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Plenarsitzung

Transkript

Jens Kolze (CDU):

Sehr geehrter Präsident! Meine Damen und Herren! Auf den ersten Blick könnte man beim Lesen der Überschrift Ihres Antrags, verehrte Kolleginnen und Kollegen von der Fraktion DIE LINKE, auf die Idee kommen, hier habe jemand etwas zum richtigen Zeitpunkt angemerkt, nämlich zu einem Zeitpunkt, zu dem das Miteinander und die Geschlossenheit im Handeln in Deutschland nicht hoch genug angesiedelt werden können.

Bei genauerem Lesen des gesamten Antrags wird dem geschulten Auge jedoch schnell bewusst, dass es sich bei dem vorliegenden Text lediglich um ein inhaltlich fades Remake aus zurückliegenden Jahren der links-sozialistischen Filmszene handelt - frei nach dem Motto: Was interessiert uns die Praxis, wenn wir die Theorie noch nicht einmal verstanden haben.

(Zustimmung - Heiterkeit - Zuruf: Jawohl!)

Sie nehmen Bezug auf den Bericht der Expertenkommission zur Bestimmung des längerfristigen Lehrkräftebedarfs in Sachsen-Anhalt, der diesem Hause ebenfalls vorliegt und den ich deshalb an dieser Stelle nicht inhaltlich rekapitulieren muss. Sie konstruieren aus dem tatsächlichen Lehrermangel in bestimmten Schulformen und in bestimmten Schulfächern eine Gefahr für die angeblich erstrebenswerte, undifferenzierte Gleichbehandlung der verschiedenen Schulformen, um so durch die Hintertür Ihre trojanischen Pferde, nämlich die Einheitsschule und den Einheitslehrer, zum wiederholten Male der Öffentlichkeit präsentieren zu könne. Welch eine Trickserei!

(Zustimmung)

Ihrer Forderung nach weiteren Studienplätzen im Rahmen der Lehramtsausbildung könnte man sich noch anschließen, wenn diese Forderung nicht ebenfalls ohne einen Bezug zur Realität erhoben würde; als ob es allein an der nicht zufriedenstellenden Nachfrage für das Lehramt läge. Die Realität ist aber: Wir könnten noch so viele Studienplätze ausweisen, wir würden sie nicht alle besetzen und finanzieren können.

Dann folgen Versatzstücke und Gedanken aus früheren Wahlkampfprogrammen Ihrer Partei, deren Kommentierung ich mir hier erspare. Denn auch in Ihrem letzten Punkt stellen Sie einen falschen Bezug zur Wirklichkeit her. Schon jetzt können Gymnasiallehrkräfte an Sekundar- und Gemeinschaftsschulen abgeordnet werden. Sie erfinden nicht einmal das Rad neu.

Ich möchte, ehrlich gesagt, gar nicht weiter über den Inhalt Ihres Antrags streiten. Es lohnt nicht. Wir haben uns als Koalition dennoch darauf verständigt, Ihren Antrag in die Ausschüsse für Bildung und Kultur sowie für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung zu überweisen. Die CDU-Fraktion hätte ihn gern direkt abgelehnt.

(Zustimmung - Zurufe)

Dass in der letzten Sitzung des Ausschusses tatsächlich eine wertvolle, inhaltlich differenzierte Diskussion zustande kommen wird, möchte ich angesichts des Endes der Wahlperiode bezweifeln. Das wussten Sie vorher. Umso mehr ist dieser Antrag von Beginn an zweifelhafter Natur. - Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

(Zustimmung)