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Plenarsitzung

Transkript

Kathrin Tarricone (FDP):

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Mit großem Interesse habe ich den Antrag der AfD-Fraktion gelesen. Beschäftigt sich die Fraktion hierin doch tatsächlich mit Maßnahmen zum Klimaschutz.

(Zustimmung von Sebastian Striegel, GRÜNE - Zuruf von der AfD: Natürlich!)

Mein Interesse schlug sogar in Freude um. Warum?

(Zuruf von Christian Hecht, AfD: Heimatschutz! Jetzt kommt es! - Christian Hecht, AfD, zeigt einen Daumen nach oben)

Ich zitiere:

„Trockene Moore sind wahre Klimasünder: Das aus ihnen entweichende Wasser schädigt die Torfschicht und diese zersetzt sich. Der gespeicherte Kohlenstoff reagiert mit Sauerstoff, es entsteht Kohlenstoffdioxid, das dann in die Atmosphäre emittiert wird.“

Damit werden nun endlich Fakten und Zusammenhänge anerkannt - eine gute Basis, um Maßnahmen zu entwickeln und zu fördern, die den CO2-Ausstoß vermeiden und mindern können.

(Oliver Kirchner, AfD: Ja!)

Tatsächlich sind Moore ohne Frage eine bedeutende CO2-Senke. Dieser Umstand wurde auch noch lange unterschätzt, als das Thema Treibhausgasemissionen schon längst in Gange war.

In unterschiedlichen Konstellationen haben sich aber sachsen-anhaltische Landesregierungen um die Renaturierung und Wiedervernässung von Moorflächen bemüht. Wir können und müssen aber mehr tun. Dabei sollten gleichwohl Nutzungskonflikte, insbesondere mit Land- und Forstwirtschaft, nicht kleingeredet werden. Politisch und gesellschaftlich erwünschte Nutzungseinschränkungen dürfen nicht zu Quasi-Enteignungen führen.

Wir als Freie Demokraten stehen Maßnahmen sehr offen gegenüber, welche die Entnahme von Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre als ein Geschäftsmodell ermöglichen. Die Kräfte der Marktwirtschaft können so für die Klimaneutralität wirken.

Möglichst bald brauchen wir dafür ein geschlossenes Handelssystem, in dem - am besten global - jede emittierte Tonne CO2 einen Marktpreis hat und zu diesem Preis auch gegen eine entnommene Tonne eingetauscht werden kann.

„MoorFutures“ bietet die Möglichkeit, Gelder für Klimaschutz-Leistungen einzusetzen und dabei auch noch hochwertige Biotope zu entwickeln. Für den Käufer beschränkt sich hier der wirtschaftliche Wert allerdings auf den Stolz der guten Tat im Geschäftsbericht. „MoorFutures“ in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind aber so erfolgreich, dass derzeit gar keine Zertifikate mehr verfügbar sind.

In unserem Änderungsantrag ist der Auftrag an die Landesregierung formuliert, sich genauer anzuschauen, ob sich Sachsen-Anhalt an diesem Modell beteiligen möchte. Ich werbe also für die Zustimmung zum Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen. - Danke schön.

(Beifall bei der FDP)