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Freitag, 18.10.2019

3 Termine gefunden

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10:00 Uhr Datum: 18.10.2019

Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Medien

31. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

eur031e7.pdf (PDF, 475 KByte)


10:00 Uhr Datum: 18.10.2019

Ausschuss für Bildung und Kultur

39. Sitzung
Landtag von Sachsen-Anhalt, Landtagsgebäude, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg

bil039e7.pdf (PDF, 480 KByte)


10:00 Uhr Datum: 18.10.2019

15. Parlamentarischer Untersuchungsausschuss

31. Sitzung
Magdeburg, Domplatz 6-9, Landtagsgebäude

u15031e7.pdf (PDF, 453 KByte)


Plenarsitzung

Transkript

Andreas Schumann (CDU):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Sehr geehrte Damen und Herren! Vor 200 Jahren war Deutschland das Land der Dichter und Denker. Selbst in den letzten hundert Jahren war man in Deutschland in Wissenschaft und Technik führend. In Sachen Ingenieurwesen war Deutschland Vorreiter und Exportschlager.

Seit etwa 40 Jahren ist das vorbei. Über die Gründe dieser Entwicklung möchte ich an dieser Stelle nicht sprechen. Heute dümpeln wir in Sachen technischen Fortschritts hinter den USA, China, Südostasien, selbst hinter Russland her und versuchen laut Ministerin Karliczek, mal ein paar Milliarden Euro zu investieren, um Weltspitze in Sachen KI zu werden. Ich glaube, selbst das dürfte ein Schuss in den Ofen werden; denn wir sind mit E 5 auch schon hinten dran.

Bestes Beispiel: Seit dem Jahr 2006 versucht Deutschland, einen Airport in Berlin zu bauen. Über das Drama könnte man sich eigentlich lustig machen, wenn es nicht Monat für Monat Steuergeld in Höhe von mehr als 30 Millionen € fressen würde. In Peking wird in den kommenden Wochen nach vier Jahren Bauzeit der größte und modernste Flughafen der Erde in Betrieb genommen.

(Sebastian Striegel, GRÜNE: Das ist eben eine Diktatur! Da gelten nicht so viele Menschenrechte!)

(Ach! bei der CDU)

Deutsche Firmen und Ingenieure haben übrigens an der Zubringerschnell    

(Zuruf von Mario Lehmann, AfD)

- Lassen Sie mich bitte sprechen! Ich kann mein eigenes Wort nicht verstehen, Herr Lehmann.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Sehr geehrter Herr Schumann, das regle immer noch ich. Manche Dinge muss man einfach ertragen. Erforderlichenfalls werde ich schon eingreifen. Wir hatten schon viel lautere Debatten. Aber ich bitte trotzdem an dieser Stelle noch mal darum, den Geräuschpegel etwas zu senken. - Herr Abg. Schumann, Sie haben jetzt das Wort.


Andreas Schumann (CDU):

Deutsche Firmen und Ingenieure haben übrigens an der Zubringerschnellbahn mitgewirkt, welche den Airport mit dem Zentrum Pekings verbindet; die Fahrzeit beträgt 20 Minuten. Ich sage nur: Siemens. Aber vielleicht will Berlin auch so einen Beitrag zur Senkung von Treibhausgasen leisten.

Sehr verehrte Damen und Herren! Der menschengemachte Klimawandel - das Klima ist übrigens, wissenschaftlich bewiesen, immer im Wandel und in Bewegung  , der Teil, der menschengemacht ist, soll nun auf ein Minimum begrenzt werden. Die Bundesregierung, das sogenannte Klimakabinett, hat einen Maßnahmenkatalog vorgelegt. Während die eine Seite von Abzocke spricht, um Kosten des wegfallenden Solibeitrags zu decken, ist es für die andere Seite zu weich gespült und zu wenig schmerzhaft. Man spricht von mangelnder Lenkungswirkung.

Die einzige Lenkungswirkung, welche ich bei der anhaltenden und hochgezogenen Diskussion erkennen kann, ist eine hohe Verunsicherung unserer Märkte und unserer Wirtschaft. Viel mehr als Steuererhöhungen fällt wieder nicht ein. Ein knallhartes Sparkonzept aus Berlin wäre nötig. Der Bundestag könnte mit einer Personalobergrenze der Abgeordneten ein erstes und nötiges Zeichen setzen.

