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Donnerstag, 17.10.2019

4 Termine gefunden

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10:00 Uhr Datum: 17.10.2019

Ausschuss für Petitionen

53. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

10:00 Uhr Datum: 17.10.2019

Ausschuss für Landesentwicklung und Verkehr

36. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

lev036e7.pdf (PDF, 477 KByte)


10:00 Uhr Datum: 17.10.2019

Ausschuss für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung

32. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

wir032e7.pdf (PDF, 478 KByte)


Plenarsitzung

Transkript

Sebastian Striegel (GRÜNE):

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sachsen-Anhalt ist Sportland. Handball, Fußball, Rudern, Tischtennis, Schwimmen, Kegeln sind wahrscheinlich die gängigsten Breitensportarten, die wir hierzulande mit dem Sport in Verbindung bringen und in denen die Bürgerinnen und Bürger Sachsen-Anhalts im Übrigen auch im Leistungssport erfolgreich sind. Der Innenminister hat das überzeugend dargelegt. Er hat die Erfolge, aber auch die Herausforderungen für den Sport in Sachsen-Anhalt beschrieben.

Ich will mich seinem Dank gegenüber den Aktiven, vor allem den Zehntausenden ehrenamtlich tätigen Menschen im Sport, anschließen, die für andere, insbesondere Kinder und Jugendliche, Verantwortung übernehmen.

(Beifall bei den GRÜNEN)

Frau Präsidentin, ich hoffe, dass ich noch mehr als 35 Sekunden habe.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Es steht gerade da.


Sebastian Striegel (GRÜNE):

Alles klar. - Sport hat bekanntermaßen viele Facetten. Zu einem Ausblick gehört auch immer, sich den vielleicht unbekannten und neuen Facetten zu öffnen, um neuen politischen Handlungsbedarf zu erkennen, vielleicht auch, sich neue Ziele zu setzen. Auf eine Facette, einen Strukturwandel im Sport, möchte ich gern näher eingehen.

In der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober 2016 fand das Finale einer Weltmeisterschaft statt, die insgesamt 350 Millionen Menschen verfolgt haben. Es ging um knapp 6 Millionen Dollar Preisgeld. Das Spiel wurde in Deutschland live im Fernsehen übertragen.

(Minister Prof. Dr. Armin Willingmann: Das war Billard!)

Und nein, es ging nicht um Fußball.

(Minister Prof. Dr. Armin Willingmann: Billard!)

- Tipps und Wetten werden gern entgegengenommen, Herr Minister.

(Hannes Loth, AfD: Eisstockschießen!)

Ich löse es gleich auf. - Am Ende unterschied sich das Finale dieses Sportereignisses von anderen vor allem dadurch, dass sich in der Endrunde zwei Teams aus einem Land, nämlich beide aus Südkorea, gegenüberstanden. Ich spreche von der LoL-Weltmeisterschaft, der Weltmeisterschaft im Spiel League of Legends, mit mehr als 1 Million Spielerinnen und Spielern weltweit das meistgespielte PC-Spiel in der westlichen Welt.

E Sports, also elektronischer Sport, ist schon lange kein Randphänomen mehr. Unter E Sports versteht man den sportlichen Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computerspielen in unterschiedlichsten Disziplinen. Hierbei wird der Rahmen des sportlichen Wettkampfes durch das jeweilige Computerspiel und ein darauf aufbauendes Reglement gesetzt. In anderen Sportarten werden dafür Schläger, Bälle, Schachbretter und andere Gegenstände benutzt, bei E Sports sind es einfach Computerspiele.

Verschiedene Genres und Disziplinen gehören dazu, wie zum Beispiel Fußball, Autorennen oder Actionspiele. Die Spiele werden entweder allein oder als Mannschaft gespielt und gewertet. 36 Millionen Deutsche bezeichnen sich selbst als Computerspieler, natürlich nicht alle kompetitiven Bereich, aber dennoch mit einer hohen Sensibilität für das elektronische Kräftemessen.

Mittlerweile bilden sich in Deutschland Stück für Stück auch professionelle Strukturen heraus. Beispielsweise hat Ende 2015 Schalke 04 seine eigene E Sports-Abteilung gegründet. Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung wurde dann die Gründung eines professionellen FIFA-Teams im elektronischen Fußball bekannt gegeben.

Leider nimmt Deutschland im Bereich E Sports trotz des massiven Interesses der Bevölkerung international noch keinen guten Platz ein. In mehr als 60 Ländern wird E Sport von etablierten Sportverbänden bereits anerkannt und damit zum Teil auch staatlich gefördert.

Sollte man E Sports als Sportart auch in Sachsen-Anhalt anerkennen? - Ich meine, ja; denn auch die Sportlandschaft ist nicht statisch. Aber auch wenn man diesem Vorschlag noch nicht folgen will, sollten wir doch zumindest in einen intensiveren Prozess der Meinungsbildung eintreten; denn es geht eben nicht nur um Bilanz, sondern auch um einen Ausblick.

Ich habe deshalb gestern eine Kleine Anfrage zu diesem Thema bei der Landesregierung eingereicht. Der Deutsche Olympische Sportbund stellt sich aktuell noch quer, da eine etablierte Vereins- und Verbandsstruktur beim E Sport noch fehle. Aber hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Solange E Sports nicht als gemeinnützige Sportart im Sinne der steuerrechtlichen Förderung auf Bundesebene anerkannt ist, ist es schwer, eine starke Vereins- und Verbandsstruktur zu etablieren. Genau diese Struktur ist dann allerdings für die Anerkennung durch den DOSB notwendig. Solange es die Anerkennung nicht gibt, hat es der E Sport eben schwer, als gemeinnütziger Sport anerkannt zu werden.

E Sport gehört als weitere Möglichkeit, Sport zu treiben, die Zukunft. Ich wünsche mir, dass wir diesen Zukunftstrend auch in Sachsen-Anhalt aufnehmen und gestalten. - Vielen herzlichen Dank.

(Beifall bei den GRÜNEN - Zustimmung von Jürgen Barth, SPD)