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Montag, 17.06.2019

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17:00 Uhr Datum: 17.06.2019

Teilnahme von Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch an der Galaveranstaltung "Kulinarisches Sachsen-Anhalt 2019" - Verleihung des "Kulinarischen Sterns 2019"

39104 Magdeburg, Hegelstraße 42, Palais am Fürstenwall

Plenarsitzung

Transkript

Jan Wenzel Schmidt (AfD):

Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kollegen! Hohes Haus! Wir müssen alles erst einmal lernen. Flüssiges Lesen sowie eine korrekte Rechtschreibung sind Fähigkeiten, die uns allen bereits in der Grundschule beigebracht worden sind. Beides wurde schrittweise und repetitiv geübt, immer und immer wieder. Die Folge dieser althergebrachten Unterrichtsmethode: Wir haben es nicht nur gelernt, sondern werden es ein Leben lang behalten. Etwas erst einmal falsch zu lernen und es später zu korrigieren, wie es bei Methoden wie „Lesen durch Schreiben“ der Fall ist, bleibt ein ideologischer Humbug ohne wissenschaftlichen Bezug.

(Beifall bei der AfD)

Um zu verstehen, wie der Prozess des Lernens funktioniert, müssen wir uns mit dem menschlichen Gehirn beschäftigen. Fernab der LINKS-GRÜNEN Fantasiewelt, in der einige Bildungstalibane leben, gibt es belastbare Erkenntnisse der Neurowissenschaft, unumstößliche Fakten, die unsere Entscheidungsgrundlage bilden sollten.

(Birke Bull-Bischoff, DIE LINKE: So ein Quatsch!)

Der Gegenstand der Betrachtung ist daher das komplexeste Organ unseres Körpers, das Hirn. Als zentraler Teil des Nervensystems ist es nicht nur Sitz unseres Bewusstseins, es ist auch zuständig für die Verarbeitung unserer Sinneswahrnehmungen, die Koordination unserer Verhaltensweisen und die Speicherung von Informationen. Quasi ein kleiner Hochleistungscomputer aus Biomasse.

Wenn wir verstehen, wie er funktioniert, verstehen wir gleichzeitig auch, wie man ihn bedienen muss. Was passiert also im Gehirn eines lernenden Schülers? Schauen wir uns dies doch genauer an: Erst einmal ist da ein Knäuel von Nervenbahnen, welches für uns nach totalem Chaos aussieht, für sich aber seine ganz eigene Ordnung besitzt.

So ist der Hauptspeicher unseres kleinen Biorechners das Gedächtnis. Es ist sowohl zuständig für das Einprogrammieren von Informationen auf der Festplatte, also das Lernen an sich, als auch für das Abrufen der gespeicherten Daten, dem Erinnern.

Übrigens ist auch eine ganz wichtige Funktion das Vergessen. Sie kennen das, meine Damen und Herren der Altparteien. Das passiert Ihnen nach jeder Wahl mit den Versprechen, die Sie den Bürgern gegeben haben.

(Beifall bei der AfD - Zurufe von der LINKEN - Zuruf von der SPD: Denken Sie an die Pkw-Maut!)

Mit mir wird es keine Pkw-Maut geben. Diese Sprüche kennen wir doch! - Ihnen ist sicherlich bekannt, dass das Gehirn aus Nervenzellen besteht, welche untereinander Informationen in Form von elektrischen Potenzialen austauschen. Die neuronalen Verbindungen der Zellen sind einem ständigen Umbau unterworfen. Wir hören quasi nie auf zu lernen und zu vergessen.

Dabei gibt es noch ein besonders Bauteil, das für die Fähigkeit, zu lernen, elementar ist: die Synapse. Sie ist eine Schnittstelle auf dem neuronalen Datenweg zwischen den Zellen. Die Synapsen wachsen mit der Anregung. Je öfter und stärker sie also angeregt werden, desto leistungsfähiger und beständiger werden die Synapsen. Aus dem Informationstrampelpfad wird eine Datenautobahn. Je öfter und langfristiger also etwas geübt wird, desto besser und dauerhafter beherrschen wir es. In der Fachsprache nennt man das Langzeitpotenzierung.

Das mag sicher auch für einige Schüler quälend langweilig oder anstrengend sein, aber es führt nun einmal kein Weg drum herum. Reduzieren wir es also auf das Wesentliche. Lernen ist schlussendlich das Anlegen und Ausbauen neuer Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen. Die Natur hat es so eingerichtet, dass dies bei Kindern besser und schneller funktioniert. Die Volksweisheit, „Einem alten Hund bringt man keine neuen Kunststücke bei“ oder „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“, schlagen genau in diese Kerbe. Umgekehrt gilt aber das Gleiche. Das Gehirn hat zwar, wie bereits erwähnt, auch die Fähigkeit zu vergessen, einmal ausgetretene Pfade bleiben dennoch erhalten. Fachbegriff: Gedächtnisspur.

Man behält beispielsweise eine falsch gelernte Rechtschreibung weiterhin im Hinterkopf. In der Welt der Neurowissenschaftler ist man sich deswegen einig: Es ist grundlegend dem Lernprozess nicht zuträglich, Fähigkeiten erst falsch zu erlernen und sie später korrigieren zu wollen.

Aufgrund der Funktionsweise unseres Gehirns ist es nicht nur förderlich, sondern absolut geboten, dass der Erwerb der Schriftsprache erstens von Anfang an mit ordnungsgemäßer Orthographie und zweitens, repetitiv stattzufinden hat. - Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall bei der AfD)