Baukunst und Architektur in Sachsen-Anhalt brauchen sich wirklich nicht zu verstecken. Denn zwischen Arendsee und Zeitz gibt es viele spannende, interessante und preisgekrönte Gebäude zu entdecken. In den vergangenen Jahren haben Architekten und Stadtplaner immer wieder außergewöhnliche Bauwerke geschaffen. Ein Fokus liegt dabei hierzulande auf dem Umbau und der Umnutzung bereits bestehender Gebäude – Umbau und Sanierung statt Neubau. Wie erfolgreich das funktionieren kann, zeigen die Preisträgerinnen und Preisträger des jüngsten Architekturpreises in Sachsen-Anhalt.
In der Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Digitales des Landtags von Sachsen-Anhalt am 17. April 2026 haben sie ihre ausgezeichneten Projekte in öffentlicher Sitzung vorgestellt und erläutert. Der Ausschuss und die Architektenkammer haben schon zum zweiten Mal gemeinsam zu dieser besonderen Veranstaltung eingeladen. Ziel ist es, den Abgeordneten und der interessierten Öffentlichkeit einen vertieften Einblick in die ausgezeichneten architektonischen Leistungen zu geben.
Landtagspräsident Dr. Gunnar Schellenberger erklärte in seinem Grußwort: „Bau- und Kulturdenkmäler haben eine ganz wichtige Aufgabe. Denn Architektur verleiht unserem Land und unseren Städten ein Gesicht.“ Wichtiger denn je sei es, nachhaltig zu bauen und alte und neue Elemente miteinander zu verbinden, so Präsident Schellenberger.
Der Präsident der Architektenkammer Sachsen-Anhalt, Prof. Axel Teichert, lobte den Mitauslober des Preises das Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt. „Ihrer kontinuierlichen ideellen und materiellen Förderung ist es zu verdanken, dass der Architekturpreis schon auf eine über 30-jährige Tradition zurückblicken kann.“
Zwar lasse der Name des Ministeriums mit dem etwas spröden Begriff „Infrastruktur“ dies nicht unbedingt vermuten, es verberge sich dahinter aber „eine sehr erfolgreiche Stadtumbaupolitik und die wirkungsvolle wie nachhaltige ‚Initiative Architektur und Baukultur‘ des Landes Sachsen-Anhalt“. Teichert zeigte sich überzeugt: „Unser Land braucht eine Fortführung dieser Strategien für die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden, und auch für den Erhalt und die Weiterentwicklung unserer Baukultur.“
Schlachthof wird zum Theater
Den „Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2025“ hat die Sanierung und Umnutzung des Alten Schlachthofs in Naumburg (Saale) zum Theater Naumburg erhalten. Der historische Schlachthof aus dem Jahr 1891 wurde nach über 100 Jahren unterschiedlichster Nutzung zu einem Theater umgebaut und 2025 fertiggestellt. „Damit fand das kleinste Stadttheater Deutschlands eine neue, zukunftsfähige Heimat“, erklärt die Architektenkammer Sachsen-Anhalt.
Je eine Auszeichnung erhielten außerdem die umgebaute und sanierte Hyparschale in Magdeburg, der Neubau des Museum Lützen 1632 in Lützen, das Fachwerkhaus in der Reichenstraße15 in der Welterbestadt Quedlinburg, der Spielplatz Ackerstraße und Nachbarschaftspark Gartenstraße in Dessau-Roßlau sowie der Umbau und die Sanierung einer ehemaligen Scheune zu einem Wohnhaus in Ummendorf.
Der Publikumspreis 2025 ging an das Konzerthaus Liebfrauen in Wernigerode. Das leerstehende Barockgebäude sei durch sensible Sanierung und einen nachhaltigen Umbau erfolgreich in ein Konzerthaus überführt worden, so die Architektenkammer.
Was ist der Architekturpreis?
Der Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt wird im dreijährigen Turnus verliehen und würdigt herausragende Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung im Land. Diese zeichnen sich durch besondere gestalterische Qualität, Innovation und nachhaltige Beiträge zur Entwicklung des Landes aus und denken bauliche Lösungen zu den aktuellen Herausforderungen wie Klimaschutz, Energiewende und demografischer Wandel mit.

