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Samstag, 11.07.2020

Keine Termine vorhanden.

Plenarsitzung

Transkript

Dorothea Frederking (GRÜNE):

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Die Ernte von morgen sichern, das muss unser aller Ziel sein. Das wird schwerer sein, als sich das die Meisten eingestehen, denn in den vielen Jahrzehnten zuvor hatten wir mehr oder weniger ausreichend Wasser und nicht eine so extreme Dürre wie in den Jahren 2018 und 2019.

Es ist leider damit zu rechnen, dass sich die Ernteverluste aufgrund der Wetterextreme verstetigen werden. Die Landwirtschaft ist Leidtragende des Klimawandels, zugleich aber Verursacherin, und sie muss selbst klimaschonende Maßnahmen umsetzen, wie zum Beispiel mit der Anwendung solcher ackerbaulicher Methoden, mit denen Humus aufgebaut und Kohlendioxid gebunden wird.

Ein humusreicher Boden speichert das Wasser besser als ein nicht so humusreicher Boden. Das ist zugleich auch wieder eine Klimaanpassungsmaßnahme. Ich gehe davon aus, dass das MULE Projekte zum Humusaufbau befördert, wie es im Klima- und Energiekonzept beschrieben ist.

Agroforst ist ein weiteres Beispiel für eine klimagerechte Landbewirtschaftung. Das ist gut für die CO2-Bindung und gleichzeitig günstig für die Feldfrüchte, die bei starkem Sonnenschein beschattet werden. Wenn die Bäume tief wurzeln, dann stehen sie auch nicht in Konkurrenz zu den anderen Pflanzen.

(Bernhard Daldrup, CDU: Was?)

- Also nicht in Wasserkonkurrenz zu den anderen Pflanzen, weil man verschiedene wasserleitende Schichten hat. Das Thema Agroforst haben wir demnächst auch im Landwirtsausschuss auf der Tagesordnung.

Wir dürfen die Landwirtschaft mit den Herausforderungen nicht alleine lassen. Auch als grüne Landtagsfraktion bemühen wir uns um Lösungen. Dazu organisieren meine Fraktion und ich Veranstaltungen, beispielsweise in der Reihe „Wege aus der Klimakrise“. Zum Beispiel haben wir mit kompetenten Referenten und über 100 Menschen aus der Landwirtschaft Klimaschutz und Klimaanpassungsmaßnahmen diskutiert.

Am Samstag haben wir auf unserem Kongress zum ländlichen Raum ein Panel zum Thema Agrofotovoltaik, das heißt, Solarstrom und Ackerbau auf einer Fläche. Das mag noch etwas futuristisch klingen, aber im Pilotprojekt konnte bei manchen Kulturen der Ertrag sogar gesteigert werden, und der Sonnenstrom kommt noch dazu.

Es war richtig, dass in den Dürrejahren 2018 und 2019 die Hilfen gezahlt wurden. Es war richtig, dass geholfen wurde zum Beispiel bei den Futtermitteln, indem der Aufwuchs von den ökologischen Vorrangflächen genutzt werden durfte.

Im Antrag der AfD-Fraktion geht um den Forst. Wir haben jetzt im Haushalt    


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Frau Abg. Frederking, darf ich Sie ganz kurz unterbrechen? - Ich weiß, dass Ihre Redezeit gleich zu Ende ist. Ich möchte aber trotzdem alle Kolleginnen und Kollegen bitten, den Geräuschpegel etwas zu senken, denn ich verstehe hier hinten kaum noch ein Wort. Vielen Dank. - Frau Frederking, Sie haben jetzt das Wort.


Dorothea Frederking (GRÜNE):

Ich möchte auf die beiden Anträge eingehen, die von der AfD-Fraktion und von der Fraktion DIE LINKE gekommen sind. In dem Antrag der AfD geht es um den Forst. Wir haben für den Forstbereich in den Doppelhaushalt mit mehreren Programmen pro Jahr Hilfen im zweistelligen Millionenbereich eingestellt.

Zu dem Antrag der LINKEN. Ich habe mir das gut angesehen, Frau Eisenreich. Im Kern geht es, denke ich, um Klimaanpassung. Wir meinen auch, es bedarf eines landesspezifischen Konzeptes, welches in landwirtschaftlichen Betrieben fachliche Lösungen für die Klimaanpassung anbietet. Dieses muss auch in die landeseigene Klimaanpassungsstrategie eingebunden werden. Von daher umfasst es das Ganze auch, denke ich. Damit wird die Landwirtschaft dauerhaft krisenfest und das sichert die Ernte von morgen. - Vielen Dank.

(Zustimmung bei den GRÜNEN)