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Plenarsitzung

Transkript

Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD):

Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Sechs konservative Jahrhunderte erlauben es zwei Generationen, liberal zu sein, ohne Unfug anzurichten. - Dieses Wort von Armin Mohler passt hervorragend

(Sebastian Striegel, GRÜNE: Oh!)

- ja, jetzt schreien Sie - auf unsere Zeit und insbesondere auf unser Bildungssystem.

(Sebastian Striegel, GRÜNE: Aber Sie wissen schon, wofür der stand!)

Die zwei Generationen seit dem Jahr 1968 sind vorbei. Die Substanz, die in den Jahrhunderten davor aufgebaut wurde, ist aufgezehrt. Jetzt kommt nur noch Unfug. Und davon legen nicht zuletzt die Debattenbeiträge hier Zeugnis ab.

(Beifall bei der AfD)

Diese rein formale Argumentation, wir seien ja rückwärtsgewandt, beeindruckt mich überhaupt nicht. Denn wir sehen auf dem Gebiet der Pädagogik - so ist es mein Eindruck - in den letzten Jahrzehnten keinen Fortschritt, sondern einen Rückschritt. Die neueren Methoden der Pädagogik sind ein Ausdruck kultureller Dekadenz. Wenn man auf einen Abgrund zumarschiert, dann ist es doch das Vernünftigste, einmal inne zu halten, zurückzuschauen und sich an den bewährten Methoden zu orientieren.

(Beifall bei der AfD)

Und nein, Frau Lüddemann, ich diskreditiere nicht die Kindertagesstätten und auch nicht die Erzieherinnen. Ich diskreditiere dieses Programm, das im Übrigen auch bei vielen Erzieherinnen, mit denen ich schon die Gelegenheit hatte, mich zu unterhalten, unter anderem in Bad Dürrenberg bei einer Diskussion - da war auch die Ministerin da - beliebt ist wie Fußpilz. Also, sie verlassen sich dann im Zweifel    

Die Kita ist heutzutage gut, wo sie sich nicht an dieses Programm hält. Im Zweifel verlassen sie sich nämlich auf ihre Gefühle und auf ihren gesunden Menschenverstand. Dann wird die Erziehung auch gut. Ich diskreditiere also dieses Programm und nicht die Erzieherinnen.

(Zurufe von Cornelia Lüddemann, GRÜNE)

Aber dass die GRÜNEN dieses Programm bis aufs Messer verteidigen, das war mir klar. Die Autorin dieses Programms ist schließlich - hört, hört! - eine Vertrauensdozentin der Heinrich-Böll-Stiftung. Sie ist als eine GRÜNE.

(Sebastian Striegel, GRÜNE: Das ist jetzt verboten?)

Und dieses Programm auch zu 100 % von grünem Ungeist durchwirkt.

(Beifall bei der AfD - Cornelia Lüddemann, GRÜNE: Alles grün!)

Das Schlimme daran ist ja - wir sehen es ja an Kenia -, dass im Grunde genommen DIE GRÜNEN,

(Zurufe von Cornelia Lüddemann, GRÜNE)

die sozusagen das kleinste Rad am Wagen, der Wurmfortsatz dieser Koalition sind, aber 100 % der Politik bestimmen. Das sieht man an diesem Programm am allerbesten.

(Beifall bei der AfD - Sebastian Striegel, GRÜNE, lacht)

Etwas enttäuscht hat mich aber doch die Ablehnung der LINKEN;

(Zuruf von Sebastian Striegel, GRÜNE)

denn Sie kritisieren diesen Antrag wieder als rückwärtsgewandt. Das war alles wiederum formal und substanzlos.

(Swen Knöchel, DIE LINKE: Ist er ja auch!)

Dabei machen Sie sich überhaupt keine Gedanken darüber, wie wir den Verfall unseres Bildungssystems aufhalten können. Alles, was Sie können, alles, was Ihnen einfällt, ist doch, mehr Personal zu fordern.

(Beifall bei der AfD)

Und das ist erbärmlich und offenbart die ganze Beschränktheit Ihres Horizonts. Sie haben nicht den geringsten pädagogischen Gestaltungswillen. Mehr Personal nützt uns gar nichts, wenn wir keinen grundlegenden Mentalitätswandel in unserem Bildungswesen anstoßen. Wir wollen ihn anstoßen.