An der Zapfsäule zahlen wir bereits für jeden Liter Benzin und Diesel Ökosteuer. Die Lenkungswirkung dieser Ökosteuer ist gleich null, wie Herr Kubicki, Bundestagsvizepräsident der FDP, in einem neulich veröffentlichten Interview bestätigte.

Der Strompreis in Deutschland ist bei mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde angekommen und damit so hoch wie noch nie.

(Ulrich Thomas, CDU: Schlimm, schlimm!)

Ohne eine starke heimische Wirtschaft und ohne hohes Bruttosozialprodukt sind auch Klimaschutz und die hohen Ausgaben hierfür nicht vermittelbar und nicht finanzierbar, ganz zu schweigen von den hohen Sozialausgaben. Auch diese werden bei einer schwächelnden Wirtschaft nicht mehr zu stemmen sein.

Der einseitige Angriff auf die deutsche Automobilindustrie kommt schlichtweg einem Sägen an dem Ast, auf dem man sitzt, gleich.

(Zustimmung von Ulrich Thomas, CDU)

Der Elektroantrieb bei Kfz kann nur eine Übergangslösung sein. Die Energiebilanz eines E-Autos inklusive seiner Batterietechnik ist nach wie vor umstritten. Heutzutage kann sich jeder darüber informieren, was E-Autos in Wirklichkeit für unsere Umwelt bedeuten. Ich wundere mich wirklich darüber, warum eigentlich informierte und intelligente Menschen die Elektromobilität so vorbehaltlos unterstützen. Es gibt längst andere Konzepte, welche einen höheren Stellenwert verdienen würden.

Gerade heute habe ich einen Bericht darüber gelesen, dass ein amerikanisches Unternehmen einen Lkw mit mehr als 1 000 PS auf die Straße bringt, der mit Wasserstoff fährt, aber Wasserstofftankstellen sind nach wie vor Mangelware.

Der alte und neue Ministerpräsident Sachsens Herr Michael Kretschmer am 22. September bei MDR Sachsen:

„‘Ein großer Teil der Menschen ist mit den Entscheidungen des Klimakabinetts überfordert.’ Die Menschen im ländlichen Raum, die auf das Auto angewiesen seien, würden die Erhöhung ‘als Abzocke empfinden’. ‘Solange man mit dem Zug über sechs Stunden von Dresden nach Düsseldorf braucht, bringt eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Bahntickets nichts.’“

(Dorothea Frederking, GRÜNE: Wie lange fährt das Auto?)

„Dies seien ‘sehr rabiate Maßnahmen, die einen breiten gesellschaftlichen Diskurs erfordert hätten’.“

- So Kretschmer. Es sei ein Fehler, „einem gefühlten Zeitgeist zu verfallen“.

(Sebastian Striegel, GRÜNE: 1,5 Millionen Leute waren auf der Straße, Herr Kollege!)

- Ja, ich zitiere Herrn Kretschmer, bitte schön.

(Hannes Loth, AfD: 80 Millionen nicht, Herr Kollege!)

Friedrich Merz wird noch konkreter:

„Hinter den Forderungen nach radikalen Lösungen steckt nicht der Wunsch nach mehr Klimaschutz. Der eine oder die andere spricht es ja auch ganz offen aus: Es geht gegen unsere freiheitliche Lebensweise, um die Zerstörung der marktwirtschaftlichen Ordnung.“

(Zustimmung bei der CDU - Beifall bei der AfD - Zuruf: Schwachsinn!)

Sehr geehrte Damen und Herren! Die Bemühungen um unsere Umwelt beginnen in den Köpfen. Ohne die Köpfe wird Klimaschutz immer nur Klientele erreichen. Damit geht es im Kindergarten los und endet es im Altersheim. Ein jeder kann jetzt schon seinen Beitrag leisten, indem er auf Plastik weitestgehend verzichtet und sich,

(Zustimmung bei der CDU und bei der SPD - Markus Kurze, CDU: Jawohl!)

wenn möglich, öfter für das Fahrrad entscheidet statt für das Auto.

