Landtagspräsident Dr. Gunnar Schellenberger hat am Rande der Landtagssitzung am Dienstag, 23. Juni 2026, die Regionalbischöfin im Bischofssprengel Erfurt, Dr. Friederike F. Spengler, empfangen. Sie überreichte ihm eine Grundsatzschrift zum Verhältnis von Christentum und Demokratie.
Unter dem Titel „Gut begründet – Ein Wort der lutherischen Kirchen zur Demokratie“ hat die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche in Deutschland (VELKD) im April einen Grundsatztext zum Thema Demokratie veröffentlicht. Damit will sie einen theologischen und gesellschaftspolitischen Beitrag zur Debatte über den Wert und die Sicherung von Freiheit, Recht und demokratischer Ordnung leisten. Ziel sei es, in Zeiten wachsenden gesellschaftlichen Drucks durch Extremismus, Populismus und schwindenden Vertrauens in Institutionen einen theologischen Beitrag zur Verteidigung der demokratischen Grundordnung zu leisten.
Aus evangelischer Perspektive sei Demokratie weder heilig noch unantastbar, heißt es von der VELKD. „Aber sie ist diejenige politische Ordnung, die der christlichen Sicht vom Menschen in besonderer Weise entspricht: Jeder Mensch besitzt unverlierbare Würde, ist zur Freiheit berufen und trägt Verantwortung für andere.“ Wo Macht begrenzt, Recht geschützt und Konflikte friedlich ausgehandelt würden, zeige sich eine politische Kultur, die diesen Grundüberzeugungen nahekomme.
Anmerkung :„Demokratie, wie wir sie kennen, ist nicht selbstverständlich, nicht perfekt und nicht bequem. Aber sie ist die einzige Staatsform, die Freiheit, Gleichheit und die Mitwirkung aller Bürgerinnen und Bürger zuverlässig sichern kann.“
Demokratieschrift VELKD, S. 16/17
Entstanden ist der Grundsatztext 2026 in einer Arbeitsgruppe der Bischofskonferenz und Kirchenleitung der VELKD unter Beteiligung des Theologischen Ausschusses der VELKD.

