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Plenarsitzung

Transkript

Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Vielen Dank, Herr Vizepräsident. - Meine Damen und Herren! Es scheint mir so, dass die Debatte gerade eher ein Schlagabtausch der Protagonisten der einzelnen Fraktionen ist, aber zur Lösung des Problems wenig beiträgt. So weit, so gut.

Das Thema Lehrkräftemangel beschäftigt uns schon die ganze Legislaturperiode hindurch. Es ist nicht so, dass man nichts versucht hätte, um dem entgegenzuwirken. Frau Prof. Dr. Kolb-Janssen hat einige Dinge erwähnt. Dazu gehört natürlich auch die Erhöhung der Zahl der Studienplätze für das Lehramt an den beiden Universitäten hier im Land, inklusive der Option auf weitere 200 Plätze. Herr Minister Tullner hat es erwähnt.

Viele Schulen im Land sind dennoch nach wie vor akut vom Lehrkräftemangel betroffen. Deshalb wird und soll uns das Thema auch weiterhin in der parlamentarischen Arbeit begleiten. Der Wettbewerb um gute Ideen aus der Fachwelt und der Politik ist heute wie auch in den nächsten Jahren dringend notwendig.

Im Grunde teilen wir die Einschätzung und die Sorge der Fraktion DIE LINKE und von Ihnen, Herr Lippmann, die Sie in Ihrem Antrag formuliert haben. Der Expertenbericht zeigt uns deutlich, dass auch in den kommenden Jahren noch eine hohe Diskrepanz zwischen der Zahl der zur Verfügung stehenden und der Zahl der eigentlich benötigten Lehrkräfte bestehen wird.

Dass Sie sich, wie in Ihrem Antrag formuliert, ausschließlich auf die Erhöhung der Zahl der Studienplätze fokussieren, hat mich ein wenig überrascht; denn Sie haben hier in den vergangenen viereinhalb Jahren viele, viele Anträge eingebracht, in denen noch viele andere mögliche Stellschrauben benannt worden sind.

Meine Fraktion und ich sehen eine große Chance darin, die Attraktivität der Laufbahn im Allgemeinen zu fördern und zu erhöhen. Wir haben uns hier im Parlament oft über den notwendigen Schritt der Anhebung der Besoldung bzw. der Gehälter unterhalten, zum Beispiel bei den Grundschullehrkräften. Das wäre, glaube ich, dringend notwendig. Wenn man die Attraktivität stärken und die Konkurrenz der einzelnen Formen untereinander aufheben will, dann braucht man auch eine Angleichung bei der Besoldung bzw. beim Gehalt der Sekundarlehrkräfte und der Lehrkräfte an den Gymnasien. Das ist, glaube ich, ein Punkt, an den man auch denken muss. Das ist ein Aspekt, der heute noch gar nicht zur Sprache kam.

Es wird in den nächsten Jahren also noch eine große Herausforderung vor uns liegen. Wir haben hier im Plenum schon andere bekannte Vorschläge dazu gemacht, wie man den Lehrkräftemangel beheben kann. Beispiele sind das Seniorlehrkräfteprogramm, mit dem man ältere Lehrkräfte auf Wunsch länger an den Schulen hält, aber auch die bedarfsgerechte Erweiterung der Lehrkräfteausbildung an den beiden Universitäten.

Ich könnte noch viele weitere Punkte nennen. Meines Erachtens werden und müssen wir den Diskussionsprozess hier am Laufen halten, wie ich es zu Beginn erläutert habe. Es wird hier nicht enden.

Ich empfehle, den Antrag in den Ausschuss zu überweisen, in dem wir dann sicherlich nicht nur in dieser, sondern auch in der folgenden Legislaturperiode weiter darüber diskutieren werden. - Vielen Dank.

(Zustimmung)


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Herr Aldag, Frau Hohmann hat sich zu Wort gemeldet. - Frau Hohmann, Sie haben das Wort.


Monika Hohmann (DIE LINKE):

Schönen Dank. - Herr Aldag, Sie haben ein Stichwort genannt, das ich natürlich sofort aufgreife. Sie wissen, dass dem Bildungsausschuss noch ein Gesetzentwurf der Fraktion DIE LINKE vorliegt, in dem es um die Besoldung geht. Es geht also um genau das, was Sie gerade gesagt haben, zum Beispiel um die Besoldung für Grundschulkräfte, um eine Einordnung in die Besoldungsgruppe A 13 statt in die Besoldungsgruppe A 11.

Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie dem in der nächsten Ausschusssitzung bei der Beratung des Gesetzentwurfes bzw. bei der Erarbeitung einer Beschlussempfehlung zustimmen werden?


Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Vielen Dank für Ihre Frage, Frau Hohmann. Das kann ich Ihnen so nicht zusagen; denn Sie wissen: Wir sind in einer Koalition, in der es auch unterschiedliche Meinungen gibt, die wir zueinander bringen wollen. Ich glaube, bei diesem Punkt liegen wir ein bisschen auseinander. Sie haben die Grundschullehrkräfte angesprochen. Wir haben einen Vorschlag für einen sogenannten Stufenplan gemacht - den kennen Sie auch  , wie man das nach und nach angleicht. Dafür finden wir in der Koalition leider keine Mehrheit. Deswegen kann ich Ihnen leider keine Hoffnung machen, dass wir dazu in der nächsten Ausschusssitzung auf einen Nenner kommen.

(Zustimmung)