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Freitag, 23.10.2020

Keine Termine vorhanden.

Plenarsitzung

Transkript

Dr. Verena Späthe (SPD):

Danke, Herr Präsident. - Meine Damen und Herren Abgeordneten! Neben der ärztlichen Versorgung in Sachsen-Anhalt, über die wir in diesem Hohen Haus ja nun schon mehrfach diskutiert haben, dürfen wir selbstverständlich auch die zahnärztliche Versorgung nicht aus den Augen verlieren. Insofern vielen Dank für den Antrag. So können wir einmal darstellen, was wir getan haben. Denn, ja, auch unsere Zahnärzte werden älter. Insofern ist Ihre Intention verständlich und nachvollziehbar.

Trotzdem oder gerade deshalb mussten wir einen Alternativantrag erarbeiten. Sie haben die Altersverteilung der Zahnärzte in Ihrem Vortrag dargestellt und den großen Prozentsatz derer, die bereits über 65 Jahre alt sind. Dennoch, entgegen meinen Erwartungen, werden auf den Seiten der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt aktuell genau zwölf Praxen zur Übernahme angeboten. Es sind vier in unserer Landeshauptstadt Magdeburg und die übrigen acht verteilen sich auf die Landkreise Börde, Harz, Mansfeld-Südharz, Salzlandkreis und Stendal.

Genau deshalb müssen wir genauer fragen, wie die Altersstruktur und der Versorgungsgrad in den einzelnen Regionen tatsächlich aussehen.

Weiterhin sehe ich vorrangig die Zahnärztekammer und die Kassenzahnärztliche Vereinigung in der Pflicht, die bekanntermaßen auf ihre Eigenständigkeit und ihre Rechte größten Wert legen. Diese müssen sich aktiv an der Sicherstellung der Versorgung des Landes beteiligen. Sie müssen vorrangig, wie die Ministerin es bereits beschrieben hat, in den Arbeitsgruppen die zu ergreifenden Maßnahmen festlegen.

Zusätzliche Studienplätze für die Zahnmedizin an der Martin-Luther-Universität sind kein Garant für eine künftig bessere Absicherung der Versorgung. Das ist uns aus der Humanmedizin schmerzlich bekannt.

Sie fordern bereits für das Studienjahr 2021/2022  20 zusätzliche Studienplätze.

(Zuruf von der LINKEN: Richtig!)

Das ist also nächstes Jahr. 20 Studienplätze verursachen jährlich 4 Millionen € Sach- und Personalkosten und - das wurde bereits erwähnt - sie erfordern die Installation von mindestens 14 zusätzlichen zahnärztlichen Behandlungseinheiten. Genau dafür sind in der kürzlich für 13 Millionen € baulich sanierten Zahnmedizin in Halle im Moment gar keine räumlichen Kapazitäten vorhanden. Das heißt, auch hierzu ist in unseren Augen zwingend eine Prüfung der Machbarkeit notwendig.

Deshalb lassen Sie uns gemeinsam mit der Landesregierung eine Basis für künftig fundierte Entscheidungen schaffen und stimmen Sie bitte unserem Alternativantrag zu. - Vielen Dank.

(Zustimmung bei der CDU und bei der SPD)