehrenamtliches Engagement im Bereich des Behinderten- und Rehabilitationssports in unserem Bundesland, für krebskranke Kinder und mehrfach behinderte Kinder in Halle und seine Arbeit in der Stiftung Rechtsstaat Sachsen-Anhalt gewürdigt werden.“ Darüber hinaus war er Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Der Landtag von Sachsen-Anhalt wird Dr. Klaus Keitel ein ehrendes Andenken bewahren. Sein Wirken für die demokratische Entwicklung des Landes, seine Verdienste um das Parlament und sein persönliches Engagement bleiben unvergessen.

