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Sonntag, 22.09.2019

Keine Termine vorhanden.

Plenarsitzung

Transkript

Prof. Dr. Claudia Dalbert (Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie):

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Lassen Sie mich gleich auf einen Kernpunkt des Antrages der Fraktion der AfD eingehen. Ich halte den Antrag für fachlich und politisch weltfremd. Vor allem der erste Punkt zeugt von eklatanten Nichtwissen. Denn darin wird suggeriert, wir hätten in Sachsen-Anhalt irgendwo Wasserüberschussregionen, die man quasi nur per Pipeline anzapfen müsse und schon sei das Problem gelöst. Darüber lohnt es sich noch nicht einmal im Ausschuss zu diskutieren.

Dass wir seit Frühjahr 2018 eine extreme klimakrisenbedingte Trockenheit haben, ist allen hinlänglich bekannt. Mit der Problematik der Trockenheit beschäftigen sich mein Haus und die dazugehörigen Behörden tagtäglich, ob dies nun die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft oder die Wasserwirtschaft ganz generell betrifft.

An den Flüssen, zum Beispiel an der Selke oder der Elbe, ist die langanhaltende Trockenperiode vor allem sichtbar. Nicht sichtbar, aber dennoch sehr bedeutend sind die Auswirkungen der Trockenperiode auf das Grundwasser. Die Grundwasserstände liegen zurzeit im Mittel etwa 60 cm unterhalb des mehrjährigen Vergleichswasserstandes des Monats August.

Zukünftig ist mit einer vermehrten Konkurrenz um die Ressource Wasser zu rechnen. Dieses Thema geht mein Haus auch schon seit Jahren proaktiv an. Die Entwicklung eines regionalen Wassermanagements wird als Teil der Klimaanpassungsstrategie Sachsen-Anhalts eine strategische Schlüsselposition einnehmen.

Ziel ist es, eine nachhaltige Nutzung der vorhandenen Wasserressourcen zwischen den Nutzern und Nutzerinnen abzustimmen. Dazu gehört die öffentliche Wasserversorgung gleichermaßen wie die Land- und Forstwirtschaft, der Naturschutz oder die Industrie.

In Sachsen-Anhalt gibt es bereits ein gut funktionierendes Fernwassersystem zur Trinkwasserversorgung der Bevölkerung. Dieses System hat auch in den extremen Sommern sehr gut funktioniert. Ich betone an dieser Stelle, dass die Wasserbehörden schon jetzt dafür sorgen, dass die Grundwasservorräte ausgewogen und nachhaltig bewirtschaftet werden.

Dass sich dabei der eine oder andere benachteiligt fühlt, ist nicht zu ändern und liegt in der Natur der Sache. Um insbesondere die Landwirtschaft krisenfester zu machen, lädt mein Haus im September zu einer Informationsveranstaltung mit dem Titel „Klimafolgenanpassung in der Landwirtschaft“ ein. - Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

(Beifall bei den GRÜNEN)