Karin Tschernich-Weiske (CDU):
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die Schule ist ein Ort der Bildung. Frauenfeindlichkeit und abwertende Rollenbilder haben dort nichts verloren.
(Zustimmung bei der CDU)
Digitale Radikalisierung und frauenverachtende Social-Media-Inhalte sind Gegenspieler dieses Wunsches.
Bereits jetzt finden sich in den Lehrplänen unseres Landes Bezüge zu den Themen Frauenrechte und Gleichberechtigung. Gleichzeitig gibt es mehr Lehrerinnen als Lehrer an unseren Schulen. Ich bin überzeugt davon, dass jede Lehrerin bereits heute die Leistungen von Frauen ebenso vermittelt wie die Leistungen von Männern und dass die Lehrerschaft die Gleichberechtigung von Frauen und Männern vorlebt. Dennoch diskutieren wir im Jahr 2026 über die Ungleichbehandlung der Geschlechter. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass dieses Problem existiert, weil in der Schule keine Gleichberechtigung gelehrt wird. Sollten wir uns nicht lieber fragen, wo die Kinder eine selbstverständliche Gleichberechtigung von Mann und Frau lernen. Sie lernen diese zu Hause, in der Familie,
(Zustimmung bei der CDU)
durch das Agieren der Eltern und viel früher als mit dem Eintritt in die Grundschule.
Ich sehe das Problem, welches die Antragsteller meinen und beheben wollen. Schaffen wir es, ein toxisches Männerbild in der Schule zu korrigieren, wenn dieses im Elternhaus vermittelt wurde?
(Sandra Hietel-Heuer, CDU: Ja!)
Ich fürchte, das wird uns nicht gelingen. Wir müssen aber die Lehrerschaft dafür starkmachen, sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen.
(Zustimmung von Guido Heuer, CDU)
Ich höre regelmäßig von Vätern, die nicht aus unserem Kulturkreis stammen, zum Elterngespräch in die Schule eingeladen werden und dann der Klassenlehrerin sagen, dass sie nicht mit ihr reden, weil sie eine Frau ist. Das ist das Problem, das wir lösen müssen. Diesen Vätern und diesem Weltbild müssen wir mit aller Macht entgegentreten.
(Zustimmung bei der CDU)
Ich bin stolz darauf, dass wir Frauen in Deutschland seit 100 Jahren wählen dürfen und dass wir uns unsere Gleichberechtigung erkämpft haben.
(Zustimmung bei der CDU)
Diese Errungenschaft ist im Grundgesetz zu Recht verankert.
(Zuruf von Jörg Bernstein, FDP)
Wir haben die Pflicht, sie gegenüber allen zu verteidigen.
(Zustimmung bei der CDU)
Hierbei ist die gesamte Gesellschaft gefragt. Wir müssen allen vorleben, dass wir erkannt haben, dass geteilte Macht zwischen den Geschlechtern ein Fortschritt ist.
(Zustimmung bei der CDU und von Dr. Falko Grube, SPD)
Unterstützen wir die Lehrerinnen und Lehrer bei dem Vorleben und Verteidigen dieser Selbstverständlichkeit.
Ich bitte um Zustimmung zum Alternativantrag.
(Zustimmung bei der CDU, bei der SPD und bei der FDP - Unruhe)
Vizepräsident Wulf Gallert:
Wir kommen zum letzten Redebeitrag.

