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Freitag, 23.08.2019

2 Termine gefunden

ICS Export
09:00 Uhr Datum: 23.08.2019

Parlamentarische Kontrollkommission

25. Sitzung
Naturresort Schindelbruch, Schindelbruch 1, 06536 Südharz OT Stolberg

10:00 Uhr Datum: 23.08.2019

Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Medien

29. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

eur029e7.pdf (PDF, 473 KByte)


Plenarsitzung

Transkript

Prof. Dr. Armin Willingmann (Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordneten! Ich darf hier stellvertretend für Frau Kollegin Grimm-Benne den Standpunkt der Landesregierung vertreten.Der vorliegende Antrag der Fraktionen CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Modellprojekt „Fachkraft in Kindertagesbetreuung“ sieht vor, dass eine Verstetigung und eine Ausweitung des Modells, eine geregelte tarifliche Ausbildungsvergütung und auch Fortbildungen für Praxisanleitungen im Rahmen dieses Projekts künftig realisiert werden sollen. Zudem ist das Land gehalten, sich im Rahmen der Kultusministerkonferenz für eine regelhafte bundesweite Anerkennung einer dreijährigen dualen Erstausbildung für die Erzieherinnen und Erzieher einzusetzen.Meine Damen und Herren! Spätestens seit den ersten Ergebnissen der KiFöG-Evaluierung wissen wir, dass wir jede Erzieherin und jeden Erzieher im Land brauchen. Fast jede zweite Fachkraft ist älter als 50 Jahre. Der künftige Bedarf zeichnet sich also ab.Wie Sie wissen, haben wir bereits zum 1. August 2015 mit dem Modellprojekt begonnen. Mittlerweile stehen wir vor dem Beginn des dritten Durchgangs. Damit haben wir schon erkannt, dass ein Bedarf bei Erzieherinnen und Erziehern bestehen wird, um allein die aus dem Beruf ausscheidenden Fachkräfte ersetzen zu können. Um diese Lücke zu schließen, sollten mit dem Modellprojekt zunächst die Ausbildungszeit verkürzt und die Auszubildenden bereits in die praktische Arbeit in den Kindertagesstätten eingebunden werden. Dies ist das Ziel dieser quasi dualen Ausbildung.Sie alle wissen: Wer gute Fachkräfte in der Praxis haben möchte, muss qualifizierte Anleitung anbieten. Das wurde im Modellprojekt berücksichtigt. Das Land zahlt den Praxisanleitungen in den Einrichtungen zusätzlich zwei Stunden die Woche. Doch hier muss inhaltlich noch nachgelegt werden. Im dritten Quartal dieses Jahres wird das Landesmodellprojekt für die Qualifizierung von Praxisanleitungen beginnen. Das Ziel der Qualifizierung ist die Erarbeitung eines Curriculums für Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter. Dieses soll nachhaltig und landesweit den Kindertagesstätten über das Landesjugendamt zur Verfügung gestellt werden.In welchem Umfang zukünftig Anleitungsstunden angerechnet werden, sollte nach der Vorlage des Abschlussberichts der wissenschaftlichen Begleitung des gesamten Modellprojekts erörtert werden.Meine Damen und Herren! Wenn man einen neuen Weg in der Ausbildung einschlägt, ist es wichtig, zu prüfen, ob er sich bewährt. Wie bereits angekündigt, werden wir Erzieherinnen und Erzieher benötigen. Im Sozialministerium wird man sehr wohl daran arbeiten, dass diejenigen, die in zukünftigen Ausbildungen sind, als Fachkräfte bei der Novellierung des Gesetzes anerkannt werden. Vorbild hierfür könnte eine Regelung in Mecklenburg-Vorpommern sein. Eine tarifliche Eingruppierung kann aber nur empfohlen werden. Es ist uns allen bewusst, dass die Nachfrage nach Fachkräften