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Dienstag, 22.10.2019

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11:30 Uhr Datum: 22.10.2019

Landtagspräsidentin Brakebusch hält Rede zum Trauerakt für den verstorbenen Landtagspräsidenten a. D. Herrn Prof. Dr. Adolf Spotka

Magdeburg, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude, Plenarsaal

Plenarsitzung

Transkript

Frage 5
Maßnahmen gegen den Großen Höckerflohkrebs


Sie wird gestellt von der Abg. Lydia Funke, AfD-Fraktion. Frau Funke, Sie haben das Wort.


Lydia Funke (AfD):

Der Große Höckerflohkrebs (Dikerogammarus villosus) ist einer der erfolgreichsten invasiven Neozoen innerhalb des Makrozoobenthos. Durch seine hohe Fertilität und sein schnelles Wachstum verdrängt er erfolgreich einheimische Arten.

Ich frage die Landesregierung:

1.    In welchen Fließgewässern des Landes Sachsen-Anhalt haben sich Bestände des Großen Höckerflohkrebs in einer entsprechenden Bestandsdichte etabliert?

2.    Sind Maßnahmen geplant, oder werden Maßnahmen bereits umgesetzt, die eine Verdrängung des Großen Höckerflohkrebses fördern und gleichzeitig eine Stärkung der heimischen Makrozoobenthos-Arten begünstigen?


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Danke. - Die Antwort der Landesregierung erfolgt durch Frau Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Prof. Dr. Claudia Dalbert. Frau Ministerin, Sie haben das Wort.


Prof. Dr. Claudia Dalbert (Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie):

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich beantworte die Frage der Abg. Funke namens der Landesregierung wie folgt.

Zu 1: Der Große Höckerflohkrebs, Dikerogammarus villosus, kommt vor allem in den Bundeswasserstraßen und großen Flüssen vor sowie in den Mündungsbereichen zufließender Gewässer. Besonders dicht besiedelt sind künstliche Substrate, wie zum Beispiel Steinschüttungen.

In Sachsen-Anhalt haben sich in folgenden Gewässern Bestände etabliert: Alte Elbe Magdeburg, im Mündungsbereich von Beber und Ehle, Elbe, Elbe-Havel-Kanal und Elbe-Havel-Verbindungskanal, Fuhne, Meßdorfer Vorfluter, Grützer Vorfluter, Havel, Mittellandkanal, Mulde mit Muldestausee, Ohre, im Mündungsbereich der Reide und Unstrut, Saale, Salza, Warnauer Vorfluter, Weiße Elster bis Oberthau - also nicht zwischen Sachsen und Thüringen.

Zu 2: Der Große Höckerflohkrebs ist keine in der Unionsliste nach der EU-Verordnung Nr. 1143/2014 gelistete gebietsfremde invasive Art und fällt daher nicht unter die europarechtliche Verpflichtung, Bekämpfungsmaßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt vor invasiven Arten durchzuführen.

Es sind weder Maßnahmen geplant noch sind Maßnahmen bereits umgesetzt worden, die eine Verdrängung des Großen Höckerflohkrebses fördern und gleichzeitig eine Stärkung der heimischen Makrozoobenthos-Arten begünstigen.

Die Art unterliegt zudem dem Fischereirecht und darf nicht ohne Genehmigung bekämpft werden. Aus fischereirechtlicher Sicht zählt der Große Höckerflohkrebs zu einem wichtigen Fisch-Meer-Tier. Abgesehen davon sind bisher keine ökologisch vertretbaren Maßnahmen zur Bekämpfung des Großen Höckerflohkrebses und anderer gebietsfremder Flohkrebse bekannt.