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Dienstag, 20.11.2018

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Plenarsitzung

Transkript

Lydia Funke (AfD):Sehr geehrte Damen und Herren! Werte Präsidentin! Ich fahre fort und werde mich zum Wahlkampfthema Wolf nun direkt auf die Schwerpunktargumentationen Schadenserstattung, Prävention durch Hütehunde, den Artenschutz sowie das Wolfskompetenzzentrum beziehen. Zur Erstattung von Schäden. Man muss sich, wenn man Schäden erstatten will, erst einmal fragen: Was gehört insgesamt dazu? Dann ist es eben nicht mehr nur der aktuelle Schlachtwert des Tieres, sondern auch die entgangene Mastleistung und damit der nicht erbrachte Schlachtwert eines Lammes oder die nicht geworfenen Lämmer einer Mutter, sofern es nach ihrem Lebensalter noch möglich ist. Weiterhin gehört dazu der Tierarzt, der verletzte Tiere euthanasieren muss, der Abdecker, der tote Tiere entsorgt, und eigentlich gehört auch die Arbeitsleistung des Wolfsgutachters sowie der Beamten, die den Wolfsriss als Schadensfall bearbeiten, dazu, letztendlich auch die Kosten für die Laboruntersuchungen, die den Wolf als Täter oder vielleicht auch nicht über DNA-Analysen identifizieren bzw. überführen.So ergeben sich beispielsweise, zumindest nach den akribischen Schweizer Berechnungen, für fünf Wölfe eines Kantons in der Schweiz sage und schreibe 40 000 € pro Wolf im Jahr.Zum Einsatz von Hütehunden   das wird ja als großes Präventionsziel genannt   haben wir folgende Position: Bei fast 30 Rassen von Herdenschutz- bzw. Bauernhunden, die in den Listen der gefährlichen Rassen einzelner Bundesländer bisher geführt werden, stand bei Ihrer Listung nie zur Debatte, ob sie bei ihrem Import als Herdenschutzhunde eingesetzt werden, sondern ob es möglich ist, sie auch als Familienhunde zu integrieren. Hier wurde mit Recht unterstellt, dass die Rassegruppe unter dieser Nutzungseignung gewissen Restriktionen in der Stadt bzw. in der Familie unterworfen ist und dass an die Fähigkeiten des Hundehalters besondere Anforderungen zu stellen sind; denn das ursprüngliche Zuchtziel für spezielle Herdenschutzhunde ist die Arbeit. Diese Arbeit ist der Schutz der Herde. Dafür müssen diese Hunde bereits im Welpenalter in die zu schützende Herde integriert werden. Sie müssen quasi mit den Schafen aufwachsen. Dies bedeutet, dass Menschen, die Arbeitshunde züchten und sie einsetzen, die entsprechenden Kenntnisse und Erfahrungen haben sollten und verantwortungsvoll mit diesen Hunden umgehen können müssen.Eine finanzielle Förderung von zwei Herdenschutzhunderassen und der mögliche Aufbau eines Zuchtzentrums kommen daher bereits zehn Jahre zu spät und werden kurzfristig keine Entspannung bei der Wolfsabwehr darstellen. Kommen wir auf die furchtlosen Esel zurück, die in Niedersachsen Schafherden schützen. Vielleicht sollte man darüber als Alternative einmal nachdenken. Wie gesagt, durch Geschrei, Bisse und Hufe wehren sich die Esel; sie lassen sich wohl nicht so schnell von einem jagenden Raubtier abschrecken, stand auch in der „Welt“.Zum Artenschutz. Der Isegrim gehört wie kaum ein anderes Wildtier zur deutschen Geschichte und ist tief in Märchen und Mythen verwurzelt, was vielleicht die Ursache für viele Ängste ist. Ein Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf muss und sollte aber in einem aufgeklärten Land möglich sein. Die Probleme im Artenschutz müssen aber besprochen werden und es muss Lösungen für alle Akteure und die Verursacher, sprich den Wolf, geben. Das betrifft neben dem Wolf auch alle anderen Problemarten wie beispielsweise den Biber oder den Luchs. Es geht nicht an, dass Sachsen-Anhalt zwar das Weltklima retten muss, aber beim Artenschutz bequem auf die Jagd von Elefanten, Nasenhörnern, Krokodilen, Weißen Haien, Tigern und Löwen verweist, während es für Wölfe nunmehr keinen Platz, kein Geld und keine Lösungen in unserem Land zu geben scheint. Ein Wolfskompetenzzentrum ist ein guter Anfang. Dieses Zentrum hätte längst in die Tat umgesetzt werden müssen. Genau wie die immer wieder ausgesetzte Leitlinie Wolf, die endlich eindeutig wichtige Spielregeln definieren sollte, so wie es in anderen Bundesländern bereits geschieht, die auch ohne die Anwesenheit von großen Beutegreifern bereits vorsorglich Managementpläne aufgestellt haben. Allerdings gilt für das Wolfskompetenzzentrum das bereits vorhandene Netz der ausgebildeten Wolfsgutachter und ehrenamtlich Tätigen einzubeziehen und in ein Wildtiermanagementzentrum zu integrieren. Wir haben heute schon gehört, dass das quasi der Plan ist. Es gibt bereits Personen, die in den Landkreisen als solche ausgebildet werden. Dies ist beim Schäfer-Stammtisch so erörtert worden. Der nächste Kandidat, der ähnliche Probleme verursacht, ist der Biber. Weitere Arten sind in der täglichen Diskussion. An dieser Stelle wird noch einmal der Bezug zu dem Wildtiermanagementzentrum hergestellt und nicht nur zu einem reinen Wolfskompetenzzentrum. Dieser Streit und das Verschieben von Problemen ist so für uns nicht akzeptabel, ebenso der Verweis auf die Kosten, wenn für ein einjähriges Umweltsofortprogramm mal schnell 10 Millionen € lockergemacht werden können. - Danke. (Zustimmung bei der AfD)