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Samstag, 24.10.2020

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10:00 Uhr Datum: 24.10.2020

30. ordentliche Landesversammlung des DRK-Landesverbandes Sachsen-Anhalt e. V.

Kandidatur der Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch
Gesellschaftshaus, Gartensaal, Schönebecker Straße 129, 39104 Magdeburg

Plenarsitzung

Transkript

Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen (SPD):

Frau Präsidentin, ich werde versuchen, Ihrem Wunsch zu entsprechen. - Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Eigentlich ist den bisherigen Debattenbeiträgen schon klar geworden, dass wir hier über eine grundsätzliche Frage und nicht nur über Handys diskutieren. Wir diskutieren hier über eine grundsätzliche Haltung dazu, wie wir mit bestimmten neuen Entwicklungen in unserer Gesellschaft umgehen.

Wenn Herr Tillschneider in seiner Rede davon spricht, er möchte, dass die Schüler einen sinnvollen Umgang mit Handys lernen, dann frage ich mich, wie sie es denn lernen sollen, wenn in der Schule Handys verboten sind?

(Zustimmung von Wolfgang Aldag, GRÜNE)

Schule ist doch gerade der Ort, an dem neue Techniken angewandt werden wollen. Wir wollen, dass in den Schulen natürlich auch eine Medienkompetenz entwickelt wird, weil diese heutzutage Grundvoraussetzung ist, um eine Ausbildung zu absolvieren, um später mit den digitalen Herausforderungen im Berufsleben zurechtzukommen.

(Zuruf von Robert Farle, AfD)

Richtig ist auch, was Herr Minister Tullner gesagt. Wir haben völlig unterschiedliche Wahrnehmungen von der Wirklichkeit. Wenn ich in Schulen unterwegs bin, dann sehe ich Schülerinnen und Schüler, die auf dem Schulhof herumtoben, die zusammenstehen und die reden, aber ich sehe dort keine Gruppen, die ihre Hände ausschließlich an den Smartphones haben.

(Unruhe bei der AfD)

Schon heute ist Realität, dass sich die Schulen in ihren Hausordnungen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern, mit den Schülervertretungen und mit den Eltern darüber verständigt haben, wie sie mit diesen Dingen umgehen. Sie machen das verantwortungsvoll.

Für mich ist ein Verbot immer nur die Ultima Ratio, das heißt, wenn der Umgang an den Schulen verantwortungsvoll funktioniert, dann bedarf es keines landesweiten Verbotes.

Wenn man böse wäre und Ihren Antrag genau nehmen würde, was die Wortwahl betrifft, dann würde dies bedeuten, dass Digitalisierung an den Schulen nicht mehr möglich wäre, weil die Endgeräte, die internetfähig sind, von denen Sie sprechen, eben auch die Smartphones sind, mit denen heute schon viele Klassen digitalen Unterricht machen, um sich den Lehrstoff auch mit neuen Lernmethoden zu erarbeiten.

Ich weiß aber, dass die AfD eigentlich keine Digitalisierung an den Schulen will. Deswegen habe ich mich über ihren Antrag auch nicht gewundert.

Es wird Sie wahrscheinlich nicht wundern, wenn wir Ihren Antrag ablehnen.

(Hagen Kohl, AfD: Was!)

Wir sehen, dass es keinen Handlungsbedarf gibt. Wir wollen, dass die Schulen eigenverantwortlich, selbstbewusst und mitbestimmt durch die Schülerinnen und Schüler entscheiden.

Wir helfen den Schulen dort, wo sie Hilfe brauchen, beispielsweise mit Angeboten der Landesmedienanstalt, mit dem Medienmobil, aber auch mit konkreten Angeboten, wenn es tatsächlich zu einem Mobbingvorfall kommt. Auch damit werden die Schulen nicht allein gelassen.

Wir haben auch im Bereich der Prävention in den vergangenen Jahren viel entwickelt, was tatsächlich dabei hilft, solche Dinge zu vermeiden. Wenn es zu solchen Vorfällen kommt, dann helfen wir den Schulen dabei, damit umzugehen. - Vielen Dank.

(Beifall bei der SPD)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank, Frau Prof. Dr. Kolb-Janssen. Es gibt eine Wortmeldung. - Herr Abg. Raue.

(Alexander Raue, AfD: Ich verzichte zugunsten des Herrn Abg. Büttner!)

- Dann bitte. Sie haben das Wort.


Matthias Büttner (AfD):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Frau Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen, ich habe eine Frage zu dem, was Sie gerade ausgeführt haben. Sie sprachen davon, dass die Schule der Ort sei, an dem man mit Handys lernt. Ich weiß nicht - das ist eigentlich meine Frage; ich komme gleich zum Punkt  , aber was genau kann ich in der Schule denn eigentlich mit einem Handy lernen?

(Oh! bei der SPD)

Kann ich dort lernen, die Antwort zu googeln? Kann ich dort lernen, die Taschenrechner-App zu benutzen? Oder kann ich dort zu telefonieren lernen?

(Rüdiger Erben, SPD: Den Spiegel!)

Was genau ist der Vorteil eines Handys im Schulunterricht? Das müssen Sie mir einmal erklären.

(Zuruf von Guido Heuer, CDU)

Ich glaube, Sie sprachen von Medienkompetenz. Mich würde interessieren, was in den Schulen insoweit mit dem Handy zu erlernen ist.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort.


Prof. Dr. Angela Kolb-Janssen (SPD):

Ich könnte jetzt hier einen langen Vortrag halten. Aber wenn Sie die digitalen Medien nutzen würden, dann könnten Sie es sich im Selbststudium aber auch erarbeiten.

(Heiterkeit und Beifall bei der SPD - Zustimmung von Frank Bommersbach, CDU, und von Eduard Jantos, CDU)

Dazu gibt es interessante YouTube-Videos, in denen man lernt, was Medienkompetenz ist. Ich glaube, ich muss das jetzt nicht vertiefen.

Es gibt Schulen, die Konzepte entwickelt haben, die tatsächlich mit den Smartphones, mit entsprechenden Lern-Apps, Unterricht machen. Das funktioniert gut, und das werden wir auch in Zukunft weiter unterstützen.

(Zustimmung bei der SPD - Lydia Funke, AfD: Davon kriegen die Schüler alle einen Schildkrötenhals, wenn sie so darauf schauen!)