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Plenarsitzung

Transkript

Carsten Borchert (CDU):

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Vielen Dank für das Lob eben. - In den Lehrplänen für das Fach Sport in den Schulformen unseres Landes wird sehr ausgewogen zwischen verpflichtenden und möglichen freiwilligen Bewegungsfeldern unterschieden. Das Bewegungsfeld Schwimmen spielt dabei eine ganz wichtige Rolle und ist in fast allen Schulformen verpflichtend, leider nicht in allen. Aber das wollen wir ändern.

Das Thema des Schwimmen-Könnens spielt in unserer Gesellschaft eine große Rolle, vor allem im Sommer. Das gibt dem Antragsteller, der AfD, das Recht und auch unsere Unterstützung, dieses Thema sehr intensiv zu behandeln; denn jeder Tote durch Ertrinken ist ein Toter zu viel.

(Zustimmung)

Das Land Sachsen-Anhalt nimmt, wie der Minister eben festgestellt hat, beim Erlernen des Schwimmens eine Vorreiterrolle in Deutschland ein. Wir sind in Bezug auf das Schwimmenlernen unter den besten drei Bundesländern, was uns trotzdem nicht zufriedenstellen kann; denn wir haben noch immer einen Nichtschwimmeranteil von 25 % zu verzeichnen, was verschiedene Ursachen hat.

Aber es ist definitiv so, dass wir uns in Sachsen-Anhalt Schulschwimmkoordinatoren leisten, die effektiv und intensiv daran arbeiten, in den Landkreisen den Schwimmunterricht weiterzuentwickeln, wie es auch gefordert wird, und entsprechend voranzubringen.

In diesem Zusammenhang hat sich die CDU in Abstimmung mit den Koalitionspartnern die Mühe gemacht, mit den Schwimmexperten unseres Bundeslandes einen fundierten Alternativantrag aufzustellen, der in der Praxis nicht nur umsetzbar ist, sondern ohne Populismus auch dafür sorgt, dass der prozentuale Anteil der Nichtschwimmer in unserem Bundesland oder auch in ganz Deutschland weiter gesenkt werden kann. Wir möchten, dass dieser Alternativantrag von Ihnen verabschiedet wird.

Ich möchte ganz kurz - viel Zeit habe ich leider nicht - aus diesem Alternativantrag zitieren. Darin geht es beispielsweise darum, „[…] konzeptionelle Ansätze zu erarbeiten, wie man Eltern besser für die lebensnotwendige Schwimmfähigkeit ihrer Kinder […] sensibilisieren kann […]“. Wir dürfen nie vergessen, dass die Eltern die Hauptverantwortung für das Schwimmenlernen ihrer Kinder tragen. Aber die Begriffe Verantwortung und Verpflichtung werden in unserer Gesellschaft in der Praxis leider oft sehr unterschiedlich interpretiert und beruhen nicht auf demselben Inhalt.

Weiterhin soll die Landesregierung mit unserem Alternativantrag gebeten werden, „[…] bei den Trägern von Schwimmhallen und Schwimmbädern darauf hinzuwirken, dass die Bedingungen für die Durchführung des Schwimmunterrichts gewährleistet werden [...]“. Diesbezüglich haben wir Reserven, und zwar in der Form, dass wir darauf hinwirken müssen - dazu fordern wir unser Ministerium auf  , dass am Vormittag die Schwimmhallen und Schwimmstätten in erster Linie für den Schwimmunterricht, in zweiter Linie für den Rehasport und erst in dritter Linie für das Freizeitschwimmen genutzt werden. Denn in der Praxis ist es leider tatsächlich so, dass von sechs Bahnen in einer Schwimmhalle nur zwei von den Kindern genutzt werden dürfen, weil auf vier Bahnen die Senioren schwimmen, die sagen: Das haben wir schon immer am Vormittag gemacht. An dieser Stelle haben wir Reserven, deshalb bitten wir, darauf entsprechend zu reagieren.

