Cookies helfen uns bei der Weiterentwicklung und Bereitstellung der Webseite. Durch die Bestätigung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden.

Plenarsitzung

Transkript

Thomas Lippmann (DIE LINKE):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die wiederholten Kürzungen in den Stundenzuweisungen an den Sekundar- und den Gemeinschaftsschulen zählen zu den übelsten Eingriffen in unser Schulsystem in dieser Wahlperiode.

(Zustimmung)

Um das festzustellen, brauchen wir die vorgeschlagene Evaluierung nicht. Dafür reichen die Statistiken. Diese Kürzungen müssen nicht evaluiert werden, sie müssen umgehend revidiert werden.

(Zustimmung)

Minister Tullner ist ohne Plan, wie man der zusammenbrechenden Unterrichtsversorgung begegnen kann. Er sagt nicht nur, dass er die benötigten Lehrkräfte nicht zur Verfügung hat. Vielmehr sagt er den Schulen auch, dass sie sie gar nicht brauchen. Die Botschaft ist deutlich: Fleisch an den Knochen war früher, jetzt gibt es nur noch dünne Suppe, gewöhnt euch daran.

Die CDU und ihr Minister haben diese Schulen aufgegeben. In den vergangenen fünf Jahren wurde das Unterrichtsangebot im Umfang von einem ganzen Schuljahr gekürzt. Fast ein Drittel der Schulen kann die Mindestvorgaben der Kultusministerkonferenz für den mittleren Schulabschluss nicht mehr erfüllen. Es gibt Schulen, an denen alle Schüler jeden Tag nach der fünften Schulstunde planmäßig nach Hause gehen. Solche Zustände waren bisher undenkbar.

Unter dieser Dürre in den Stundentafeln leiden die Kernfächer nicht viel weniger als die naturwissenschaftlichen Fächer. Fächer wie Kunst und Musik, aber auch die zweite Fremdsprache werden ganz auf der Strecke bleiben. Die fehlenden Zeugnisnoten, über die der Minister keine Informationen herausrücken wollte, sprechen dabei eine deutliche Sprache.

Industrie und Handwerk werden in der Zukunft noch sehr viel Geld in die Hand nehmen müssen, um nachzuholen, was die Schulen einfach nicht mehr leisten können. Denn besser wird es auf absehbare Zeit nicht werden. An unseren Universitäten wird weiterhin nicht einmal die Hälfte des Nachwuchses ausgebildet, der in den nächsten zehn bis 15 Jahren benötigt wird. Das Erbe von Kenia sind ausblutende Schulen und ganze Schülergenerationen, die um ihre Zukunft betrogen werden.

(Zustimmung)

Die Kenianer schauen diesem Ausverkauf der Bildung zu und evaluieren. - Ich hoffe, dass Sie dazu nicht mehr kommen werden, liebe Kolleginnen und Kollegen. Ihre Placeboempfehlung werden wir ablehnen. - Vielen Dank.

(Beifall)