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Dienstag, 07.04.2020

Keine Termine vorhanden.

Plenarsitzung

Transkript

Petra Grimm-Benne (Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration):

Sehr geehrter Herr Vizepräsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! - Ich weiß, ich bin zu schnell gewesen.


Vizepräsident Willi Mittelstädt:

Ja. Frau Ministerin, Sie haben das Wort.


Petra Grimm-Benne (Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration):

Ja. Ich wiederhole die Grußformel nicht noch einmal. - Wir haben in der Landtagssitzung am 27. September 2019 bereits ausführlich darüber diskutiert, weshalb die landesweit verbindliche Sprachstandsfeststellung durch Änderung des Kinderförderungsgesetzes abgeschafft wurde. Wir sind übrigens nicht das einzige Bundesland, das keine landesweite Sprachstandserhebung durchführt. In Thüringen erfolgte noch nie eine solche.

Aus dem aktuellen Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2018“ geht hervor, dass in sechs Ländern auch nur bestimmte Gruppen getestet werden, zum Beispiel nur Kinder, die keine Kindertageseinrichtung besuchen. Es führt also die Hälfte aller Länder keine landesweite Sprachstandserhebung für alle Kinder durch.

Nunmehr haben wir dies durch eine gesetzlich festgelegte Pflicht, das Bildungsprogramm als Grundlage für die pädagogische Arbeit zu nutzen, abgelöst. In diesem Bildungsprogramm ist Sprache nicht nur als einer von neun Bildungsbereichen beschrieben. Der Bildungsbereich Sprache ist ein Querschnittsthema in den Kindertageseinrichtungen und durchzieht den gesamten Kita-Alltag. Die alltagsintegrierte sprachliche Bildung für alle Kinder ist ein wesentlicher Bestandteil der frühkindlichen Bildung in den Kindertageseinrichtungen.

Im verbindlichen Bildungsprogramm „Bildung elementar“ sind sieben Leitlinien für die Qualität von Bildungsprozessen in Kindertageseinrichtungen festgelegt. Mit diesen Leitlinien werden lediglich Minimalanforderungen formuliert, die realisiert werden müssen. Die Ergebnisse der systematischen Beobachtung und der Analyse werden in geeigneter Form dokumentiert. Daraus können die pädagogischen Fachkräfte ableiten, welche Sprachanregungen im Rahmen einer alltagsintegrierten Sprachförderung den einzelnen Kindern bei ihrer individuellen Entwicklung helfen können.

Es ist wichtig, die alltagsintegrierte sprachliche Bildung für alle Kinder weiter zu professionalisieren. Dies gelingt derzeit zum Beispiel im Rahmen des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ sehr gut. An diesem Programm nahmen mit Stand vom 1. März 2017 insgesamt 140 Kindertageseinrichtungen aus Sachsen-Anhalt teil. Wir werden im ersten Halbjahr 2020 erfahren, wie sich das Bundesministerium zur Weiterführung des Bundesprogramms ab 2021 positioniert.

Meine Damen und Herren Abgeordneten! Mein Haus hat die bundesweiten aktuellen Entwicklungen zu dieser Thematik regelmäßig im Blick. Wir arbeiten unter anderem auch in der Bund-Länder-Steuerungsrunde zu dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ und zum Programm „Bildung durch Sprache und Schrift“ mit und werden regelmäßig über ausgewählte Ergebnisse aus dem Monitoring zu den Sprach-Kitas informiert. Ich werde gern im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration über den aktuellen Stand der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung in den Kindertageseinrichtungen, über die aktuellen Entwicklungen und über die sich daraus ergebenden Herausforderungen umfassend berichten. - Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Zustimmung von Rüdiger Erben, SPD)