Tobias Rausch (AfD):
Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Sehr geehrte Kollegen Abgeordnete! Der Antrag der Fraktion Die Linke geht am Thema und an den Problemen und der Lebensrealität in Sachsen-Anhalt vorbei. Das muss man einfach so sagen.
Ich lese einmal einen Punkt vor: „junge Frauen zu ermutigen und zu befähigen, sich als Trainerinnen und Schiedsrichterinnen sowie in Vorstandspositionen einzusetzen“. Das betrifft doch nicht nur junge Frauen, das betrifft generell alle, die Sport treiben. Die Vereine haben Probleme, Schiedsrichter zu finden, Trainer zu finden oder generell Leute für den Vorstand. Ich verstehe gar nicht, warum Sie immer Frauen gegen Männer ausspielen,
(Beifall bei der AfD - Dr. Hans-Thomas Tillschneider, AfD: Jawohl!)
Arm gegen Reich, Schwarz gegen Weiß. Das macht für mich gar keinen Sinn.
(Mathias Knispel, AfD: Jawohl! - Lothar Waehler, AfD: Immer dieses Ausspielen, wirklich!)
Die Förderungen, die es bereits gibt, wurden erwähnt, auch, wie der Zustand bei den Lizenzen ist - alles klar.
Ich will Ihnen einmal sagen, was die eigentlichen Probleme im Land sind. Ich bin Vorsitzender von drei Sportvereinen, unter anderem vom SV 09 Staßfurt und vom VfB Glöthe - der hat eine Frauenfußballmannschaft. Dazu will ich Ihnen eines sagen: Die Vereine haben nicht das Problem, Nachwuchs zu gewinnen. Den gibt es zur Genüge. Das Problem ist, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, das Vereinsleben und die Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Denn das Problem ist doch, dass aufgrund der Politik die Stadt und der Kreis immer weniger Geld für sogenannte freiwillige Leistungen zur Verfügung stellen können.
(Zuruf von Lothar Waehler, AfD)
Das sorgt dafür, dass die Vereine Nutzungsentgelte, Betriebs- und Heizkostenumlagen zahlen müssen. Das sorgt dafür, dass sich in Staßfurt z. B. die Heizkosten verdreifacht haben und wir der Stadt das Dreifache an Geld zur Verfügung stellen müssen. Aber aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage sind wir gar nicht mehr in der Lage, so viele Sponsoren zu akquirieren, dass damit der Spielbetrieb aufrechterhalten werden könnte. Das Land müsste dieses Problem doch erkennen. Auch Sie als Linke müssen das Problem erkennen und wissen, dass man den Breitensport ganzheitlich fördern sollte.
(Beifall bei der AfD - Dr. Hans-Thomas Tillschneider, AfD: Jawohl!)
Sie fokussieren sich einfach auf Frauen und Mädchen und der Rest ist Ihnen egal. Das zeigt einfach nur, wie beschränkt Sie in Ihrem Denken sind. Das ist eigentlich unfassbar.
Dann kommen Sie mit dem billigsten Argument, das es gibt: Bei den Fußballprofis kann es doch nicht sein, dass die Männer mehr verdienen als die Frauen. Ich will Ihnen eines sagen: Beim Breitensport lebt man vom Engagement für das Hobby. Dafür wird man so gut wie gar nicht bezahlt, und wenn es Wettkämpfe gibt, gibt es Förderungen dafür.
Beim Fußball in der Bundesliga oder in der Champions League geht es zwar durchaus um Sport, aber das ist überwiegend Entertainment. Das sind keine Vereine mehr, sondern Kapitalgesellschaften auf Aktienbasis, GmbH auf Aktienbasis und Sonstiges. Dabei geht es einfach um Vermarktung. Diesen Unterschied müssten Sie vielleicht einmal verstehen. Es geht danach, wer was konsumiert und welche Ergebnisse sich daraus erzielen lassen.
Das, was Sie hier vorgetragen haben, ist völliger Schwachsinn. Ihren Antrag lehnen wir ab, weil er an der Lebensrealität der Leute vorbeigeht.

