Dr. Anja Schneider (CDU):
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen ist ein zentraler Bestandteil einer funktionierenden Daseinsvorsorge. Gerade deshalb nehmen wir die Herausforderungen, vor denen die Pädiatrie in Sachsen-Anhalt steht, sehr ernst.
Wir sehen, dass die Versorgungsstrukturen insbesondere im ländlichen Raum zunehmend unter Druck geraten. Die Zahl der pädiatrischen Abteilungen hat in den letzten Jahren abgenommen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Ärztinnen und Ärzte, die sich für eine Facharztausbildung in der Kinder- und Jugendmedizin entscheiden. Dies kann die pädiatrische Versorgung langfristig gefährden. Das dürfen wir in keinem Fall zulassen.
Zum Antrag der Fraktion der Linken. Sie sprechen berechtigte Sorgen an, insbesondere im Zusammenhang mit der geplanten Krankenhausreform des Bundes. Ja, die Reform birgt Risiken, aber, meine Damen und Herren, wir sollten dabei nicht nur über Paragrafen und Leistungsgruppen diskutieren, sondern vor allem über Strukturen und Perspektiven.
Denn das eigentliche Problem liegt nicht allein in der Bundesgesetzgebung; es liegt in der ungleichen Verteilung, in der fehlenden Nachwuchsgewinnung und in der mangelnden Verzahnung zwischen ambulanter und stationäre Versorgung.
Deshalb setzen wir als CDU-Fraktion entscheidende Schwerpunkte:
Erstens. Wir fordern eine belastbare Analyse der pädiatrischen Versorgung in Sachsen-Anhalt. Wichtig ist ein klares, datenbasiertes Bild davon, wo Lücken bestehen, welche Fachkräfte fehlen und wie sich die Bedarfe regional unterscheiden und vor allen Dingen auch in Zukunft entwickeln. Auf dieser Grundlage soll ein pädiatrisches Versorgungskonzept mit klaren Handlungsempfehlungen und Umsetzungsstrategien erstehen. Dabei geht es uns um drei zentrale Maßstäbe: Notfallversorgung, Qualität und Erreichbarkeit. Dabei gilt auch für die Kleinsten: Planbare Leistungen sollten immer dort stattfinden, wo die am besten verfügbare Versorgungsqualität zu erwarten ist; Thema Spezialisierung.
Zweitens. Wir wollen regionale Initiativen stärker unterstützen. Es gibt gute Ideen und funktionierende Kooperationen zwischen Kliniken, die aber oft an bürokratischen oder finanziellen Hürden scheitern. Diese Initiativen müssen geprüft und, wo sie tragfähig sind, auch gezielt gefördert werden.
Drittens. Wir brauchen neue Wege in der Strukturentwicklung. Das bedeutet: Pädiatrische Versorgungszentren aufbauen, die ambulante und stationäre Angebote miteinander verbinden. So schaffen wir nicht nur eine bessere Versorgung für Familien, sondern auch attraktive Arbeitsbedingungen für Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte. Das ist die Voraussetzung, um junge Menschen wieder für den Beruf in der Pädiatrie zu gewinnen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Antrag der Linken benennt wichtige Probleme, aber wir wollen und brauchen eine nachhaltige Gesamtstrategie, die sowohl die Bundesebene im Blick hat, als auch unsere eigene Verantwortung im Land wahrnimmt. Deshalb bitte ich um Überweisung des Antrags in den Sozialausschuss. - Vielen Dank.

