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Plenarsitzung

Transkript

Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Meine Damen und Herren! Schwimmen zu können, kann überlebensnotwendig sein. Die Zahlen, die die DLRG zur Schwimmfähigkeit unserer Kinder vorgelegt hat, sind daher äußerst besorgniserregend. Etwa 60 % der Zehnjährigen in Deutschland können nicht sicher schwimmen. Die Zahlen in Sachsen-Anhalt sind nicht ganz so schlimm, aber ähnlich. Das ist so nicht hinnehmbar, nicht für mich und nicht für uns alle, darin sind wir uns, denke ich, einig. Wir müssen uns also fragen, wie die Kinder in Sachsen-Anhalt zu den notwendigen Schwimmfähigkeiten kommen.

Die AfD macht es sich herzlich einfach und fordert pauschal mehr Schwimmunterricht, ohne die strukturellen Herausforderungen dahinter zu sehen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen! Um sicherzustellen, dass die Kinder im Land schwimmen können, ist es notwendig, vielfältige Faktoren zu bedenken. Es muss genügend geschultes Lehrpersonal zur Verfügung stehen, unter Umständen auch externe Schwimmlehrerinnen und Schwimmlehrer. Die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und den Schwimmbädern muss funktionieren. Wir müssen dringend weiter daran arbeiten, dass die vorhandene Bäderinfrastruktur erhalten und gegebenenfalls saniert wird. Die Eltern müssen dafür sensibilisiert werden, wie wichtig, möglicherweise überlebenswichtig, es ist, dass ihre Kinder schwimmen können.

Deshalb sollte es doch unser Ziel sein, erst einmal diese strukturellen Aspekte anzugehen. Meines Erachtens greift unser Alternativantrag viele wichtige Punkte auf, die angegangen werden müssen.

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass das Bildungsministerium in der Maisitzung des Bildungsausschusses einige Maßnahmen zu dieser Problematik angekündigt hat, darunter Schulen mit besonderem Bedarf gezielt zu unterstützen, um das Schulschwimmen bei der Vergabe von Hallenzeiten zu priorisieren. Deshalb fordere ich Minister Herrn Tullner dazu auf, dieses Versprechen einzulösen.

Mit all diesen Maßnahmen hoffe ich, dass wir zusammen mit den Eltern, den Schulen und den Schulträgern sowie mit den Wassersport treibenden Verbänden dazu beitragen können, dass unsere Kinder definitiv die Möglichkeit haben, Schwimmen zu lernen. Denn im Grunde geht es nicht nur um die Sicherheit der Kinder, sondern auch um deren Teilhabe am sozialen Leben. Kein Kind sollte sich aus unserer Gesellschaft ausgeschlossen fühlen, wenn sich seine Freundinnen und Freunde am Sonntagnachmittag im Freibad treffen und im Wasser herumtollen. Politik und Schulen sind in der Verantwortung, diese Möglichkeit der sozialen Teilhabe herzustellen und umzusetzen. Aus diesen Gründen werbe ich um Zustimmung zu dem Alternativantrag der Koalitionsfraktionen. - Vielen Dank.

(Zustimmung)