Ich finde es gut, wenn die CDU ihre konservativen Restbestände entdecken und an die gute Bildungspolitik, die sie vor Jahrzehnten einst vertreten hat, wieder anknüpfen würde. Die Zustimmung zu unserem Antrag wäre ein erster Schritt.

(Beifall bei der AfD)


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Herr Dr. Tillschneider, Frau Brakebusch hat sich gemeldet und wollte etwas zu Ihrem Vortrag sagen, glaube ich. - Frau Brakebusch, Sie haben das Wort.


Gabriele Brakebusch (CDU):

Ich habe eine Nachfrage, Herr Abg. Tillschneider. Ich habe jetzt Ihre eine Ausführung nicht ganz verstanden. Wie beliebt ist die Ministerin? Was sagten Sie?


Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD):

Nein.


Gabriele Brakebusch (CDU):


Beliebt wie Fußpilz?


Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD):

Das Programm. Ich habe gesagt: Das Programm „Bildung: elementar“ ist bei vielen Erzieherinnen beliebt wie Fußpilz.

(Cornelia Lüddemann, GRÜNE: Nein, das haben Sie vorhin aber gesagt!)


Gabriele Brakebusch (CDU):

Also vorhin - das muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen - habe ich es fast so verstanden.


Dr. Hans-Thomas Tillschneider, (AfD):

Nein, nein. Das war im Eifer des Gefechts.


Gabriele Brakebusch (CDU):

Wir werden das noch einmal nachprüfen. Ich muss Ihnen bloß sagen, Sie sind ein intelligenter Mensch. Deswegen würde ich Ihnen das absolut nicht zutrauen, dass Sie so etwas hier sagen.


Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD):

Nein, das habe ich auch nicht. - Entschuldigung.


Gabriele Brakebusch (CDU):

Aber wir werden uns das noch einmal anhören.


Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD):

Das muss ich jetzt mal klarstellen. Das war ein Missverständnis. Also ich habe hier ganz schnell geredet und ich habe gesagt, dass dieses Programm beliebt ist wie Fußpilz bei den Erzieherinnen und dass ich das erfahren habe.


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Herr Dr. Tillschneider, lassen Sie bitte Frau Brakebusch die Frage erst einmal zu Ende stellen.


Gabriele Brakebusch (CDU):

Herr Dr. Tillschneider, ich wollte nur von Ihnen jetzt erst einmal die Aussage haben. Ich werde es mir aber noch einmal genau anhören. Wenn Sie das tatsächlich so gesagt haben, wie Sie es jetzt dargelegt haben, finde ich es trotzdem nicht in Ordnung, dass man im Prinzip so ein Programm mit dem Wort „Fußpilz“ beschimpft.

Also ich denke schon, selbst dann, wenn man nicht damit einverstanden ist, wie das gehandhabt wird, sollte man auch anderer Arbeit schätzen. Sollten Sie das natürlich doch in dieser anderen Art gesagt haben, dann muss ich echt sagen, finde ich das sehr verwerflich. Und ich denke, wir werden vielleicht noch einmal darüber reden.


Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD):

Ich will das jetzt gleich klarstellen.


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Danke, Frau Brakebusch. - Bitte, Herr Dr. Tillschneider. Sie haben das Wort.


Dr. Hans-Thomas Tillschneider (AfD):

Und zwar Folgendes: Ich habe auf die Uhr geguckt. Sie hatten mich etwas gehetzt in diesen drei Minuten. Es war so, dass ich in Bad Dürrenberg Gast einer Podiumsdiskussion mit der Frau Ministerin war. Da ging es auch um die Kindertagesstätten, um die Situation dort. Da waren auch einige Erzieherinnen, die sich auch zu Wort gemeldet haben. Im Anschluss kam ich ins Gespräch mit ihnen. Sie fanden dieses Programm nicht gut. Darauf habe ich mich bezogen in Bezug auf die Ministerin.

(Sebastian Striegel, GRÜNE: Sie haben etwas von Fußpilz erzählt! - Monika Hohmann, DIE LINKE: 17 000 Erzieherinnen!)

Aber ich habe nicht gesagt, dass die Frau Ministerin bei den Erzieherinnen beliebt ist wie Fußpilz. Das will ich nur klargestellt haben. Wenn ein abweichender Eindruck entstanden ist, tut es mir leid.

(Beifall bei der AfD)