Meine Damen und Herren! Mein Schwiegervater war in Leipzig Professor für Statik und angewandte Mechanik. Er hätte sich nicht träumen lassen, als er vor 15 Jahren in den verdienten Ruhestand ging, dass er noch heute, mit 83 Jahren, regelmäßig Aufträge von freien Ingenieurbüros bekommt, weil schlichtweg kaum Statiker zu bekommen sind. Gute Ingenieure und Fachkräfte zu finden, wird immer mehr zum Problem. Ich würde gegenüber den Demonstranten von Fridays for Future, die Sie gerade erwähnten, gern einen Wunsch und eine Bitte zur Einsicht äußern: Werdet wieder kreative Ingenieure, Erfinder und Wissenschaftler. Ihr solltet erkennen, Sozialwissenschaftler und Politologen haben wir genug.

(Beifall bei der AfD - Zuruf von der AfD: Bravo!)

Mit denen wird man die Welt klimatisch nicht positiv beeinflussen.

(Eva von Angern, DIE LINKE: Was ist das für ein Satz!)

Verbote und Einschränkungen werden die Menschen auf Dauer nicht überzeugen,

(Zustimmung bei der CDU und bei der AfD)

aber mit Wissenschaft und Innovation wird man in Deutschland wieder technischer Vorreiter sein können und mit technischem Fortschritt und Innovation wird man wirksam Klimaschutz leisten können. Das könnt aber nur ihr jungen Leute. Jedoch muss man dafür mindestens fünf Tage in der Woche zur Schule gehen. - Vielen Dank.

(Zustimmung bei der CDU - Beifall bei der AfD - Zuruf von der AfD: Jawohl!)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Abg. Schumann, es gibt Wortmeldungen.

(Andreas Schumann, CDU: Ja, gerne!)

Dann kommen Sie bitte noch einmal zum Mikrofon zurück. - Herr Abg. Gallert, Sie haben sich zuerst gemeldet. Danach der Abg. Herr Loth. Herr Abg. Gallert, Sie haben das Wort.


Wulf Gallert (DIE LINKE):

Also, Herr Schumann, dass Sie sich als Vertreter der CDU in etwa in der gleichen Oppositionsrolle befinden wie Ihr Vorredner von der AfD gegenüber dem, was jetzt im Bundeskabinett verabschiedet wurde    

(Zustimmung bei der AfD)


Andreas Schumann (CDU):

Dann haben Sie mir nicht zugehört.


Wulf Gallert (DIE LINKE):

Nein, ich habe Ihnen sehr genau zugehört. Ich habe Ihnen sehr, sehr genau zugehört.

(Tobias Rausch, AfD: Da sehen Sie, wo der Wirtschaftsverstand sitzt!)

Das ist sozusagen etwas, das Sie mit Ihrer Partei oder in Ihrer innerparteilichen Oppositionsrolle selber ausführen müssen. Ich will es bloß bemerkt haben.

Das andere Problem: Sie haben die Frage gestellt, okay, warum werden vor dem Hintergrund - das ist eine Geschichte, die wir morgen Abend noch einmal machen - des sozusagen sehr anzuzweifelnden ökologischen Fußabdrucks von Elektroautos diese Autos jetzt, unter anderem auch noch einmal mit diesem Klimapaket, so extrem gefördert. Dazu sage ich Ihnen: Darauf gibt es eine ganz klare Antwort. Das ist die Absatzförderung für die Automobilfirmen, die Sie als den Ast bezeichneten, den wir nicht absägen dürften.

(Tobias Rausch, AfD: Nein! Eben nicht! So ein Quatsch! - Robert Farle, AfD: Nein!)

Das ist genau die Konsequenz. Gucken Sie sich einmal die Dienstwagenannoncen von Audi an: Wir werben für den A 7. Er fährt 40 km weit mit Elektroenergie, aber er hat einen 400-PS-Benzinmotor drin.

(Matthias Büttner, AfD: Super!)