weiter steigen wird. Und wer gute Fachkräfte haben und halten will, muss auch entsprechende Anreize setzen. Wir müssen aber auch kritisch anmerken, dass die beabsichtigten Ziele mit dem Projekt noch nicht zufriedenstellend erreicht worden sind. Um den dritten Ausbildungsgang mit insgesamt 30 Auszubildenden im August beginnen zu können, sind zurzeit noch Plätze frei.Das Sozialministerium hat in den vergangenen Wochen bereits direkten Kontakt mit Trägern von Kindertagesstätten und den Landkreisen bzw. kreisfreien Städten aufgenommen und hat auf der Homepage geworben. In der Tat: Um aus dem Modellprojekt eine Verstetigung zu erzielen, müssen wir intensiver an den Rahmenbedingungen arbeiten. Deutlich wird zum Beispiel, dass die Ausbildung nicht nur für Schülerinnen und Schüler ausgelegt sein sollte, sondern auch für sogenannte Quereinsteiger geöffnet werden muss. Hier liegen weitere Potenziale. Das Land Sachsen-Anhalt hat sich als Vorsitzland der Jugend- und Familienministerkonferenz sehr für die weitere Fachkräftegewinnung von Erzieherinnen und Erziehern eingesetzt. In Abstimmung mit den anderen Ländern und dem Bund werden Ausbildungskonzepte unter Einbeziehung der KMK und weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel die Abstimmung mit der Förderung im Rahmen der Arbeitsmarktpolitik und der Anerkennung ausländischer Abschlüsse, eingebracht. Das Sozialministerium wird hierzu in Kürze eine Initiative starten, um landesintern mit verschiedenen Akteuren nach weiteren Innovationen zu suchen und übergreifende Handlungsansätze gezielt zu fördern.Die Weiterentwicklung des Modellprojekts „Fachkraft in der Kindertageseinrichtung“ ist ein wichtiger Baustein für die künftige Versorgung mit Fachkräften im Erzieherbereich.Der von den Fraktionen vorgelegte Antrag greift wichtige Punkte heraus, die für eine Verstetigung sinnvoll sind und gleichzeitig die Attraktivität für die Auszubildenden, Träger und Berufsfachschulen erhöht.Hierzu gehört, dass eine Ausbildungsvergütung besteht und die Azubis Übergänge in passive Weiterqualifizierung erhalten. Wenn wir Fachkräfte im Land behalten wollen, müssen wir auch etwas dafür tun.Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wird um Zustimmung zur dem Antrag der Fraktionen CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gebeten. - Vielen Dank.(Beifall bei der CDU, bei der SPD und bei den GRÜNEN) Präsidentin Gabriele Brakebusch:Vielen Dank, Herr Minister Willingmann. Es gibt eine Nachfrage. Ob Sie die beantworten können? Schauen wir mal. Frau Bull-Bischoff wird diese stellen. - Bitte, Frau Bull-Bischoff.Birke Bull-Bischoff (DIE LINKE):Ich wäre nicht böse, wenn Sie die nicht beantworten können; das kann ich verstehen. Sie sprachen davon, dass man eine tarifliche Bezahlung nur empfehlen könne als Land. Deswegen meine Bitte - meinetwegen auch mitnehmen -: Bei der Schulsozialarbeit haben wir als damaliges Kultusministerium, also nicht wir, allerdings mit unserer Unterstützung, gesagt, es gibt nur Geld, es wird nur gefördert, wenn tariflich eingruppiert und danach auch bezahlt wird.Welche Hindernisse sieht denn die Landesregierung an dieser Stelle, wo wir ja doch einer der Hauptfinanziers sind?Präsidentin Gabriele Brakebusch:Herr Minister, Sie haben das Wort.Prof. Dr. Armin Willingmann (Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung): Sie erlauben, dass ich diese Frage mitnehme und weitergebe, ja?Birke Bull-Bischoff (DIE LINKE):Ja.