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Donnerstag, 17.10.2019

4 Termine gefunden

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10:00 Uhr Datum: 17.10.2019

Ausschuss für Petitionen

53. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

10:00 Uhr Datum: 17.10.2019

Ausschuss für Landesentwicklung und Verkehr

36. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

lev036e7.pdf (PDF, 477 KByte)


10:00 Uhr Datum: 17.10.2019

Ausschuss für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung

32. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

wir032e7.pdf (PDF, 478 KByte)


Plenarsitzung

Transkript

Detlef Radke (CDU):

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Als Erstes möchte ich feststellen, dass meine Vorredner ähnliche Quellen gehabt haben wie ich. Einiges wird sicherlich ähnlich klingen. Das will ich gleich im Vorfeld kundtun. Trotzdem werde ich Ihnen meinen Redebeitrag, wie ich ihn aufgeschrieben habe, mitteilen. Es wurde schon viel gesagt; deswegen werde ich mich kurzfassen.

Die Imkerei ist ein uralter Berufszweig der Landwirtschaft, leider in seiner Bedeutung für die Landwirtschaft oft nicht angemessen genug beachtet, obwohl die Biene nach dem Rind oder dem Schwein sogar das drittwichtigste Nutztier ist.

(Zustimmung von Hannes Loth, AfD)

- Ja, ja.

Schon Albert Einstein - das ist jetzt neu - belegte seinerzeit: Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. - Schon das macht die Bedeutung und die Wichtigkeit dieses Insektes deutlich. Rund 80 % aller heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf Honig- und Wildbienen als Bestäuber angewiesen. Bienen sind somit ein gigantischer Wirtschaftsfaktor und die wichtigsten Arbeitskräfte in der Landwirtschaft. Bienen garantieren unsere Versorgung mit Nahrungsmitteln und liefern uns wertvollen Honig.

Bienen sind aber nicht nur als Nutztier wertvoll, sie sind vor allem auch für unser Ökosystem unverzichtbar. Hierzu ein paar Daten und Fakten für Sachsen-Anhalt. Sie unterscheiden sich zwar ein bisschen, aber ich habe sie im Internet recherchiert. Sie stammen aus dem MULE.

Es gibt einen Imkerverband mit 13 681 Völkern auf einer Fläche von 20 452 Quadratkilometern. Die Bienenvölkerdichte beträgt 0,7 pro Quadratkilometer. Der Honigertrag in den Jahren 2010 bis 2016 betrug im Durchschnitt 34 kg pro Jahr und Volk. Das sind ein paar interessante Zahlen, die beachtet werden müssen.

Wenn das Insekt von der Welt verschwindet - ich muss es noch einmal sagen - und wir trotzdem weiterhin landwirtschaftlich Nahrungsmittel produzieren wollen, müssten wir im Jahr Milliarden Euro investieren, um die Arbeitsleistung der bestäubenden Insekten zu ersetzen. Wir hätten dann einen Verlust, den die Menschheit nicht stemmen kann. Dies gilt es zu verhindern. Bienenschutz muss für uns ein wichtiges Anliegen sein und bleiben.

In aller Munde ist, dass die Anzahl der Honigbienen sinkt, und zwar alarmierend überall auf der Welt. Eine Ursache wird in der unkontrollierten Verwendung von für Bienen gefährlichen Pestiziden liegen.

Der Effekt der Neonikotinoide ist ohne Zweifel negativ.

(Zustimmung von Dorothea Frederking, GRÜNE)

Aber das Sterben der Honigbienenvölker und natürlich auch der Wildbienen ist ein multifaktorielles Geschehen.

(Dorothea Frederking, GRÜNE: Eben!)

Je nachdem, wie die sonstigen Bedingungen sind, welche weiteren Faktoren hinzukommen oder eben nicht hinzukommen, ist es die Summe vieler verschiedener Einflüsse, die das Immunsystem unserer Honigbienen schwächt. Ebenso wie für die Menschen gilt auch für die Bienen: Hungern und einseitige Ernährung schwächen das Immunsystem und somit die Widerstandsfähigkeit. Gleichzeitig führen immer neue Krankheiten zu Problemen. Die zunehmende Krankheitsanfälligkeit wird zusätzlich durch die Dezimierung des Lebensraumes und den höheren Stress verschärft.