Das ist die ökologische Zukunft. Das ist das, was hier gefördert wird. Der Grund ist, weil man es für Audi, VW, Mercedes und BMW fördern will. Die machen das, was Sie fördern, nämlich die Förderung der Automobilindustrie. Deswegen passiert es, Herr Schumann.

(Zustimmung bei der LINKEN - Tobias Rausch, AfD: So ein Schrott!)


Andreas Schumann (CDU):

Also, das halte ich jetzt zwar für Klassenkampf    


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Abg. Schumann, ich erteile Ihnen jetzt das Wort. Bitte.


Andreas Schumann (CDU):

Entschuldigung. - Für mich beginnt jetzt hier schon wieder Klassenkampf, irgendwo. Ich habe das Gefühl, wir wollen die heimische Wirtschaft derart schwächen, dass wir letztlich die sozialen Projekte, die Sie immer so gern fördern, nicht mehr finanzieren können.

(Ulrich Thomas, CDU: Genau!)

Wenn Sie das gerne wollen, dann können Sie es so machen,

(Oliver Kirchner, AfD: Sie wollen den Kommunismus zurück, da drüben!)

aber wir werden unsere Wirtschaft nicht infrage stellen. Das ist einfach so.

(Andreas Steppuhn, SPD: Ist doch Unsinn!)

Wenn es gewünscht wird, dass mehr E-Autos gebaut werden, dann müssen sich die Konzerne darauf einrichten, und es werden ja nicht nur 400-PS-Karren gebaut. VW hat vorwiegend kleinere E-Autos im Angebot. Im BMW I 3 ist auch ein kleiner Motor. Also, dass sie natürlich wesentlich effizienter sind, was die Bewegung auf der Straße angeht, das liegt beim Elektroauto nah; sie haben ein höheres Drehmoment.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Die nächste Wortmeldung stammt vom Abg. Herrn Loth. Bitte.

(Andreas Schumann, CDU: Herr Loth, bitte!)


Hannes Loth (AfD):

Herr Schumann, vorneweg vielen Dank für die tolle Bewerbungsrede für eine Mitgliedschaft in der AfD.

(Heiterkeit bei der AfD - Zustimmung bei der LINKEN)

Das müssen aber die Magdeburger unter sich ausmachen und Sie müssen sicherlich erst einmal mit Ihrem Landesvorstand sprechen, ob er so etwas überhaupt mitträgt. Wir wissen ja, er ist flexibel in seinen Meinungen. Das war aber nicht meine Frage.

Meine Frage ist, die Klimakanzlerin unseres großen Landes hat dieses Klimapaket selbst vorgestellt und trägt es auch mit. Ich möchte fragen, wie Sie die Effektivität dieses Klimapaketes bewerten in Bezug auf den Anteil Deutschlands daran, sich gegen die Naturgewalt des Klimawandels zu stellen - falls es den so, wie sie es sich vorstellen, überhaupt geben kann.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Abg. Schumann.


Andreas Schumann (CDU):

Erst einmal möchte ich feststellen, dass ich mit diesen Feststellungen, die ich für die Wirtschaft getroffen habe, keinerlei Symbiose mit der AfD verbinde. Ich möchte feststellen, dass man doch immer bei der Sache bleiben muss. Ich denke, der Ausstoß von CO2 in Deutschland ist weltweit verglichen sehr gering. Wenn wir aber gute Ingenieure haben und Vorreiter sein können, wenn wir mit guten Ingenieuren beispielgebend in der Welt sein können, warum sollen wir es dann nicht tun?

(Silke Schindler, SPD: Aber Sie sagen doch, dass wir es nicht brauchen!)

Mein Petitum war doch an die Wissenschaft gerichtet. Wir können nur Vorreiter in der Wissenschaft sein.

(Silke Schindler, SPD: Aber Sie brauchen es doch gar nicht!)

Wir können nicht Vorreiter bei Verboten und Geboten sein.

(Matthias Büttner, AfD: Richtig!)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank, Herr Schumann. Es gibt eine weitere Wortmeldung. Der Abg. Herr Striegel. - Herr Abgeordneter, Sie haben das Wort. Bitte schön.


