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Plenarsitzung

Transkript

Kristin Heiß (Die Linke):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Vor einigen Wochen ist mir eine Postkarte in die Hände gefallen. Darauf steht „I love Sexy-Anhalt“. Hintendrauf steht die Domain „jobs.moderndenken.de“. Da dachte ich: Ach Mensch, interessant - wir brauchen Fachkräfte  , schaust du mal auf die Webseite. - Die ersten sechs Bereiche, die da aufgeschlüsselt sind, betreffen alle Landesbehörden, also die Investitions- und Marketinggesellschaft, das BLSA usw. Dann gibt es einen Link zum Stellenportal des Landes. Ich dachte mir: Was für ein unglaublich schlechtes Timing für diese Kampagne. Denn wenn ich mich recht entsinne, hat doch die Landesregierung im vergangenen Jahr einen Einstellungsstopp für die Landesverwaltung beschlossen. Ich habe sicherheitshalber auch noch einmal in den Haushaltsplan der Staatskanzlei geschaut. Darin sind für dieses und für nächstes Jahr tatsächlich rund 1 Million € für diese Kampagne vorgesehen.

Nun frage ich mich: Warum machen wir eine Kampagne in diesem Land zur Fachkräftegewinnung, wenn doch die Landesverwaltung gerade überhaupt niemanden einstellte?

(Zustimmung bei der Linken - Zuruf von Hendrik Lange, Die Linke)


Präsident Dr. Gunnar Schellenberger:

Herr Robra.


Rainer Robra (Staats- und Kulturminister):

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Das ist Teil dieser gesamten Kampagne „#moderndenken“; für die jungen Leute jetzt eben mit „I love Sexy-Anhalt“. Das ist das berühmte Helen-Mirren-Zitat, das vor Jahren in der Landesvertretung geäußert wurde und das immer wieder auf positive Resonanz stößt. Ich war neulich bei den „Local Heroes“. Die haben auch damit Reklame gemacht. Die, die die Geschichte nicht kannten    

(Zustimmung von Guido Kosmehl, FDP - Zuruf von Eva von Angern, Die Linke)

- Ich komme doch auf das Thema zu sprechen. Lassen Sie mich doch in aller Ruhe ausreden.

Die, die das so noch nicht kannten, waren davon begeistert. Ich selbst hatte überlegt, ob sich das lohnt. Das zunächst einmal zu der ersten Seite. Darein bettet sich diese Gesamtkampagne.

Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Teilkampagnen. Dazu gehört diese von Ihnen auf der Rückseite zitierte - in Anführungsstrichen - Jobbörse, die über die Jahre mitgeführt worden ist. Darin gibt es die Angebote der Landesbehörden, wenn und soweit eingestellt werden kann, auch bei Nachwuchskräften bspw. Es ist bisher nicht gelungen - das gebe ich gern unumwunden zu  , das mit der Bundesagentur so zu vernetzen, dass es darüber hinaus noch einen Mehrwert hat. Es ist aber eine Initiative unter vielen im Rahmen der Fachkräftegewinnung. Dass wir Fachkräfte brauchen und dass dabei auch das Land denjenigen ein freundliches Gesicht zeigen soll, die Arbeit suchen und ihre Zukunft in Sachsen-Anhalt begründen wollen, ist, glaube ich, nicht zu beanstanden.

Wir gehen dem gern noch einmal nach. Wenn Sie Vorschläge zur Verbesserung haben, dann sind Sie damit immer herzlich willkommen.


Kristin Heiß (Die Linke):

Vielen Dank, Herr Präsident. - Danke für die Antwort, Herr Robra. Ich habe mich in jemanden hineinversetzt, der hierher nach Sachsen-Anhalt kommt. Es sind ja gerade überall Weihnachtsmärkte, in Wernigerode und wo auch immer, auf die man auch schön gehen kann. Dann fällt demjenigen diese Karte in die Hand und er denkt: Mensch, das wäre doch etwas in Sachsen-Anhalt, vielleicht würde ich gern im Landesdienst anfangen. - Das ist für die Menschen, die sich dann hier bewerben wollen, doch nur enttäuschend. Denn die Jobs, die dort ausgeschrieben werden, sind sehr wenige. Das sind die, die über EU-Gelder oder über Bundesgelder finanziert werden. Es gibt ansonsten momentan überhaupt keine Jobs.

(Guido Kosmehl, FDP: Doch! Das ist doch falsch!)

Planen Sie jetzt als Landesregierung, diesen Nachbesetzungsstopp aufzuheben, oder ziehen Sie das jetzt durch?


Rainer Robra (Staats- und Kulturminister):

Sie können gern noch länger bohren. Ich sehe dazwischen zunächst einmal keinen Zusammenhang. Diese Initiative, diese Plattform gibt es. Sie wird auch bespielt. Auf diesem Umweg jetzt eine Diskussion über den sehr differenziert gehandhabten Einstellungsstopp zu führen, werden Sie mit mir an dieser Stelle nicht erreichen. - Danke schön.

(Zustimmung bei der CDU und bei der FDP)


Präsident Dr. Gunnar Schellenberger:

Danke, Herr Minister.