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Plenarsitzung

Transkript

Tobias Krull (CDU):

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Grundanliegen des Antragstellers ist nachvollziehbar. In Fachkreisen wird die Auskömmlichkeit der Diagnosis Related Groups - zu Deutsch: diagnosebezogene Fallgruppen, kurz DRG genannt - im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin schon seit Langem in Zweifel gezogen. Man könnte auch überspitzt formulieren: Man muss es sich als Krankenhaus schon leisten können, eine Kinder- und Jugendstation zu haben.

Es gehört aber auch zur Wahrheit dazu, dass dies auch auf andere Bereichen zutrifft, während andere Leistungen auskömmlich oder sogar darüber hinaus durch die Krankenkassen und damit uns als Beitragszahler finanziert werden.

Daher war es absolut richtig, dass unser Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff und mit ihm die ganze Landesregierung die Initiative aus Mecklenburg-Vorpommern zur Abschaffung bzw. Neufassung des DRG-Systems für diesen Versorgungsbereich unterstützt. Ich habe natürlich die Pressemitteilung des MP dazu wahrgenommen.

Dies kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Finanzierung der entsprechenden Angebote landesweit sicherzustellen. Grundsätzlich positiv zu bewerten ist, dass im Rahmen des Versorgungsverbesserungsgesetzes jede Fachabteilung der Kinder- und Jugendmedizin eine jährliche pauschale Förderung in Höhe von 400 000 € erhalten soll. Aber durch eine ausreichende Finanzierung werden natürlich nicht die anderen Probleme beseitigt. Dabei geht es insbesondere um die Gewinnung von ausreichend fachärztlichem und nichtärztlichem medizinischen Personal. Hierfür sind kreative Lösungen gefragt, zum Beispiel durch die Bildung klinikeigener MVZ, in denen die Ärztinnen und Ärzte neben ihrer Arbeit in der Klinik entsprechend tätig sein können.

Im Übrigen ist es für Ärztinnen und Ärzte auch durchaus relevant, welche Fallzahlen und Fallschweren sie in ihrer Klinik oder Praxis behandeln, wenn es darum geht, sich einen Arbeitsplatz auszusuchen. Sie haben natürlich die Möglichkeit, sich einen auszusuchen; denn es herrscht Fachkräftemangel.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Genauso wie in allen anderen Bereichen der Krankenhausversorgung gelten für die CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt in diesem Bereich die drei folgenden Kriterien: Erreichbarkeit, Bedarfsorientierung und Qualität. Es muss darum gehen, entsprechende Angebote, auch fachärztlicher Natur, bedarfsorientiert und in entsprechender Qualität vorzuhalten, und das in einer Entfernung, die für die Betroffenen annehmbar ist. Das gilt insbesondere für Notfälle.

Jeder von uns wird nachvollziehen können und kennt vermutlich aus eigenem Erleben, dass man für planbare Operationen auch gern einmal eine weitere Strecke in Kauf nimmt, wenn es darum geht, die bestmögliche Behandlung zu bekommen. Etwas anderes ist es, wenn man als Elternteil mit einem Kind mit hohem Fieber am späten Abend ganz schnell noch medizinische Hilfe sucht oder, wie ich es persönlich erlebt habe, kontrollieren lassen muss, ob der Sohn seine Nase gebrochen hat, als er mit seinem Spielgerät kollidiert ist.

Auch wenn der Gemeinsame Bundesausschuss die Pädiatrie nicht als Bestandteil einer Grundversorgung in einem Krankenhaus definiert, müssen solche fachärztlichen Bereiche gerade in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt mit in die Überlegungen einbezogen werden.

Als Koalitionsfraktionen haben wir einen Alternativantrag erarbeitet, der aus unserer Sicht das Anliegen des Ursprungsantrages aufgreift und weiterqualifiziert. Daher bitte ich um Zustimmung zu diesem Alternativantrag. - Ich danke für die Aufmerksamkeit.