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Samstag, 11.07.2020

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Plenarsitzung

Transkript

Tobias Krull (CDU):

Danke. - Sehr geehrter Herr Landtagspräsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Antragsteller greifen in Ihrem Antrag ein wichtiges Anliegen auf. Das will ich gar nicht bestreiten. Der genannte Problemkreis ist im Kreis der zuständigen Fachpolitikerinnen und Fachpolitiker bereits bekannt. Es sei daran erinnert, dass aus der CDU-Landtagsfraktion der Anstoß kam, 10 Millionen € bereitzustellen, um mit einer Komplettsanierung eine angemessene und moderne Unterbringung der Zahnklinik in Halle zu ermöglichen.

(Swen Knöchel, DIE LINKE, lacht)

Diese modernen Arbeitsbedingungen führen dazu, dass den Studierenden in der Zahnmedizin gute Ausbildungsmöglichkeiten geboten werden können.

Bereits in der Sitzung der Enquete-Kommission Gesundheitsversorgung und Pflege in Sachsen-Anhalt am 30. Oktober des letzten Jahres kam Dr. Jochen Schmidt als Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt zu Wort, um deutlich zu machen, welche Probleme es bei der Versorgung der Menschen in unserem Land mit zahnmedizinischen Leistungen geben könnte. Der Schwerpunkt war dabei auch die Altersstruktur der praktizierenden Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Kieferorthopädinnen und Kieferorthopäden. Die Zahlen wurden bereits genannt.

Bezüglich der Unterversorgung befindet in § 6 Abs. 1 der Bedarfsplanungsrichtlinie Zahnärzte - Kriterien und Verfahren zur Feststellung einer eintretenden oder drohenden zahnärztlichen Unterversorgung - eine entsprechende Definition. Diese Definition trifft inzwischen auf zwei Bereiche in Sachsen-Anhalt zu, aber auf viele eben auch nicht.

Jetzt fordert DIE LINKE, die Anzahl der Studienplätze zu erhöhen, und zwar gleich um 20. Das würde einen Aufwuchs um rund 50 % gegenüber der aktuellen Anzahl an Studienplätzen bedeuten.

(Hendrik Lange, DIE LINKE: Völlig unmöglich!)

Ich habe Zweifel daran, dass die fachlichen Ausbildungskapazitäten vorhanden sind. Über die Finanzierung in Höhe von 4 Millionen € müsste man auch noch einmal sprechen.

Leider ist auch festzustellen, dass nur eine recht geringe Quote derjenigen, die an der Martin-Luther-Universität Zahnmedizin studieren, in Sachsen-Anhalt verbleibt. Ich denke, es gibt eine ganze Anzahl an Möglichkeiten, um hierbei Verbesserungen zu erzielen. Dazu gehören Praktika von Studentinnen und Studenten in den Praxen im Land, um entsprechende Bindungen zu schaffen und um darüber hinaus über das Thema Praxisnachfolge informieren zu können. Landeskinder, die außerhalb Sachsen-Anhalts studieren, sollten möglichst wieder in das Land zurückkehren.

Durch den Bundesgesetzgeber wurden Grenzen für die medizinischen Versorgungszentren bei den Zahnärzten gesetzt, um reine Investorenmodelle zu verhindern; denn wir brauchen solche Zentren nicht in den Gebieten, die bereits relativ gut versorgt sind, sondern da, wo tatsächlich Mangel herrscht.

(Siegfried Borgwardt, CDU: So ist es!)

Wir als Koalitionsfraktionen können uns also für Ihr Anliegen grundsätzlich erwärmen und haben deswegen einen Alternativantrag formuliert, der aus unserer Sicht zielführender ist.

(Swen Knöchel, DIE LINKE, lacht)

Passend zu dem Thema hoffe ich, dass wir uns alle hier im Hohen Hause an diesem Problem keinen Zahn ausbeißen. - Vielen Dank.

(Zustimmung bei der CDU)