Kathrin Tarricone (FDP):
Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Die Fraktion Die Linke beschreibt Probleme, die in den letzten Jahren zweifelsohne auch die Wälder in unserem schönen Bundesland betroffen haben. Verschiedene Ursachen führten zu spürbaren Vitalitätsverlusten. Das sieht sogar der nicht ganz so aufmerksame Spaziergänger, Radfahrer, Pilzfreund, Dienst- und Urlaubsreisende oder Fan von Statistiken. Das lässt fast niemanden unberührt.
Wälder lösen Emotionen aus. Als vernetzte Ökosysteme verdeutlichen sie, wie sich menschliches Handeln auf Natur, Klima und Ressourcen auswirkt. Das schätzen viele, und das zu Recht. Hier soll, hier muss geholfen werden.
Die Linken rufen dazu nach Vater Staat, der mehr und noch mehr Fördermittel bereitstellen soll - Fördermittel, für die Richtlinien geschrieben werden müssen; Fördermittel, die ausgereicht werden müssen, deren Ausreichung kontrolliert werden muss das ist ja Steuergeld; das ist auch richtig , und das alles in Zeiten, wo Bearbeitungsvorgänge wegen fehlender Mitarbeiter schon jetzt viel zu lange dauern. Fragen Sie einmal Leute, die eine Förderung von Wald bekommen haben und nicht pflegen können, weil die Kontrolle der Pflanzung nicht erfolgt ist - die verzweifeln und gehen in Brombeeren unter.
Wir Freien Demokraten wollen ganz bewusst an anderen Hebeln hebeln. Wir wollen Anreize setzen. Für Waldeigentümer soll sich ein Umbau der Wälder lohnen. Dazu muss unter anderem das Biotopwertverfahren im Land entsprechend überarbeitet werden. Wir wollen, dass Waldbesitzer erworbene Ökopunkte deutlich unkomplizierter vermarkten können. Müssen Eingriff und Ausgleich nicht mehr zwangsläufig in einem Naturraum liegen, könnte auch dieses Werkzeug deutlich besser zur Waldrettung beitragen. Die Diskussion dazu ist angeschoben.
Wir wollen, dass sich die Gesellschaft über den Wert des Waldes intensiv Gedanken macht und auch darüber, wie er erhalten werden kann. Dazu müssen wir über das In-Wert-Setzen der Ökosystemleistung des Waldes reden. Das ist ein dickes Brett. Hier muss der Bohrer aber angesetzt werden, damit Waldbesitzer nötige Investitionen im Sinne der Gesellschaft vornehmen können.
(Zuruf von Dorothea Frederking, GRÜNE)
Und wir wollen eine moderne Forstverwaltung, die auf der Höhe der Zeit agiert, eine Verwaltung, die Wald ganzheitlich denkt und managt.
Wir Freien Demokraten wollen all diese Prozesse kraftvoll anschieben. Ein Ruf nach immer mehr Fördermitteln ist nicht zeitgemäß.
(Zustimmung von Guido Kosmehl, FDP, und von Andreas Silbersack, FDP)
Das schafft Abhängigkeiten, Unsicherheiten und unnötigen bürokratischen Aufwand.
Die Beschlussempfehlung der Koalitionsfraktionen nennt Werkzeuge, um dem Wald und seinen Eigentümern zu helfen, ohne riesigen Verwaltungsaufwand. Nutzen wir diese Chance. Stimmen Sie dieser Beschlussempfehlung zu, damit bald wieder vitale Wälder positive Emotionen erzeugen und Waldeigentümer selbstbestimmt agieren können und fair behandelt werden. - Vielen Dank.

