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Plenarsitzung

Gedenken am Mahnmal „MAGDA“

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Dieses historische Datum dient heute dem jährlichen Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus. Auch 2026 wurde der Gedenktag in Sachsen-Anhalt von Landtag, Landesregierung und der Stadt Magdeburg mit einer Kranzniederlegung begangen. Traditioneller Ort des Gedenkens war auch in diesem Jahr das Mahnmal „MAGDA“ in Magdeburg. Das 2001 enthüllte Mahnmal befindet sich am Ort des ehemaligen KZ-Außenlagers „MAGDA“ in Rothensee. Dorthin wurden ab Juni 1944 2172 Insassen des Konzentrationslagers Buchenwald überführt und zur Schwerstarbeit für die Braunkohle-Benzin AG (BRABAG) gezwungen.

Borris erinnert an Geschichte des Ortes

Der heutige Gedenktag, so Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris, zwinge uns „in den tiefsten Schatten der Geschichte zu blicken und das Leid von Millionen Menschen niemals zu vergessen“. Borris erinnerte an die Geschichte des Ortes. „Hier ins KZ in Rothensee kamen über 2000 Menschen, fast ausschließlich ungarische Juden.“ Unter den Inhaftierten seien Jugendliche, aber auch Männer bis ins hohe Alter gewesen. „Handwerker, Kaufleute, Musiker, Ärzte, Schüler und Studenten. Menschen, die ein Leben hatten. Träume, Familien, Fähigkeiten. Sie hätten körperliche Schwerstarbeit unter Extrembedingungen verüben müssen, bis Körper und Geist zusammengebrochen seien. Mindestens 550 von ihnen starben hier in Magdeburg. Borris mahnte mit Verweis auf die Worte Richard von Weizsäckers: „Wir dürfen uns nicht einbilden, wir seien als Menschen besser geworden. Wir bleiben als Menschen gefährdet.“

Landtagspräsident: Gedenken bedeutet Verantwortung

„Gedenken bedeutet mehr als Erinnern“, betonte Landtagspräsident Dr. Gunnar Schellenberger in seiner Rede. „Es bedeutet Verantwortung. Verantwortung dafür, dass wir Ausgrenzung, Antisemitismus, Rassismus und jeder Form von Menschenfeindlichkeit entschieden entgegentreten. Verantwortung dafür, Demokratie, Freiheit und Menschenwürde zu schützen.“ Weil immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen am Leben seien, komme solchen Gedenktagen eine besondere Bedeutung zu. „Mit der heutigen Kranzniederlegung erweisen wir den Opfern unseren Respekt“, so Schellenberger. „Wir wahren ihr Andenken und bekräftigen unser Versprechen: Wir vergessen nicht. Wir stehen ein für Menschlichkeit, für Respekt und für eine friedliche, demokratische Zukunft.“

Im Anschluss sprachen Vertreterinnen und Vertreter der liberalen Jüdischen Gemeinde Magdeburg, der Synagogen-Gemeinde Magdeburg sowie der evangelischen und katholischen Kirche Worte des Gedenkens und Gebete.