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Plenarsitzung

Transkript

Monika Hohmann (DIE LINKE):

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der uns vorliegende Antrag der AfD demonstriert in erschreckender Art und Weise, welches rückwärtsgewandte, gestrige und völlig unmoderne Bild Sie von Bildungsprozessen im frühkindlichen Alter haben.

(Beifall bei der LINKEN)

Ja, das Programm „Bildung: elementar“ ist prozesshafter Natur und sollte unserer Meinung nach immer wenn nötig fortgeschrieben und weiterentwickelt werden, jedoch nicht in der von Ihnen vorgeschlagenen Art und Weise.

(Beifall bei der LINKEN)

Vielmehr gehören verstärkt mehr Genderkompetenzen,

(Lachen bei der AfD)

mehr Wissen um Gleichstellung und Vielfalt der Lebensformen,

(Beifall bei der LINKEN)

mehr Wissen um Medien und Digitalisierung und demokratische Bildungsprozesse in ein sich stetig fortentwickelndes modernes Bildungsprogramm hinein.

(Beifall bei der LINKEN)

Sehr geehrte Damen und Herren! Es existiert eine Unmenge an hervorragender Literatur zum Thema frühkindliche Bildung. Auch meine Vorrednerinnen haben eine Menge zum Bildungsprogram elementar gesagt. Deshalb erspare ich Ihnen jetzt meine Ausführungen; denn ich denke mal, sie würden nicht ganz durchdringen. Glauben Sie mir aufgrund meiner Erfahrungen, die ich im 30-jährigen Berufsleben gesammelt habe: Ich hoffe, dass Sie niemals mit Kindern Ihre Forderungen so umsetzen wollen. Das müsste ganz schrecklich sein.

(Beifall bei der LINKEN)

Ich hoffe, dass es Ihnen nie gelingt.

Zum Schluss kann ich nur sagen: Wir lehnen Ihren Antrag auch ab, weil er ein absolutes No-Go ist. - Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall bei der LINKEN)


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Frau Hohmann, Herr Scheurell hat sich zu Wort gemeldet, wenn Sie eine Frage beantworten möchten.


Monika Hohmann (DIE LINKE):

Na klar.


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Herr Scheurell, Sie haben das Wort.


Frank Scheurell (CDU):

Sehr geehrte Frau Kollegin Hohmann!


Monika Hohmann (DIE LINKE):

Ja?


Frank Scheurell (CDU):

Manchmal ist es gut, wenn man in das kleine Heftchen schaut, wer was war. Sie waren Lehrerin während der DDR-Zeit.


Monika Hohmann (DIE LINKE):

Ja.


Frank Scheurell (CDU):

Da sagen Sie rückwärtsgewandtes Denken und ganz grauslich. Sagen Sie einmal, was haben Sie denn damals eigentlich studiert? Sie wurden auf Schutzbefohlene losgelassen und sagen das heute. Frau Hohmann, ich kann dem nicht folgen. Ich falle vom Glauben ab. Aber mein Glauben ist so gefestigt, dass ich nicht davon abfalle.

(Beifall bei der AfD)


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Frau Hohmann, wenn Sie antworten möchten, dann haben Sie das Wort.


Monika Hohmann (DIE LINKE):

Herr Scheurell, ich weiß nicht, wie es vor 40 Jahren in Ihrem Berufsstand war.

(Zuruf von Frank Scheurell, CDU)

Ich kann mir vorstellen, dass sich in den 40 Jahren vieles entwickelt hat

(Beifall bei der LINKEN)

und Sie nicht heute noch mit der Maurerkelle dort herumspringen. Genauso, wie sich bestimmte Dinge von vor 40 Jahren heute überholt haben, müssen Sie schon akzeptieren, dass man heute viel moderner auf die Entwicklung in der Gesellschaft eingehen kann.

Wenn ich noch eines sagen darf: Ich habe zwar in der DDR-Zeit, Herr Scheurell, studiert, aber ich habe auch von 2006 bis 2009 an der Martin-Luther-Universität in Halle das Lehramt für Verhaltensgestörtenpädagogik studiert. Das heißt also, ich habe mich regelmäßig weiterqualifiziert, weiterentwickelt.

Und deshalb kann ich ruhigen Gewissens sagen, also wer heute noch das fordert, was die AfD getan hat, der hat alles nicht verstanden.

(Beifall bei der LINKEN und bei den GRÜNEN)


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Frau Hohmann, Herr Scheurell, hat eine Nachfrage.


Frank Scheurell (CDU):

Ich habe Frau Hohmann ja nicht unterstellen wollen, dass ein fester Klassenstandpunkt unbedingt ein Standpunkt ist, wie Geschichte über Sie hinwegrollt. Das habe ich nicht gemacht. Ein Standpunkt ist auch immer ein Punkt der Weiterentwicklung.

(Zurufe)

Sie hatten ja gefragt, wie es bei mir war. Also der deutsche Handwerksbund hat sich natürlich weiterentwickelt. Und da schulen wir uns heute auch und bleiben da am Ball; das ist doch klar. Aber das, was Frau Hohmann hier von sich gegeben hat, konnte ich nicht unterstützen.

(Eva von Angern, DIE LINKE: Aber das wird jetzt auch nicht besser! - Zuruf von Stefan Gebhardt, DIE LINKE)