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Dienstag, 07.04.2020

Keine Termine vorhanden.

Plenarsitzung

Transkript

Thomas Lippmann (DIE LINKE):

Vielen Dank. Dann will ich die wenigen Minuten noch für ein paar Bemerkungen nutzen.

Erstens. Ich hätte für die Landesregierung doch den Finanzminister hier vorn erwartet. Ich muss aber zur Kenntnis nehmen, dass der Bildungsminister das verteidigen darf, was mit Sicherheit nicht seinen Wünschen entspricht.

Zweitens. Die Argumentation, die Sie sich zurechtgelegt haben, ist verlogen, da sich die Stunden, die man sich jetzt für die Kolleginnen und Kollegen erhofft - das sind ungefähr 100 VZLE bei 14 000, über die wir reden  , in der Unterrichtsversorgung sowieso kaum bemerkbar machen. Ich sage aber auch, diese Stunden kommen bei den Schülerinnen und Schülern nicht an. Die Stunden, bei denen sie versuchen, sie sich bei den Älteren zu holen, werden diese mit aufs Krankenbett nehmen oder sie werden vorzeitiger ausscheiden.

Drittens. Die Argumentation, wir rutschten das ja nur nach oben, weil das Rentenalter nach oben gerutscht ist, ist verlogen, weil das Lebensalter der im Dienst befindlichen Kolleginnen und Kollegen natürlich nicht mitrutscht. Natürlich rutschen die nicht aus dem 61. oder 62. Lebensjahr, wo wir jetzt die Masse dieser Lehrkräfte haben, jetzt etwa in das 65. oder 66. und irgendwann in das 67. Lebensjahr, sondern es bricht natürlich mit dem 63. Lebensjahr ab. Sie schneiden zwei große Gruppen, nämlich die 60-Jährigen und die 61-Jährigen. Das sind von den 2 500 Lehrkräften 1 300, also mehr als die Hälfte.

Es bleibt noch eine Marge übrig, nämlich die 62-Jährigen. Und dann bricht es mit dem 63. Lebensjahr radikal ab. Das wird sich noch verstärken. Es wird fast keine 63-, 64-, 65-, 66- und 67-Jährigen geben, weil diese die Rentenabschläge in Kauf nehmen, weil sie keine Kraft mehr haben. Und warum haben sie keine Kraft mehr? - Weil Sie verkennen, dass das keine Arbeit am Schreibtisch ist.

Das Alter der Kinder wächst auch nicht mit. Das ist aber der Arbeitsgegenstand in der Schule. Wenn Sie nicht wissen, dass die Generationendifferenz eine spezifische Belastungssituation bei der Arbeit in der Schule, dann lade ich einfach alle mal ein, die nicht aus dem Schulbereich kommen. Dann gehen Sie mal hin und erfahren Sie, was das bedeutet. Die zu unterrichtenden Kinder bleiben nämlich sieben, acht, zehn und 14 Jahre alt, die werden nicht älter.

Das heißt, der Abstand der Kolleginnen und Kollegen, die jetzt schon mit 62 und 63 Jahren und zum geringen Teil mit 64 und 65 Jahren arbeiten müssen, erschwert die Arbeit. Es bleibt dabei, es ist immer vernünftig gewesen, diese Altersermäßigung zu geben, damit die Kolleginnen und Kollegen beim Arbeiten bleiben können.

Gerade mit Blick auf den Antrag, den wir vorher zur Arbeitsgesundheit gestellt haben, muss ich auch hier sagen: Wir ruinieren die Gesundheit der Lehrkräfte sehenden Auges. Das werden wir jedenfalls nicht ohne Widerstand bis zum Letzten zulassen.

(Zustimmung bei der LINKEN)