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Samstag, 04.04.2020

Keine Termine vorhanden.

Plenarsitzung

Transkript

Ulrich Thomas (CDU):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Meine Damen und Herren! Ein Hauptproblem der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt ist sicherlich der weiter wachsende Mangel an Fachkräften. Jede Initiative, die diesem Mangel begegnet oder versucht, Lösungen zu finden, ist unterstützenswert; das gilt insbesondere vor dem Hintergrund unserer demografischen Entwicklung. Wir wissen, wir werden leider in Sachsen-Anhalt nicht mehr, sondern perspektivisch immer weniger Menschen. Deswegen müssen wir natürlich schauen, wie wir unsere Wirtschaft und auch die damit verbundene Infrastruktur aufrechterhalten.

Welche Möglichkeiten haben wir in der Politik? - Die erste und, glaube ich, wichtigste Möglichkeit ist die, dass wir erst einmal unsere Landeskinder hier im Land behalten. Das heißt, wir müssen es schaffen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die so attraktiv sind, dass die jungen Menschen gar nicht mehr auf die Idee kommen, unser Land zu verlassen, sondern hier nicht nur ihre Ausbildung finden, sondern auch eine Perspektive für ihr gesamtes Leben. Wir geben uns Mühe, gerade auch mit den Hochschulen und der Wissenschaft, entsprechende Klebeeffekte zu erzielen.

Ein zweiter Punkt kann die qualifizierte Einwanderung in unser Land sein. Jawohl, wir brauchen auch ausländische Fachkräfte, die uns dabei helfen, unsere Wirtschaft und die Stärke unserer Wirtschaft aufrechtzuerhalten.

Jawohl, es ist auch richtig, über Rückkehrertage nachzudenken und darüber, dass wir Menschen, die uns aus den unterschiedlichsten Gründen verlassen haben - meistens waren es ja wirtschaftliche Gründe  , wieder zurückzuholen. Sie sind in den 90er-Jahren vielfach nach Süddeutschland gegangen und denken jetzt darüber nach und sagen: Wir würden jetzt gern wieder zurück nach Sachsen-Anhalt kommen. Dort ist unsere Familie. Dort sind unsere Freunde. Dort ist unsere Heimat. Zu den Rückkehrertagen kann ich Ihnen berichten, dass wir im Harz bereits einen gemacht haben. Der nächste wird am 27. Dezember in Wernigerode stattfinden. Ich lade Sie alle herzlich ein, einmal daran teilzunehmen.

(Andreas Steppuhn, SPD: In Halberstadt! - Angela Gorr, CDU: Letztes Jahr war er in Wernigerode!)

- In Halberstadt, Entschuldigung. Letztes Jahr war er in Wernigerode, diesmal ist er in Halberstadt. Danke für den Hinweis. Ich hatte auch eine Nachfrage von Ihnen. - Sie können sich anschauen, wie attraktiv das ist, wie das wahrgenommen wird und wie das Interesse auf Arbeitgeber- und auf Arbeitnehmerseite besteht, Kontakte herzustellen; denn viele haben den Wunsch, in unser schönes Bundesland zurückzukehren. Gerade zur Weihnachtszeit ist es sehr sinnvoll, weil wir ja wissen, dass sich gerade zur Weihnachtszeit die Familien treffen und auch über solche Sachen diskutiert wird. Sie fragen sich: Wie sieht das kommende Jahr aus und welche Möglichkeiten haben wir?

Im Idealfall kommt es zu einer Umkehrbewegung der letzten 30 Jahre. Wir brauchen uns in Sachsen-Anhalt nicht zu verstecken. Wir haben kräftige Lohnzuwächse. Wir haben eine außerordentlich gute Kinderbetreuung. Wir haben wunderbare Rahmenbedingungen, auch in der kulturellen Landschaft. Ich denke, damit sollten wir offensiver werben und unser Land nicht immer schlechtreden, wie man das manchmal von der Opposition so hört. Wenn diese Reden veröffentlicht würden, dann würde ich als Rückkehrer sagen: Da gehe ich lieber nicht hin; da scheint die Welt bald unterzugehen.

Meine Damen und Herren! Es wird sicherlich zu diskutieren sein, wie ein zentraler Rückkehrertag aussehen könnte. Ich bin bei der Ministerin. So einen Rückkehrertag zentral zur verordnen, ist wenig sinnvoll. Ich glaube, man muss das sehr regional machen. Man muss die regionalen Initiativen unterstützen. Soll das in den Städten stattfinden? Soll das zentral in den Landkreisen stattfinden? Das werden manche fragen. Soll das an einem Termin erfolgen oder soll es vor Ort gestaffelt erfolgen? Natürlich reden wir auch über das Geld. Wie soll die Unterstützung aussehen? Wie hoch soll sie sein?

Wir wollen über diese Möglichkeiten im zuständigen Ausschuss diskutieren. Deswegen bitten wir um Ihre Zustimmung zur Überweisung des Antrages.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Kommen Sie zum Schluss, Abg. Herr Thomas.


Ulrich Thomas (CDU):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. Mit Ihrem Satz bin ich fertig geworden. - Vielen Dank.

(Zustimmung von Angela Gorr, CDU)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank. Ich habe noch eine Nachfrage. Sie haben sich für eine Überweisung an einen Ausschuss ausgesprochen. In welchen Ausschuss soll der Antrag überwiesen werden? Das habe ich nicht vernommen.


Ulrich Thomas (CDU):

Zur federführenden Beratung an den Ausschuss für Wirtschaft und Wissenschaft und zur Mitberatung an den Ausschuss für Soziales.