Cookies helfen uns bei der Weiterentwicklung und Bereitstellung der Webseite. Durch die Bestätigung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden.

Plenarsitzung

Transkript

Thomas Keindorf (CDU):

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der vorliegende Antrag der Fraktion DIE LINKE hat sich eigentlich erledigt; denn darin wird bis auf den Punkt 5 ausnahmslos wiederholt, was Gegenstand der Beschlüsse ist, die wir in den zurückliegenden Jahren hier gemeinsam gefasst haben. Allerdings lässt sich anhand der aktuellen Zahlen aus dem Berufsbildungsbericht und der Herausforderungen der Coronapandemie für die duale Ausbildung zusätzlicher Handlungsbedarf erkennen. Deswegen auch unser Alternativantrag, den ich übrigens gar nicht für so unkonkret halte, weil er sich doch auf einen sehr konkreten Antrag aus der sechsten Wahlperiode bezieht.

Nach den Daten des aktuellen Berufsbildungsberichts ist mit rund 17 500 Schulabgängern die Zahl in Sachsen-Anhalt im Schuljahr 2018/19 auf einem konstanten Niveau geblieben. Diese Entwicklung hat jedoch nicht zu einer gleichsam stabilen Zahl von Bewerbern um eine Ausbildungsstelle beigetragen. Im Gegenteil: Diese lag mit knapp 11 000 Personen deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Das ist ein Minus von 5 %. Die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber auf eine betriebliche Ausbildungsstelle ging innerhalb der letzten zehn Jahre sogar um 43 % zurück.

Wie aus der Pak-Statistik (?) der vier Wirtschaftskammern für das Ausbildungsjahr 2019/20 hervorgeht, wurden im Jahr 2020 in allen dualen Ausbildungsbereichen in Sachsen-Anhalt rund 9 900 Ausbildungsverträge neu geschlossen. Dies ist ein weiterer Rückgang um 6,8 % oder rund 720 Ausbildungsplätze, die nicht durch einen Azubi besetzt werden konnten.

Dieser Rückgang beruht vor allem darauf, dass nicht alle Jugendlichen im letzten Jahr mit Berufsorientierungsmaßnahmen erreicht oder versorgt werden konnten. Deshalb ist es aus der Sicht der CDU-Fraktion gerade jetzt notwendig, die Maßnahmen zur Berufsorientierung trotz Einschränkung durch die Coronapandemie durchzuführen. Das schließt den Ausbau digitaler Angebote an Schulen mit ein. Die Entscheidung, Schülerpraktika während der Coronapandemie durchzuführen, obliegt in Abstimmung mit dem Wirtschaftsministerium den Betrieben. Wir brauchen dafür nur eine rechtssichere Grundlage.

Die Sicherstellung der Ausbildung und der Abschlüsse der Absolventen der Abschlussjahrgänge 2021 und 2022 an berufsbildenden Schulen ist zu gewährleisten. Aber hier nehme ich aus dem Bildungsministerium entsprechend positive Signale wahr.

Meine sehr verehrten Damen und Herren! Eigentlich ist es doch gar nicht so wichtig, ob jemand eine akademische Ausbildung, eine Ausbildung zum Landwirt oder im Handwerk macht oder vielleicht seine berufliche Perspektive bei den freien Berufen sucht. Wichtig ist doch, dass jeder den Beruf findet, der seinen Vorstellungen, seinen persönlichen Fähigkeiten und Neigungen entspricht,

(Zustimmung)

damit es möglichst keine Brüche in den Bildungsbiografien junger Menschen gibt.

Deshalb liegt Ihnen der Alternativantrag der Koalition vor, der es der Landesregierung ermöglicht, die flächendeckende Berufsorientierung an allen Schulformen und damit die duale Ausbildung im Interesse der Schüler und Ausbildungsbetriebe auch in Coronazeiten zu stärken.

Ich bitte um Zustimmung zu unserem Alternativantrag. - Herzlichen Dank.

(Zustimmung)