Sebastian Striegel (GRÜNE):

Sehr geehrter Herr Kollege, auch wenn ich nicht studierter Naturwissenschaftler bin, sondern in Ihren Augen   n u r   Politikwissenschaftler,

(Zuruf von der AfD)

meine Frage vom Politikwissenschaftler an den Musiker: Kann es in einem endlichen System - wir sind uns vermutlich darin einig, dass diese Erde, diese Welt, ein endliches System ist - unendliches Wachstum geben?

(Matthias Büttner, AfD: Oh! - Robert Farle, AfD: Ja, kann es!)


Andreas Schumann (CDU):

Also, es ist richtig    


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Abg. Schumann, immer ein bisschen geordnet.


Andreas Schumann (CDU):

Herr Abg. Striegel, es ist richtig, die Feststellung, hier kommt keiner lebend heraus. Das ist alles richtig. Dass wir ein endliches System sind, das wissen wir alle, das weiß jeder, der sich mit dieser Erde näher beschäftigt. Es geht aber nicht um unendliches Wachstum. Es geht um Stabilität. Wir wollen eine Stabilität haben.


Sebastian Striegel (GRÜNE):

Stabilität auf unendlichem Wachstum, und das ist das Problem.


Andreas Schumann (CDU):

Das ist aus Ihrer Sicht ein gesellschaftliches Problem.


Sebastian Striegel (GRÜNE):

Ja.


Andreas Schumann (CDU):

Ja. Gut. Dann sind wir jetzt nicht mehr beim Klimaschutz, dann sind wir bei gesellschaftlichen Grundlagen, über die wir jetzt Diskussionen führen.


Sebastian Striegel (GRÜNE):

Ja, das ist der Klimaschutz.

(Tobias Rausch, AfD: Das wollen sie doch! - Weitere Zurufe von der AfD)


Andreas Schumann (CDU):

Das ist für mich ein ideologischer Kampf.


Sebastian Striegel (GRÜNE):

Bestreiten Sie es?


Andreas Schumann (CDU):

Nein, aber dann halte ich das Ganze für eine ideologischen Kampf, der von links geführt wird. Dazu muss ich sagen, dem widerstehen wir. - Danke schön.

(Tobias Rausch, AfD: Da sind wir doch!)


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Abg. Schumann, es gibt noch weitere Anfragen.

(Andreas Schumann, CDU: Sie sprachen am Anfang von zwei!)

- Das überlassen Sie mir, bitte, Herr Schumann.

(Andreas Schumann, CDU: Ja, wenn ich antworten will!)

- Ich achte schon darauf. - Wir haben noch eine weitere Wortmeldung, und zwar hat sich der Abg. Herr Rausch gemeldet.

(Andreas Schumann, CDU: Herr Rausch, bitte!)

Herr Rausch, Tobias, bitte.


Tobias Rausch (AfD):

Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Sehr geehrter Herr Schumann, ich habe Ihrer Rede mit Freude gelauscht. Sie haben recht, Sie stellen einfach nur fest, dass die wirtschaftliche Lage bedroht ist. Ja, die Lage ist bedroht, aber nicht, weil die Wirtschaft will, dass der E-Motor kommt, sondern weil die Politik die Vorgabe macht, dass sie produziert werden sollen.

Wir konnten uns bei unserer Ausschussreise zum Beispiel in Estland anschauen, das riesengroße Angebote unterbreitet und Fördermittelprogramme gefahren werden zur Förderung des E-Motors. Es wird nicht angenommen. In Deutschland ist es das gleiche in Grün.

Jetzt haben wir das Problem, dass in vielen Konzernen oder Firmen auch in Sachsen-Anhalt, seien es Nemak oder Trimet im Harzkreis oder BMW, insgesamt, aufgrund des Umschwungs, der politisch gewollt ist und forciert wird, perspektivisch 100 000 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen. Meine Frage an Sie ist, wie wollen Sie eigentlich Einfluss nehmen auf diese Politik, die von Rot-Rot-Grün vorangetrieben und von Ihrer höchsten Führung unterstützt wird - auch Herr Haseloff ist im Bundesvorstand der CDU. Wie setzen Sie sich als Abgeordneter dafür ein, dass Sie ein Signal dafür setzen, dass Sie diesen Irrsinn nicht mitmachen? - Das ist die Frage, die mich interessiert.

