Susan Sziborra-Seidlitz (GRÜNE):
Vielen Dank! Dank der angekündigten Ausschussberatung werde auch ich eine sehr verkürzte Variante meiner Rede vortragen, aber ein paar Dinge sind mir doch wichtig.
Es war ganz sicher schon leichter, übersichtlicher und weniger herausfordernd aufzuwachsen, seine Jugend zu verbringen, sich in und mit der Welt auseinanderzusetzen, als es das heute ist. Klimakrise, Ukrainekrieg, Corona, Wiedergänger rechtsautoritärer Kräfte, Großereignisse, die den Lebenshorizont eintrüben, die die Zukunft ungewiss werden lassen. Dabei hat man als junger Mensch eigentlich schon genug zu tun mit der Positionierung in der eigenen Peergroup, mit der Abnabelung von den Eltern, mit Schulnotenstress, mit Sturm und Drang der Pubertät und dann auch noch mit dieser globalen Bedrohungslage.
Und als wäre das alles nicht genug, erleben viele junge Menschen im Moment zusätzlich öffentliche Debatten, in denen ihnen Mimosenhaftigkeit unterstellt wird, ihre Arbeitsmoral infrage gestellt wird und sie als Generation Snowflake geschmäht werden. Ich halte das für anmaßend. Es ist eine altbekannte Klage, die sich durch die Geschichte zieht: Jede ältere Generation meint, die nachfolgende reiche nicht an sie heran.
(Zustimmung von Olaf Meister, GRÜNE)
Diese Litanei hilft niemandem; vielmehr verstellt sie den Weg auf reale Herausforderungen und notwendige Unterstützung. Wenn wir heute über die psychische und mentale Gesundheit junger Menschen sprechen, dann sprechen wir über eine Generation, die unter besonderen Vorzeichen erwachsen wird. Die Daten zeigen deutlich, dass die Belastungen zugenommen haben. Genau darüber spreche ich sehr, sehr gern mit Ihnen im Ausschuss. - Vielen Dank für diesen wichtigen Antrag.
(Zustimmung bei den GRÜNEN und von Henriette Quade, fraktionslos)

