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Dienstag, 07.07.2020

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Plenarsitzung

Transkript

Cornelia Lüddemann (GRÜNE):

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr Damen und Herren Abgeordnete! Verehrte LINKE! Ohne große Vorrede: Es ist natürlich etwas müßig, hier einen Monat vor dem geplanten Beschluss über den Haushalt haushaltsrelevante Anträge zu stellen. Wie bitte soll denn jetzt auf die Schnelle ein Aufwuchs der Studienplätze für Zahnmedizin organisiert und finanziert werden? Es ist doch Quatsch, hier den Eindruck zu erwecken, das sei möglich.

(Zustimmung bei der CDU, bei der SPD und bei den GRÜNEN)

Das gilt vor allem deshalb - jetzt komme ich wieder auf meinen strukturellen Anspruch zu sprechen, der alles betrifft, was mit Gesundheit zu tun hat  , weil wir auch in diesem Bereich zuvorderst einen Überblick über den Versorgungsgrad, die Altersstruktur der Zahnärzte und die Erfordernisse in der Zukunft brauchen. Wir müssen das alles erst gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung erarbeiten. All dem trägt unser Alternativantrag Rechnung. Ich will es mir ersparen, was Frau Ministerin und die Vorredner bereits über die Inhalte der Enquete-Kommission gesagt haben, in der das nachgefragt worden ist.

(Siegfried Borgwardt, CDU: So ist es!)

Dass auch die zahnärztliche Versorgung im Land prinzipiell vor Herausforderungen steht, ist natürlich klar. Für diese Erkenntnis brauchen wir aber keinen Antrag. Wir wissen alle selbst, dass das problematisch wird. Der Fachkräftemangel, das hohe Durchschnittsalter der dort Tätigen und insbesondere die Abdeckung im ländlichen Raum sind branchenübergreifend problematisch, besonders im Gesundheitsbereich. Das kommt auch bei den Zahnärzten auf uns zu. Das wissen wir alles selbst.

Es kommt noch hinzu, dass eine Niederlassung im ländlichen Raum auch für Zahnärztinnen nicht immer und nicht unbedingt für alle attraktiv ist. Ich denke, in den letzten 30 Jahren haben sich hier Formen abseits von der klassischen Einzelarztpraxis etabliert. Wir werden auch im Bereich der Zahnärztinnen und Zahnärzte noch zu neuen Formen kommen müssen, um die Versorgung überall gleichermaßen abdecken zu können.

Analog zum gesamten ambulanten Bereich brauchen wir Möglichkeiten, jenseits einer Niederlassung aktiv zu werden, also Angestelltenverhältnisse, Filialpraxen oder mobile Praxen. All diese Varianten werden wir - das wissen aber alle, weil ich und auch andere Kolleginnen und Kollegen das in jeder Debatte sagen - diskutieren müssen. Das werden wir in eine vernünftige Planung bringen müssen. Anschließend werden wir das auch umsetzen. Wir brauchen hier Innovationsgeist.

Das Gespräch, das ich im Januar mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung geführt habe, lässt mich diesbezüglich auch frohen Mutes in die Zukunft blicken. Denn sie haben all das erkannt und arbeiten genau an diesen Konzepten.

Wie Sie lesen können, greifen wir das Thema in unserem Alternativantrag auf, um Ansatzpunkte für die Sicherung der zahnärztlichen Versorgung ausfindig zu machen. Dies tun wir in Rückkopplung mit den primär Verantwortlichen, also der Selbstverwaltung. Es ist nun einmal so; ob es einem gefällt oder nicht. Das kann man nicht alles verordnen, sondern der Sicherstellungsauftrag liegt bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung.

Es versteht sich aber von selbst, dass wir GRÜNE uns als Partner der Zahnärzteschaft verstehen und gern gemeinsame Lösungen entwickeln. Dieser Alternativantrag ist ein kleiner, winziger Baustein in diese Richtung. - Ich bedanke mich.

(Zustimmung bei der CDU und bei den GRÜNEN)