Wie kann diesen Umständen entgegengewirkt werden? Es gilt, dem Rückgang der Blütenpflanzen auf dem Acker entgegenzuwirken; meine Vorredner haben schon darauf hingewiesen. Eine Agrarlandschaft ohne Blühstreifen ist nicht gut für die Bienen. Wir brauchen mehr Vielfalt und Biotopschutz in der Agrarlandschaft.

(Zustimmung von Dorothea Frederking, GRÜNE)

Eine deutliche Ausweitung der Blühstreifen, Streuobstwiesen und Agrarbiotope ist für das Überleben der Bienen notwendig.

(Zustimmung von Dorothea Frederking, GRÜNE)

An dieser Stelle sollte aber auch deutlich betont werden, dass vorbeugende bienenfreundliche Maßnahmen in der konventionellen Landwirtschaft genauso gut möglich sind wie im Biolandbau. Man muss es nur wollen und durchsetzen. Dazu braucht unsere Landwirtschaft die Unterstützung durch Fördermittel, wie gesagt, direkt und indirekt.

Der Rückgang der Zahl der Bienenvölker ist in Sachsen-Anhalt aber auch ein demografisches Problem. Viele ältere Imker haben in den letzten Jahrzehnten mit ihrer Tätigkeit aufgehört. Der Trend, dass jetzt Jüngere einsteigen, auch in urbanen Gebieten, hat erst vor wenigen Jahren eingesetzt. Positiv zu bewerten ist deshalb, dass Sachsen-Anhalt im Bundesvergleich die höchste Förderquote im Bienenzuchtsektor aufweist.

So konnten in Sachsen-Anhalt durch zielgerichtete Maßnahmen des Landes und des Imkerverbandes in den letzten Jahren sowohl die Imkerzahlen als auch die Anzahl der gehaltenen Bienenvölker wieder ansteigen. Die jetzt erreichten Zahlen liegen jedoch noch immer hinter den anderen vergleichbaren Bundesländern zurück. Wir sind aber auf dem richtigen Weg.

Man könnte noch lange über die Problematik der Entwicklung der Bienen und der Imkerei in Sachsen-Anhalt reden. Ich glaube, die Bedeutung ist heute bereits in ausreichendem Maße herausgearbeitet worden. Wie gesagt: Geht es den Bienen gut, geht es den Menschen gut.

Anders als bei Wölfen bin ich für Bienen. Auch ich werde Blühstreifen für Bienen anlegen. Jeder weiß, dass ich in der Landwirtschaft tätig bin. Es muss nicht gleich ein Bienenkompetenzzentrum sein. Aber jeder muss die Bedeutung erkennen und kann seinen Teil zum Erhalt einer sich selbst tragenden Population beitragen. - Ich danke für die Aufmerksamkeit.

(Zustimmung bei der CDU und bei der SPD)


Vizepräsident Wulf Gallert:

Herr Radke, warten Sie bitte einen Moment, nicht so schnell. Es gibt noch eine Frage von Herrn Loth. Vielleicht möchte Sie diese beantworten. Ich möchte nur das Verfahren gern abkürzen.

(Hannes Loth, AfD: Ich interveniere nur!)

- Dann bitte, Herr Loth.


Hannes Loth (AfD):

Sehr geehrter Herr Kollege Radke, Sie haben sich gewundert, weil wir verschiedene Zahlen benutzt haben. Frau Ministerin sprach von 17 671 Bienen- und Hummelvölkern, die bei der Tierseuchenkasse gemeldet sind, und der Imkerverband spricht von 13 681 Völkern. Der Unterschied liegt einfach darin: Bei der Tierseuchenkasse sind auch Hummeln mit dabei.

(Ah! bei der CDU)