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Mittwoch, 13.11.2019

3 Termine gefunden

ICS Export
09:30 Uhr Datum: 13.11.2019

Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration

42. Sitzung
Magdeburg, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude

soz042e7.pdf (PDF, 482 KByte)


10:00 Uhr Datum: 13.11.2019

Ausschuss für Umwelt und Energie

38. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

umw038e7.pdf (PDF, 501 KByte)


17:00 Uhr Datum: 13.11.2019

Festveranstaltung anlässlich der "Gründung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. vor 100 Jahren"

Grußwort durch die Landtagspräsidentin und Schirmherrin Gabriele Brakebusch

39104 Magdeburg, Hegelstraße 42, Festsaal des Palais am Fürstenwall

Plenarsitzung

Transkript

Cornelia Lüddemann (GRÜNE):

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordneten! Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt. So hat es der Philosoph Ludwig Wittgenstein formuliert. Diese intellektuell daherkommende, aber tatsächlich erkenntnistheoretische Setzung kann aktuell politisch ganz einfach übersetzt werden: Sprache ist der Schlüssel zur Teilhabe. Damit ist die Gewährleistung guter Sprachkenntnisse aller Kinder im Land eine Voraussetzung für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit.

Genau deshalb findet sich die von der Fraktion DIE LINKE genannte und eingeforderte Vereinbarung in unserem Koalitionsvertrag.

Ich will noch einmal betonen, dass es tatsächlich um alle Kinder geht. Wir haben schon auf die Sprachstandsfeststellung gedrängt, als von der Zunahme der Migration noch gar keine Rede war.

(Beifall bei der LINKEN)

Es gibt zunehmend Kinder deutscher Herkunft, bei denen es Defizite gibt. Das wird bei den Schuleingangsuntersuchungen immer wieder festgestellt. Das ist ein großes Defizit, dem wir uns dringend widmen müssen.

Ich will der LINKEN aber auch sagen: Dass Sie regelhaft in Ihren Anträgen auf Verabredungen in unserem Koalitionsvertrag abstellen, fasziniert mich. So schlecht kann der Koalitionsvertrag nicht sein, wenn Sie immer wieder Passagen aus dem Koalitionsvertrag eins zu eins in Ihren Anträgen übernehmen.

(Thomas Lippmann, DIE LINKE: Das haben wir euch am Anfang auch gesagt! Ihr müsst es nur machen!)

Natürlich ist Sprache - das ist schon seit Langem so - fester Bestandteil des Bildungsauftrages der Kita und hat dort einen hohen Stellenwert. Das KiFöG hebt die Sprachförderung explizit heraus. Es heißt in § 5 Abs. 3 zur inhaltlichen Arbeit der Einrichtungen:

„Verbindliche Grundlage ist das Bildungsprogramm ‘Bildung: elementar - Bildung von Anfang an’ unter besonderer Berücksichtigung der Sprachförderung.

Im Bildungsprogramm „Bildung elementar“ selbst wird Sprache als dezidierter Bildungsbereich benannt und völlig angemessen festgestellt:

„Der Bildungsbereich Sprache ist ein Querschnittsthema in Tageseinrichtungen für Kinder.“

Entsprechend wird im Bildungsprogramm mehrfach betont und beschrieben, inwieweit Sprache und Sprachförderung integraler Bestandteil des Kita-Alltages werden können und werden sollen.

Diese gesetzliche Hervorhebung und die programmatische Untersetzung im Bildungsprogramm sind vor Ort natürlich nicht überall in gleichem Maße ausgeprägt. Natürlich gibt es nicht überall in den Einrichtungen ein eigenes Sprachbildungskonzept. Dabei lässt sich sicherlich noch mehr tun. Dass von allen Seiten etwas getan wird, hat die Frau Ministerin unter anderem mit der Hervorhebung der über 200 Einrichtungen beim Bundesprogramm dargelegt.

Ich denke, dass wir auf diesen Bereich Sprache tatsächlich noch mehr Wert legen müssen. Ich sage für meine Fraktion: Für uns geht es eindeutig um das Wie - das will ich hier betonen  , wie wir die im Koalitionsvertrag verabredete verbindliche Sprachstandsfeststellung umsetzen. Wir hätten es schon damals gern im Rahmen des KiFöG gelöst. Dafür war die Zeit noch nicht reif, will ich sagen. Ich bin aber guter Hoffnung, dass wir es noch in den verbleibenden 19 Monaten der Koalition schaffen. Deshalb werden wir über dieses Wie im Ausschuss gemeinsam beraten. Es soll an den Sozialausschuss überwiesen werden. Ich hoffe, dass es in Ihrem Interesse ist und dass wir den Antrag gemeinsam überweisen können, und danke für die Aufmerksamkeit.

(Beifall bei den GRÜNEN)