Weiterhin zielt unser Alternativantrag darauf ab, „[…] zu prüfen, ob in den Klassen 5 und 6 verpflichtend allen Nichtschwimmer in regionalen Kursen die Möglichkeit gegeben werden kann, das Schwimmen zu erlernen […]“. Wir haben das in den letzten Tagen mit Experten besprochen. Das ist möglich, weil wir ein außergewöhnliches System haben, mit dem wir erfassen, wie viele Nichtschwimmer wir nach der 4. Klasse haben. Weil wir dieses System haben, können und werden wir Möglichkeiten finden, das in der 5. und 6. Klasse verbindlich einzuführen.

Ich habe nicht mehr viel Redezeit. Ich bekomme gleich ein Signal. Drei Minuten sind viel zu wenig.

Wir haben nicht in allen Schulformen einen verbindlichen Schwimmunterricht. An Sekundarschulen gibt es diesen nicht. Wir haben in unseren Antrag aufgenommen, dass das sofort nachgeholt wird, dass das verbindlich wird. Dann haben wir in allen weiterführenden Schulformen einen verbindlichen Schwimmunterricht. Das ist unser Ziel; das machen wir.

Meine Redezeit ist abgelaufen. Ich möchte aber dennoch auf Herrn Schmidt eingehen. - Herr Schmidt, es ist schön, dass Sie sich ein wenig vorbereitet haben.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Ich denke, das sollte jetzt der letzte Satz sein, lieber Kollege; denn Sie haben Ihre Redezeit schon weit überschritten.


Carsten Borchert (CDU):

Das Seepferdchen und die Schwimmstufe Bronze gibt es im Schulunterricht nicht mehr, weil die KMK mit dem Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung und interessanterweise der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung der Bundesrepublik


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Kollege Borchert!


Carsten Borchert (CDU):

- der Satz ist noch nicht zu Ende -

(Heiterkeit)

Basisstufen festgelegt hat,


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Ja, ja, ganz knapp.

(Unruhe)


Carsten Borchert (CDU):

die verbindlich für die Schulen gelten und ganz andere Bedingungen vorsehen,

(Zuruf)

zum Beispiel: hineinspringen, 100 m schwimmen und wieder herauskrabbeln - das ist Schwimmen. Und kein Seepferdchen mehr und auch nicht das andere.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Das waren zwei Sätze.

(Heiterkeit - Unruhe)


Carsten Borchert (CDU):

Punkt.

(Heiterkeit)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Punkt! Der Satz war schon vorher zu Ende.


Carsten Borchert (CDU):

Ich bitte um Zustimmung zu dem Alternativantrag und bedanke mich fürs Zuhören.

(Heiterkeit und Zustimmung)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Sie können Ihre Redezeit etwas verlängern, auch wenn das zum Abschluss nicht nur ein Satz war. Das war erstens ein Schachtelsatz und zweitens hatten Sie bereits einen Punkt gesetzt. Laut Rechtschreibregeln sind das mindestens zwei Sätze.

(Heiterkeit und Zustimmung)

Aber der Abg. Herr Schmidt wird Ihnen Ihre Redezeit etwas verlängern; denn er hat sich zu einer Frage gemeldet. - Bitte, Herr Schmidt.


Jan Wenzel Schmidt (AfD):

Sehr geehrter Herr Kollege, ich wollte nur richtigstellen, dass ich in meiner Rede an keiner Stelle erwähnt habe, dass es diese Abzeichen im Schulschwimmen zu erreichen gilt. Ich habe nur, damit man diese Vergleichbarkeit vor Augen hat, darauf abgezielt, dass das Seepferdchen eben nicht für das sichere Schwimmen steht. Ich glaube, darin werden Sie mir zustimmen.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Borchert.


Carsten Borchert (CDU):

Darin gebe ich Ihnen 100-prozentig recht. Darin sind wir einer Meinung. Das Seepferdchen bedeutet nicht: Ich kann schwimmen. Deshalb hat die KMK auch festgelegt, andere Basisstufen aufzulegen, die auch umgesetzt werden, Herr Minister. Wir gehen dabei den richtigen Weg. Darin sind wir einer Meinung.

(Zustimmung)