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Plenarsitzung

Transkript

Dorothea Frederking (GRÜNE):

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! 280 000 ha Privatwald in Sachsen-Anhalt. Davon sind rund 90 % Kleinstwaldstücke unter 10 ha. Mit unserem Antrag haben wir genau diese Kleinstprivatwälder in den Fokus genommen. Vielfach können sich die Kleinstprivatwaldbesitzerinnen und -besitzer nicht um ihre Flächen kümmern. Wir gehen davon aus, dass mindestens 70 000 ha gar nicht betreut werden. Diese Waldstücke werden, wenn überhaupt, nur zur Brennholzgewinnung genutzt. Dabei bleibt auch der Waldschutz auf der Strecke. Waldschäden können sich ausbreiten. Eine solche Entwicklung gilt es zu verhindern.

Deshalb ist es unser Anliegen, dass gute Betreuung und Bewirtschaftung für den Körperschaftswald und den gesamten Privatwald, insbesondere für den Kleinstprivatwald unter 10 ha, gesichert werden.

Die Schutzfunktion für Wasser, Boden, Luft und als CO2-Speicher, aber auch die Nutzfunktionen, nämlich die Versorgung der Gesellschaft mit Holz, muss langfristig gewährleistet werden. Wer einen Baum pflanzt, darf nicht am nächsten Tag erwarten, in dessen Schatten ruhen zu können. Dieses Sprichwort verdeutlicht, dass wir jetzt vorsorgen müssen, damit uns morgen noch die umfangreichen Leistungen des Waldes und der Cluster Holz mit einer Vielzahl von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum auch die Holzressourcen zur Verfügung stehen.

Was ist nun zu tun? - Wir brauchen gut ausgebildetes Personal. Deshalb soll die Ausbildung im forstlichen Bildungszentrum Magdeburgerforth erhalten werden. Wir brauchen ausreichend Personal in der Forstverwaltung. Daher bin ich froh, dass seit dieser Legislaturperiode der Stellenabbau im Forst gestoppt werden konnte.

Innerhalb des letzten Jahres konnten auch endlich die alten Leiharbeitsverträge in ordentliche Dauerarbeitsverhältnisse überführt werden. Eine Trendwende wurde durch die grüne Ministerin eingeleitet. Diese soll auch fortgesetzt werden, indem das für 2018 festgeschriebene VZÄ-Budget in den nächsten Jahren mindestens erhalten bleibt. Darin ist auch die Koalition einig.

Gerne auch noch mehr Stellen für den Forst. Das kann aber nur unter der Maßgabe erfolgen: Forst stärken ja, andere Bereiche schwächen nein.

Notwendig für eine gute Betreuung des Privatwaldes ist auch, dass sich möglichst viele Waldbesitzer und Waldbesitzerinnen zu Forstbetriebsgemeinschaften oder gegebenenfalls auch zu forstwirtschaftlichen Vereinigungen zusammenschließen.

Das Landeszentrum Wald soll entsprechend beraten und dafür werben. Das setzt natürlich voraus, dass die Forstbetriebsgemeinschaften mit attraktiven Förderrahmenbedingungen für eine effektive, kostengünstige Betreuung rechnen können. Genau diese guten Rahmenbedingungen wollen wir mit unserem Antrag schaffen.

Neben der Betreuung des Kleinstprivatwaldes unter 10 ha durch das Landeszentrum Wald soll auch die Möglichkeit der Anstellung von eigenen Försterinnen und Förstern von den Forstbetriebsgemeinschaften genutzt werden. Hier liegt aus grüner Sicht eine sehr große Chance.

Diese Beschäftigung von eigenem Personal bzw. von Dienstleistern wird auch als Professionalisierung bezeichnet und für fünf Jahre gefördert, jährlich abschmelzend. Mit eigenem Forstpersonal kann sich eine Forstbetriebsgemeinschaft professionell aufstellen und auch mehr Wertschöpfungsquellen erschließen. So wie es auch die Forstbetriebsgemeinschaft Ostharz mit der Holzverarbeitung und der Erzeugung von Strom und Wärme vorhat.

Das würde letztendlich auch die wirtschaftliche Situation der Kleinstprivatwaldbesitzerinnen und -besitzer verbessern und zugleich die ökologischen Waldfunktionen durch eine professionelle Betreuung und Bewirtschaftung gewährleisten. Das ist eine Win-Win-Situation, der zugestimmt werden sollte. - Vielen Dank.

(Beifall bei den GRÜNEN - Zustimmung bei der CDU)