Prof. Dr. Armin Willingmann (Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt):
Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Abg. Lippmann hat zu Schluss gesagt, dass alles, was er halt fordert, auch schon auf den Weg gebracht worden ist. Damit könnte meine Rede schon ihr Ende finden.
(Zuruf: Das ist gut!)
Ich will es dennoch noch mal konfirmieren, damit es nicht untergeht. Also: In diesem Antrag werden zwei Modellversuche formuliert, mit denen die Lehramtsausbildung weiterentwickelt werden soll, eine gemeinsame Studieneingangsphase für das Sekundar- und das Gymnasiallehramt sowie eine Verknüpfung von Grundschul- und Förderschulamt durch die Wahl eines Förderschwerpunktes. Genau das steht so, lieber Thomas Lippmann, in der Zielvereinbarung. Dafür brauchen wir
(Thomas Lippmann, Die Linke: Das reicht aber nicht, was da drinsteht!)
- Also, üblicherweise halten sich die Hochschulen an das, was wir in den Zielvereinbarungen verabreden, und das Ministerium auch. Deshalb bin ich da ganz überrascht.
Aber wir kommen um ein Dilemma nicht herum, und das muss ich doch an dieser Stelle noch mal sagen. Das ist auch schon wieder so ein Zahlengeschwurbel.
Lieber Thomas Lippmann, es geht jetzt nicht um die Frage, wie viele potenzielle Lehramtsstudenten irgendwo nicht ausgebildet wurden. Sondern wir haben ein Dilemma. Hier sind gerade zwei Ursachen genannt wurden, nämlich erstens - so wurde behauptet - die Abwicklung der Lehramtsausbildung in Magdeburg und zweitens die Reduktion der Studienplätze in Halle.
Ich darf daran erinnern: Unter diesem Minister, der seit dem Jahr 2016 für die Wissenschaft verantwortlich ist, ist die Studienplatzkapazität für das Lehramt auf einem Rekordhoch von 1 200 Plätzen.
(Beifall bei der CDU und bei der SPD)
1 200 Plätze. - Lieber Thomas, wir sind beide im Amt etwas ergraut. Aber die Zahl, an die du dich da erinnerst aus dem Jahr 2007 oder 2008, lag so, glaube ich, bei 500. Es mag sein, dass das damals zu wenig war. Aber dieser Fehler wurde im Jahr 2017 korrigiert und das Angebot ist seitdem durchgängig so.
(Zustimmung bei der CDU und bei der SPD)
Und wenn hier schon das erleben wir doch sonst immer nur auf der rechten Seite , mit Zahlen herumgewirbelt wird, die nicht zusammenhängen, eine zweite Zahl: Für diese 1 200 Studienplätze haben wir nun mal nur 900 Immatrikulationen.
(Zustimmung bei der SPD und bei der CDU)
Wir können uns auf den Kopf stellen. Es ist doch egal, ob eine Expertenkommission sagt: Wir müssten aber vielmehr haben. Das könnte man nur hinkriegen, wenn man lenken würde, wenn man den Abiturientinnen und Abiturienten vorschreiben würde, wo und was sie zu studieren haben. Und dieses System ist hier aus gutem Grunde im Jahr 1989 überwunden worden, meine Damen und Herren.
(Zustimmung bei der SPD und bei der CDU)
Lieber Thomas, wir sind zu wenig. 5 000 Abiturienten praeter propter, 5 000 Abiturienten und 1 200 Studienplätze im Lehramt. Das hieße ja schon, nahezu jeder vierte müsste Lehrer werden. Hat schon mal irgendjemand von Ihnen in Abiturklassen hineingeguckt, ob die Begeisterung besteht,
(Zustimmung bei der SPD und bei der CDU - Olaf Meister, GRÜNE, lacht)
um 25 % für das Lehramt daraus zu generieren? - Es ist eine Absurdität.
(Zuruf von der CDU: Das gibt es gar nicht!)
Da würde man jetzt fast überlegen, in Verbindung mit einer Lenkung à la Lippmann.
Meine Damen und Herren! Wir machen das, was gefordert wurde. Und es ist richtig, dass wir diese innovativen Modelle versuchen. Das duale Studium ist genau der richtige Ansatz. Es ist richtig, dass das in Magdeburg stattfindet.
(Zustimmung bei der SPD und bei der CDU)
Und ich bin bereit, das auszubauen. Und das sollten wir machen, wenn wir demnächst hier weiter Verantwortung tragen. - Vielen Dank.