Wir können hier im Plenum immer schöne Reden halten und ähnlicher Meinung sein. Dann sehen Sie, die einen wollen das bisherige System erhalten, die anderen wollen es abschaffen. Das kann man im Prinzip so sagen. Meine Frage an Sie ist, wie wollen Sie sich dafür einsetzen, dass das Szenario, das kommen wird, nicht so extrem ist und nicht die Existenzen der hier arbeitenden Bevölkerung zerstört.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Schumann, bevor ich Ihnen das Wort erteile, darf ich Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule aus Oschersleben recht herzlich hier im Hohen Hause begrüßen. Herzlich willkommen!

(Beifall im ganzen Hause)

Herr Abg. Schumann, Sie haben jetzt das Wort.


Andreas Schumann (CDU):

Herr Rausch, ich habe in meiner Rede darauf aufmerksam gemacht, dass wir uns darum bemühen und das Augenmerk mehr darauf legen wollen, auch andere alternative Antriebstechnologien zu entwickeln, zum Beispiel Erdgas, zum Beispiel Wasserstoff. Dabei müssen wir viel besser werden. Ich glaube, die E-Mobilität ist nur eine Übergangslösung. Das kann keine endgültige Lösung sein, wenn man weiß, wie zum Beispiel Kobalt in Afrika abgebaut wird und was mit Silizium in Chile passiert. Dann muss man doch die Augen öffnen und sagen, das kann doch nicht auf Dauer die Lösung sein.


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Vielen Dank, Herr Abg. Schumann. - Eine kurze Nachfrage, aber bitte sehr kurz. Sie wissen, wie unser Zeitplan heute aussieht. Bitte, Herr Abg. Rausch.


Tobias Rausch (AfD):

Okay. - Erst einmal vielen Dank für die Antwort. Jetzt die Frage, die Sie noch nicht beantwortet haben: Wie wollen Sie als Landtags-CDU Einfluss darauf nehmen?

Ich will nur daran erinnern, dass wir im Ausschuss für Landesentwicklung und Verkehr über eine Richtlinie gesprochen haben, in der es um die Förderung von E-Mobilität geht. Die AfD-Fraktion hatte beantragt, auch zum Beispiel die Brennstoffzelle und weitere Energieträger zu fördern. Das wurde von den Koalitionsfraktionen abgelehnt. Es hat keine Mehrheit gefunden, dass das mit aufgenommen wird. Sie stellen als CDU aber fünf Abgeordnete in diesem Ausschuss, der aus 13 Abgeordneten besteht. Mit uns zusammen hätten Sie acht Stimmen.

Ich frage mich, warum der Sachverstand hier im Landtag außen vor bleibt. Auf Trittbrettfahrereien von den GRÜNEN springt erschreckenderweise auch die SPD auf, sodass ich mir sagen muss: Wenn man sich anschaut, was Herr Striegel hier sagt    


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Abg. Rausch, ich habe gesagt, bitte    


Tobias Rausch (AfD):

Die wollen ja einen Systemwechsel,


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Rausch, bitte    


Tobias Rausch (AfD):

das können Sie doch nicht wollen. Wollen Sie den Systemwechsel, Herr Schumann?


Präsidentin Gabriele Brakebusch:

Herr Rausch, wenn ich Sie anspreche, dann bitte ich Sie, einmal einen ganz kurzen Moment innezuhalten. Sie haben gesagt, Sie hätten eine ganz kurze Nachfrage. Insofern bitte ich darum, dass diese auch sehr kurz gehalten wird. - Bitte.

(Tobias Rausch, AfD: Entschuldigung!)


Andreas Schumann (CDU):

Dafür werde ich sehr kurz antworten. - Unser Augenmerk muss auf der Förderung der Wissenschaft und der Technik liegen. Wir müssen die Wissenschaft nach vorn bringen, damit wir dort alternative Antriebstechnologien entwickeln, die das Leben und die Umwelt weniger belasten.

(Zustimmung bei der CDU - Silke Schindler, SPD: Warum?)

- Weniger als die Elektroenergie.