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Mittwoch, 26.06.2019

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Plenarsitzung

Transkript

Dorothea Frederking (GRÜNE):

Guten Tag von meiner Seite! Zuerst ein großes Dankeschön an die Imkerinnen und Imker. Auch wenn sich das Nutztier Honigbiene in Sachsen-Anhalt gut entwickelt hat, sieht es bei der Wildbiene schlecht aus. In der Antwort auf Frage 3 heißt es, dass ca. 73 % der Wildbienenarten definierten oder anzunehmenden Gefährdungen unterliegen oder ausgestorben bzw. verschollen sind. Das zeigt: Das Artensterben schreitet voran. Das ist neben der Klimakrise eine der größten Herausforderungen der Menschheit.

Wir steuern auf zwei riesige Katastrophen zu. Über lange Zeit hat die Landwirtschaft für Biodiversität gesorgt. Doch inzwischen findet ein Artensterben vor unserer Haustür statt. Eine Langzeitstudie für Nordrhein-Westfalen spricht von einem Verlust von 80 % der Biomasse von Fluginsekten innerhalb der letzten 15 Jahre. In der Folge trifft es auch die Vögel.

Aber was wird in den nächsten 15 Jahren sein? Die synthetischen Pflanzenschutzmittel gehören zu den stärksten Treibern des Artenrückgangs. Nichtzielorganismen werden getroffen, Lebensräume und Nahrungsquellen verschwinden für Wildpflanzen, wild lebende Tiere und Insekten. Als GRÜNE setzen wir uns deshalb für eine schnellst- und größtmögliche Reduzierung bei den Pflanzenschutzmitteln ein.

Die grüne Ministerin hat bereits mit der verbesserten Ökolandbauförderung einen richtigen Schritt getan. Ab Januar 2018 werden es 17 000 ha bzw. ein Drittel mehr sein als zu Anfang der Legislaturperiode.

Weniger Gift auf dem Acker durch Randstreifen an Gewässern, klare Reduzierungsziele, pflanzenschutzmittelfreie Produktion unterstützen, alternativer Pflanzenschutz, wie zum Beispiel die Digitalisierung beim Pflanzenschutz nutzbar machen, ökologische Funktionen wiederherstellen durch Fruchtartendiversifizierung und Fruchtfolgen, keinen weiteren Einsatz von schädlichen Stoffen, wie zum Beispiel von Glyphosat und Neonikotinoiden. Das alles bedeutet einen größeren Produktionsaufwand, der auch bezahlt werden muss.

Die Erfahrung zeigt, die Zahlungsbereitschaft der Menschen steigt, wenn sie über die Produktion Bescheid wissen. Deshalb wollen wir eine Kennzeichnung. Der Konsum von leckerem heimischen Honig trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei.

Wenn Sie den heute Morgen von uns verteilten Campus-Honig der Uni Magdeburg essen, können Sie sich daran erinnern. Guten Appetit!

(Zustimmung bei den GRÜNEN und von Florian Philipp, CDU)