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Plenarsitzung

Transkript

Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Meine Damen und Herren! Der Feldhamster steht auf der Roten Liste. Er ist vom Aussterben bedroht. Hier bei uns in Sachsen-Anhalt ist das Verbreitungszentrum dieser Art. Er ist eine geschützte Art. Das hilft uns, unserer besonderen Verantwortung für diese Art gerecht zu werden. - So viel vorneweg.

Wenn man sich intensiv mit diesem possierlichen Tierchen beschäftigt, dann ist vieles aus dieser Großen Anfrage bekannt. Somit hat diese lediglich dazu beigetragen, nach Wolf, Nutria, Iltis, Biber, Sumpfschildkröte, Lachmöwe, Nilgans etc. ein weiteres Tier durch den Landtag zu treiben. Meine Damen und Herren, ich freue mich jetzt schon auf die Debatte zur Steinlaus. Diejenigen, die Loriot kennen, wissen, was ich meine.

(Heiterkeit und Beifall bei den GRÜNEN)

Zurück zur Großen Anfrage. Wie gesagt, wir haben wieder viel über ein weiteres Tier im Land kennengelernt. Viele neue Erkenntnisse haben sich für mich daraus nicht ergeben. Ich erkenne auch nicht, welche Konsequenzen sich daraus noch ergeben könnten.

Über etwas bin ich aber doch gestolpert oder es hat mich sehr beschäftigt: Ich bin verwundert, warum es uns beide gleichermaßen beschäftigt. Das müssen wir noch einmal in einem Zwiegespräch erörtern.

(Hendrik Lange, DIE LINKE: Nein, nein, das müssen wir nicht!)

- Müssen wir nicht. - Gleich im ersten Themenkomplex, Frage 6, wird nach dem Fortpflanzungstyp gefragt. Jetzt einmal ernsthaft, meine Damen und Herren: Was haben Sie denn darauf für eine Antwort erwartet? - Das versteht sich gar nicht.

Umso frappierender war die Antwort der Landesregierung. Herr Lange hat sie schon vorweggenommen. Frau Ministerin, an Sie gerichtet, herzlichen Dank an Sie und an Ihr Haus, dass Sie diese wertvolle Aufklärungsarbeit für uns geleistet haben. Endlich ist diese Frage beantwortet worden, und ich kann wieder ruhig schlafen.

(Heiterkeit bei den GRÜNEN und bei der LINKEN)

Aber im Ernst, meine Damen und Herren. Wenn es um den Feldhamster geht, dann haben wir doch aus den Konflikten in der letzten Zeit zwei Dinge gelernt:

Erstens. Um Konflikte mit Investitions- bzw. Infrastrukturprojekten zu vermeiden, muss der Naturschutz direkt zu Beginn angemessen berücksichtigt werden. Es gibt ein Naturschutzgesetz. In einem Rechtsstaat muss sich an Gesetze gehalten werden. Sowohl auf Landes- als auch auf kommunaler Ebene muss sich diese Erkenntnis noch stärker durchsetzen. Wer Verzögerungen durch Klagen vermeiden will, der plant den Natur- und Artenschutz von vornherein ganz selbstverständlich mit.

(Zustimmung von Cornelia Lüddemann, GRÜNE, und von Hendrik Lange, DIE LINKE)

Zweitens. Wenn es um die Ansiedlung potenzieller Investoren geht, dann sollte man gründlich recherchieren, mit welcher Absicht sich diese niederlassen wollen. Nur diese vermeintlichen Investoren    


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Sehr geehrter Herr Aldag, ich muss Sie leider unterbrechen.


Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Ich bin gleich am Schluss. - Hinsichtlich der Landwirtschaft lässt sich sagen, dass wir den Feldhamster durch Intensivierung der Landwirtschaft stark unter Druck gesetzt haben. Fazit also, und das gilt nicht nur für den Feldhamster: Naturschutz muss bei Planungen von Anfang an mitgedacht werden.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Jetzt formulieren Sie bitte Ihren letzten Satz.


Wolfgang Aldag (GRÜNE):

Artenschutzgerechte Bewirtschaftungsmethoden in der Landwirtschaft müssen häufiger werden. Die Flächenversiegelung muss in erheblichem Maße reduziert werden. - Vielen Dank.

(Zustimmung bei den GRÜNEN - Markus Kurze, CDU: Oh!)

- Ja, zwei Minuten sind knapp. Entschuldigung für die Redestruktur.