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Samstag, 24.08.2019

Keine Termine vorhanden.

Plenarsitzung

Transkript

André Poggenburg (AfD):

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Abgeordnete! Der Klein- und Mittelstand ist das Rückgrat und der Motor unserer Wirtschaft. Ich denke, hinter diese Aussage kann sich dieser Landtag ganz getrost stellen, und hinter dieser Aussage steht auch die Landesregierung, zumindest, soweit ich weiß. Damit diese Aussage aber keine Plattitüde ist, müssen wir auch einsehen, dass wiederum Rückgrat des Klein- und Mittelstandes der nichtakademische Arbeitnehmer, der nichtakademische Beruf ist, und wir müssen dem - man kann es nicht anders sagen - Akademisierungswahn der letzten Jahre und Jahrzehnte doch endlich auch eine Ausbildungsoffensive, möchte ich schon fast sagen, der nichtakademischen Berufe entgegensetzen.

Ich darf an den Einbringervortrag von Herrn Keindorf anschließen, dass es nicht nur so ist, dass Auszubildende in Sachsen-Anhalt in verschiedenen Berufen sehr große Strecken zurücklegen müssen, nein, ich erinnere mich an meine Zeit als Ausbilder. Damals mussten die Auszubildenden sogar in die Berufsschule nach Nürnberg, um die Ausbildung absolvieren zu können.

Das heißt, an dieser Stelle ist eine Menge an Potenzial vorhanden. Das ist jetzt überhaupt nicht mit bösartig erhobenem moralischen Zeigefinger gemeint. Nein, wir müssen uns einfach nur der Sache bewusst werden.

Dem Akademisierungswahn ist Einhalt zu gebieten und die nichtakademische Ausbildung ist zu fördern, abgesehen sogar von dem Umstand, dass unsere Hochschulen und Universitäten mittlerweile ein Hort von linker Ideologie geworden sind. Auch dieser Aspekt könnte dabei eine Rolle spielen.

Wir haben vorhin über das Thema Flüchtlinge gesprochen. Ich sage jetzt etwas, was auch die linken Fraktionen und Parteien freuen dürfte: Ja, die AfD spricht sich dafür aus, die Ausbildung auch gern den jungen Menschen zuteilwerden zu lassen, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind, damit sie eine solide Ausbildung erhalten können, um dann ganz viel in ihre Heimatländer mitnehmen zu können. Dies ist zum Beispiel ein ganz kleiner Schritt der Hilfe zur Selbsthilfe in den Herkunftsländern. - Soviel dazu.

Wir begrüßen die Initiative, die die Kenia-Koalition mit ihrem Antrag auf den Weg gebracht hat, sehr. Wir begrüßen auch den Antrag, den DIE LINKE dazu eingebracht hat; denn ja, es ist richtig, man muss sich Gedanken machen über eine Mindestausbildungsvergütung. Wenn sich die höchste und die niedrigste Ausbildungsvergütung teilweise um das Zehnfache unterscheiden, dann kann irgendetwas nicht stimmen.

Die AfD bringt noch einen Änderungsantrag ein, weil wir den Meistertitel in Deutschland stärken möchten, weil dadurch auch die nichtakademische Ausbildung attraktiver wird, wenn man weiß, dass der Meistertitel

(Zustimmung bei der AfD)

gesellschaftlich, aber eventuell auch rechtlich eine Stärkung erfährt.

Wir haben die Auskunft von der OSZE, dass wir in Deutschland noch zu wenige akademische Abschlüsse hätten. Das wird gesagt. Wir müssen aber hinzuziehen, dass es eben andere Länder gibt, in denen beispielsweise der Meisterabschluss oder ähnliche Abschlüsse auch als akademische Grade anerkannt werden und dadurch die Anzahl der akademischen Abschlüsse entsprechend höher ist.

Das heißt, wir sollten uns Gedanken darüber machen, ob wir unserem deutschen Meistertitel nicht ein wenig mehr Glanz verleihen können und ihn gegebenenfalls auch ganz direkt einem akademischen Abschluss oder einem wieder einzuführenden Diplom in Deutschland gegenüberstellen.

Wir haben natürlich noch ein kleines Problem hier im Raum: Der deutsche Meistertitel ist nämlich auch ein Stück deutsche Identität. Ich hoffe, dass das linke Fraktionen nicht davon abhält, für eine Stärkung des Meistertitels einzutreten. Bleiben Sie ganz bei der Sache. Ich denke, dann wird es Ihnen auch trotz dieses Identitätsumstandes gelingen, für eine Stärkung des Meistertitels zu werben und auch den Änderungsantrag der AfD mitzutragen. - Vielen Dank.

(Zustimmung bei der AfD)